Viola tricolor

(Stiefmütterchen)

Dieses Arzneimittel wirkt hauptsächlich auf die Haut. Trockene und nasse, juckende Ekzeme, besonders im Kindesalter. Feuchte Ekzeme vereitern leicht, wodurch es zu Krusten und Borkenbildungen kommt. Borkenflechte, besonders im Gesicht und an den Ohren; Milchschorf mit honiggelbem, eitrigen Sekret. Die Patienten leiden unter traurigen und ärgerlichen Verstimmungen; sie schwitzen nachts und haben alsbald danach Frostschauer. Der Harnfluss ist verstärkt mit Brennen in der Harnröhre; Harn riecht wie Katzenurin. Frauen leiden unter Ausfluss. Rheumatische Beschwerden können alle Muskeln und Gelenke befallen.

Verschlechterung: im Winter

Besserung: keine Angaben

Thuja occidentalis

(abendländischer Lebensbaum)

Dieses Arzneimittel wirkt besonders auf die Haut, die Schleimhäute, Knochen, Muskeln und Gelenke. Die Patienten leiden unter geringem Selbstwertgefühl. Die Haut ist schuppig oder fettig und sondert ebenso fettig glänzenden Schweiß ab. Schuppenflechte, Haarausfall und Nagelwuchsstörungen. Aus der Haut sprießen allerlei Gewächse: Warzen (auch im Genitalbereich, dort nennt man sie Kondylome), Polypen, Papillome und Fibrome; auch bösartige Hautwucherungen kommen vor. Akute und chronische Krankheiten, die nach Impfungen auftreten, gehören ebenfalls ins Arzneimittelbild von Thuja. „Thuja-Patienten“ können unter vielerlei entzündlichen Prozessen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich leiden, ebenso unter Bronchitis und Asthma sowie entzündlichen Erkrankungen im Darmbereich mit Blähbauch und fettigen morgendlichen Durchfällen. Auch Verstopfung kann es geben.

Verschlechterung: feuchte Kälte, vom Nachmittag bis hin zu den frühen Morgenstunden

Besserung: Wärme

Thallium

In der Homöopathie werden mehrere Thalliumpräparate verwendet, die aber vergleichbare Wirkungen auf die Haut, den Knochenstoffwechsel und das Nervensystem haben. Die Patienten neigen zur Abmagerung und bieten bezüglich ihres „Nervenkostüms“ die ganze Palette der Stimmungsschwankungen. Sie sind leicht reizbar und erregt, auch bösartig, können aber auch teilnahmslos und traurig sein. Sie sind schlaflos trotz Schlafmitteleinnahme und schlafsüchtig bei depressiver Verstimmung. Nervenentzündungen können an allen Körperstellen auftreten, ebenso Osteoporose an diversen Gelenken. Die Kopfhaut kann das gesamte Haar verlieren. Die Fußsohlen sind auffallend empfindlich; hier kommt es auch zu Missempfindungen. Dieses Arzneimittel passt kaum bei jungen Menschen. Das Thalliumbild zeigt sich frühestens nach der Pubertät. Eine berufliche Belastung mit Toxinen mag eine Rolle spielen.

Zur Verschlechterung oder Besserung durch bestimmte Anwendungen oder Gegebenheiten sind keine klaren Modalitäten bekannt.

Taraxacum

(Löwenzahn)

Dieses Arzneimittel wirkt besonders auf den Magen-Darm-Trakt, sowie auf Leber und Galle und regt die Harnausscheidung an. Die Zunge ist weiß-fleckig auf rotem Grund (Landkartenzunge). Appetitlosigkeit, Magenschleimhautentzün-dungen, Leber- und Gallenentzündungen und rheumatische Beschwerden am ganzen Körper gehören ins Arzneimittelbild.

Verschlechterung: im Sitzen und im Liegen

Besserung: bei leichter Bewegung (Gehen)

Tabacum

(Tabak)

Charakteristische Kennzeichen für Tabacum sind Übelkeit mit Speichelfluss und Erbrechen. Magen-Darm-Krämpfe mit Durchfällen, begleitet von Kopfschmerzen, eiskaltem Schweiß und Schwindel. Es können aber auch krampfartige Schmerzen in der Herzgegend auftreten, die den Symptomen von Angina pectoris und Herzinfarkt ähnlich sind.

Verschlechterung: durch geringste Bewegung, selbst durch das Öffnen der Augen; durch Kälte oder Wärme

Besserung: in frischer Luft

Symphytum Officinale

(Beinwell, Beinwurz)

Schlecht heilende Knochenbrüche, prickelnde, stechende Schmerzen, empfindliche Knochenhäute. Heilt Wunden des Augapfels. Schmerzen in den Augen nach Augenoperationen; der Schmerz zieht am Nasenbein herab. Dem klebrigen Wurzelsaft dieser Pflanze wird in alten Schriften zugeschrieben, dass er gebrochene Knochen und klaffende Wunden zusammenzuziehen vermöge. SYMPHYTUM folgt gut auf ARNICA, um die end-gültige Heilung einer Knochenverletzung zu bewirken.

Verschlechterung: Berührung, heftige und ruckartige Bewegung

Besserung: keine Angaben

Sulfur

(Schwefel)

Im Arzneimittelbild wird eine Beziehung zu nahezu allen Körperbereichen erkennbar. Es ist auffällig, dass gegensätzliche Prüfsymptome beschrieben werden. So müssen wir bei der Verwendung von Sulfur besonders die konstitutionellen Merkmale beachten: Ein „Sulfur-Patient“ hat immer irgendwelche Probleme mit der Haut. Selbst wenn keine Ausschläge erkennbar sind, juckt die Haut und dünstet unangenehmen Geruch aus. Auch wenn der Patient sich sehr pflegt, muss man den Raum lüften, in dem er sich aufgehalten hat. Er hat meist eine hagere Statur, obwohl er viel Süßes isst und gern fettes Fleisch isst. Morgens haben „Sulfur-Typen“ noch keinen Appetit, aber um 11 Uhr setzt ein flaues Gefühl im Magen ein, der „11 Uhr-Hunger“, und sie müssen sofort etwas essen, damit das unangenehme Gefühl vergeht. Der „Sulfur-Patient“ mag gerne Schweinebauch, Eisbein, fetten Schinken. So kann er auch einen fülligen Körperbau entwickeln. Ob dünn oder dick, in jedem Fall haben Sulfur-Patienten sehr rote, brennend schmerzende Schleimhäute und ein auffällig rotes Gesicht. Sie gehören zu den Intellektuellen, die gerne theoretisieren und es mit der Ordnung nicht so genau nehmen. „Sulfur-Patienten“ hängen lieber ihren Gedanken nach, als ihren beruflichen Pflichten nachzugehen. Eine „Sulfur-Frau“ richtet sich nicht nach der Mode. Kleidung ist ihr egal, diese kann von „vorgestern“ sein, Flecken oder Löcher haben, Hauptsache, sie erfüllt ihren Zweck. Die „Sulfur-Frau“ kann aber auch einen eigenen auffälligen Kleidungsstil zeigen, an dem sie leicht zu erkennen ist.
„Sulfur-Patienten“ leiden unter Gelenkbeschwerden und Schlafstörungen. Sie werden bei jedem kleinen Geräusch wach („Katzenschlaf“) und strecken ihre Füße nachts unter der Bettdecke hervor, weil sie zu heiß sind oder die Fußsohlen brennen.

Verschlechterung: um 11 Uhr morgens (Schwächegefühl im Magen); durch Waschen und Baden, durch Bettwärme, in Ruhe, bei längerem Stehen

Besserung: bei trockenem, warmem Wetter; durch leichte Bewegung

Staphisagria

(Samen von Stephanskraut)

Der Patient ist sehr sensibel; nervöse Beschwerden mit ausgeprägter Reizbarkeit. Plötzliche Wutausbrüche. Zittern, besonders nach Gemütsbewegungen. Außergewöhnliche Schmerzhaftigkeit von (frischen) Operationswunden (Bauchoperation, Zahnoperation etc.). Wiederkehrende Gersten- oder Hagelkörner am Auge. Schlechte Zähne; die Zähne sind schwarz und zerbröckeln. Es gibt STAPHISAGRIA-Patienten, deren Zähne z.T. schon im Babyalter kurz nach der frisch erfolgten Zahnung wieder ausfallen. Manche homöopathische Autoren bringen das mit dem mangelnden „Biss“ im Leben der STAPHISAGRIA-Patienten in Verbindung. Verletztes Ehrgefühl; der Patient ist jedoch nicht in der Lage, sich adäquat zu verteidigen (z.B. jahrelange, demütigende Beziehungen, die aber trotzdem weitergeführt werden). Die STAPHISAGRIA-Pathologie entwickelt sich daher oft als Folge jahrelang unterdrückten Ärgers und Kummers. Häufiges Schwelgen in sexuellen Vorstellungen; der Patient ist sexuell leicht erregbar. Masturbation mit nachfolgend schlechtem Gewissen. Reizblase bei jungen, frisch verliebten Frauen mit häufigem sexuellem Kontakt (Honeymoon-Zystitis). Ekzem an Kopf, Ohren, Gesicht und Körper. Kratzen verändert den Ort des Juckens.

Verschlechterung: durch Ärger, Demütigung und Kummer, durch Denken an die Beschwerden; durch Verlust von Körperflüssigkeiten, Kälte, Tabakgenuss geringste Berührung der erkrankten Körperteile, Onanie, sexuelle Exzesse

Besserung: nach dem Frühstück, durch Wärme, (Nacht-)Ruhe

Silicea

(Kieselsäure)

„Silicea-Patienten“ verfügen über eine schwächliche Konstitutiuon. Sie frösteln häufig, neigen zu nässenden Ekzemen, kalten säuerlich riechenden Schweißabsonderungen, chronischen Entzündungen auch des Mittelohres, Eiterungen, Fisteln und Furunkeln. Der Leib ist aufgebläht, Blähungen stinken faulig und der harte Stuhlgang (kleine runde Kugeln) kann nicht abgesetzt werden; er „schlüpft“, gleitet in den Darm zurück. Babys sind auffallend zart, „dünnhäutig“ und anfällig für Erkältungserkrankungen. Als Kleinkinder sind sie starrsinnig, geben nur scheinbar nach und machen dann doch, was sie wollen. „Silicea-Patienten“ wird ein schwaches Knochensystem und schwaches Bindegewebe zugeschrieben mit Störungen des Haar- und Nagelwachstums. Frauen entwickeln breite Schwangerschafts-streifen.

Verschlechterung: abends und nachts. Akute Beschwerden werden schlechter durch Kälte.

Besserung: durch Wärme und Einhüllen in warme Kleidung. Besonders gut helfen Mützen auch im Haus (auch im Bett) bei Kopf- und Ohrenschmerzen

Sepia

(Tintenfisch)

Als Arznei dient die Tinte dieses Tieres. Sepia gilt als Frauenmittel, wobei diese Frauen als harte „Workaholics“, als „Karrierefrauen“, angesehen werden. Dabei schrecken sie nicht davor zurück, sich mit „spitzer Zunge“ ihren Weg zu bahnen. Sie setzen sich sehr bei ihrer Arbeit ein, sind sportlich und musikalisch und wollen alles zur Zufriedenheit der Vorgesetzten erledigen. Krank werden sie, wenn man am Arbeitsplatz mehr von ihnen verlangt, als zu schaffen ist. Auch wenn in der Familie immer mehr von ihnen verlangt wird, fallen sie aus der Rolle, werden reizbar und zickig, besonders vor der Regelblutung. Sie weinen in der Sprechstunde beim Arzt, wenn sie von ihren Problemen sprechen. Häufige Beschwerden sind Schwindel, ein Kloßgefühl im Hals (Schilddrüse), ein Leeregefühl im Magen mit Verlangen nach sauren Speisen. Leberkrankheiten, Blähbauch, Magenschleim-hautreizungen, Schwangerschaftserbrechen, Gebärmuttersenkung, Harninkontinenz, Scheidenentzündungen, Krampfadern und kalte Füße (Hände sind warm). Die Haut neigt zu Herpesbläschen, besonders von der Oberlippe zur Nase hin. Die Patienten können unter Schuppenflechte leiden. In der Mitte ihres Lebens bekommen sie Wechseljahrsbeschwerden mit Hitzewallungen, Schlafstörungen und Migräne. Plötzlich setzen Blutungen unerwartet wieder ein und versetzen die Patientin in Angst und Schrecken.

Verschlechterung: Akute Beschwerden werden schlechter durch Kälte, vor und während der Regel, in oder nach einer Schwangerschaft, durch Geschlechtsverkehr.

Besserung: durch Wärme, durch Einhüllen des Kopfes bei Kopfschmerzen; durch Bewegung, besonders durch Tanzen; in frischer Luft

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