ARZNEIMITTELBESCHREIBUNG / ANWENDUNGSFELDER.


Abrotanum (Eberraute)
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Die Patienten sind mürrisch, niedergeschlagen und reizbar. Die Haut im Gesicht sieht schon bei Säuglingen und kleinen Kindern aus wie die dünne, welke Haut eines alten Menschen. Eigenartiges Gefühl, dass der Magen in Wasser schwimmt. Erbrechen großer Mengen stinkender Flüssigkeit, aufgeblähter Bauch, Durchfall und Verstopfung wechseln sich ab. Zudem können Würmer auftreten (Oxyuren) und die Patienten haben das Gefühl, als würden die Eingeweide absinken. Trockener Husten nach Durchfall, Schmerzen in Schultern und Armen, vor allem aber auch in Hand- und Sprunggelenken, Starke Abmagerung der Beine, Ausschläge im Gesicht, Haarausfall, juckende, rote Hautstellen nach Frosteinwirkung, Frostbeulen.
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Verschlechterung: kalte Luft, Unterdrückung von Absonderungen, z.B. Schweiß durch Deodorantien
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Verbesserung: Bewegung
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Acidum fluoricum (oder Acidum hydrofluoricum Flusssäure)
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Die Patienten sind mager, trotz guten Appetits, sie sind ständig in Eile oder fühlen sich gehetzt, sie arbeiten gerne körperlich und überlasten dabei ihren Bewegungsapparat, sodass es zu chronischen Knochenhaut- und Gelenkbeschwerden kommt, sie leiden unter Ekzemen (Juckflechten) und können ein gestörtes Wachstum der Finger- und Zehennägel aufweisen.
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Verschlechterung: in der Wärme
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Besserung: Kälte
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Acidum nitricum (Salpetersäure):
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Die Haut an den Übergängen zur Schleimhaut ist entzündet und eingerissen. An den erkrankten Stellen kommt es zu splitterartigen heftigen Schmerzen. Bei Rissen im After (Analfissuren) können die Schmerzen stundenlang nach dem Stuhlgang anhalten. Die Schleimhäute sind geschwollen, es zeigen sich Schleimhautgeschwüre, z.B. Aphten, diese können auch bluten. Patienten haben einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt und neigen zu Durchfall. Sie schlafen schlecht, werden ca. alle 30 Minuten wach, verbringen die Nacht im Halbschlaf, sind mürrisch, reizbar, nervös oder wütend. Über ihre eigenen Zustände können sie in Verzweiflung geraten.
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Verschlechterung: Alle Beschwerden werden durch Kälte oder bei heißem Wetter schlimmer. Auch abends und nachts können sich Beschwerden verschlechtern.
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Besserung: bei leichter Bewegung
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Acidum phosphoricum (Phosphorsäure)
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Die Patienten fühlen sich emotional und körperlich ausgelaugt, Erschöpfungszustand durch (plötzlichen) Kummer, zehrende Krankheit mit häufigem Schwitzen und allgemeinem Schwächegefühl, blasses und krankes Aussehen. Der „Acidum phos.-Patient“ ist lustlos, kommt kaum noch in Gang; alles ist zu anstrengend, Kopfschmerzen nach innen drückend im Scheitelbereich. Wenig Appetit, jedoch ein auffallendes Verlangen nach frischem Obst, insbesondere nach (frisch gepressten) Fruchtsäften. Häufig große Mengen Durchfall, der Durchfall schwächt den Patienten aber nicht, häufiges Wasserlassen, besonders in der Nacht, Schwäche in der Brust vom Sprechen oder Husten, Haarausfall und frühzeitiges Ergrauen. Das Mittel passt gut bei schnell wachsenden, blassen Jugendlichen, die Kummer mit sich tragen. Sie können sich schlecht konzentrieren. Nach körperlicher Anstrengung treten ziehende Schmerzen in den Knochen oder Knochenhautentzündungen auf. Den Patienten wird leicht schwindelig, sie haben das Gefühl im Rücken durchzubrechen, wenn sie länger stehen müssen, sie stolpern häufig und knicken leicht um.
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Verschlechterung: schon durch leichte körperliche Belastung, Lärm, Kälte Unruhe, Reizüberflutung (Fernsehen, Musik etc.)
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Besserung: durch Schlaf, Ruhe, Wärme; aber auch Besserung der Schmerzen und des Allgemeinbefindens durch Bewegung
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ACONITUM (Blauer Eisenhut)
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Charakteristisch sind plötzliches Einsetzen und Heftigkeit der Symptome. Überempfindlichkeit der Sinnesorgane, Unruhe, Todesangst, Panikzustände, starke, unerträglich anmutende Schmerzen, häufig begleitet von lokaler Taubheit oder Kribbeln. Trockene, heiße Haut und großer Durst. Wärme wird nicht vertragen, die Bettdecke wird weggestoßen.
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Verschlechterung: abends und nachts, im warmen Zimmer, durch Linksseitenlage
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Besserung: durch frische Luft, Ruhe, Einsetzen von Schweißabsonderung
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Aesculus hippocastanum (Rosskastanie):
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Diese Arznei hat Beziehung zum Venensystem. Unsere Venen sind prall gefüllt, was bei Menschen mit sitzender oder stehender Tätigkeit zu Krampfadern und Hämorrhoiden führen kann. Selbst die Venen im Bauchraum sind gestaut. Die Schleimhäute sind trocken. Die Hämorrhoiden stechen im Enddarm und lassen dort ein Wärmegefühl entstehen. Krampfende Schmerzen stellen sich beim Stuhlgang ein. Außerdem Rückenschmerzen mit Schweregefühl im unteren Lendenwirbel- und Kreuzbeinbereich.
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Verschlechterung: durch Stehen und Sitzen, aber auch bei Bewegung, wenn die Venenstauungen bereits manifest geworden sind
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Besserung: bei kühlem Wetter, in frischer kühler Luft
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Aloe (Aloe-Planze):
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Der Saft dieser Pflanze wirkt hauptsächlich auf den Dickdarm. Der Gebrauch von Urtinkturen kann zu heftigen, wässrigen oder geleeartigen Durchfällen mit Krämpfen führen, sodass der Stuhl wie ein Wasserstrahl herausspritzt. Dementsprechend ist Aloe homöopathisch bei gleichartigen Beschwerden angezeigt, aber nur dann, wenn sie nicht auf einem Konsum von Aloepräparaten zurückzuführen sind (s. u. die Arzneimittelbeschreibung von Sulfur). Es werden übelriechende, als heiß empfundene Blähungen abgegeben, die weit aus der Körpermitte, aus dem entzündeten Dickdarmbereich kommen. Völlig unerwartet kann bei einem Blähungsabgang breiiger Stuhl abgesetzt werden. Auch ohne Blähungen kann der Stuhl unwillkürlich abgehen oder es baut sich ein enormer Druck auf, sodass die Ausscheidungen nicht gehalten werden können. Wundheit am After mit schmerzenden, abgeklemmten, prallen Hämorrhoiden, die wie Kirschen oder Trauben vor dem After sitzen. Völle- und Schweregefühl im Leib. Portaderstauung. Wenn diese venösen Stauungen ein Dauerzustand geworden sind, verlieren die Betroffenen jegliche Lust an körperlichen oder geistigen Aktivitäten.
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Verschlechterung: in den frühen Morgenstunden und durch Wärme
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Besserung: bei kühlem Wetter, durch kalte Waschungen
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Alumina (Aluminiumoxid)
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Diese Menschen haben wenig Kraft in jeder Hinsicht. Sie sind schwach und mager. Hirnleistungsstörungen stellen sich in der zweiten Lebenshälfte bald ein. Dies zeigt sich zuerst mit schnell entstehender Erschöpfung durch nervliche Anspannung, Vergesslichkeit, depressive Verstimmungen bis hin zur echten Depression mit Schlafstörungen und anhaltender Traurigkeit. Ihre Haut und Schleimhäute sind trocken. In der Haut entstehen Risse, es bilden sich juckende Ekzeme. Chronische Verstopfung; selbst weicher Stuhl kann aufgrund der schwachen Darmtätigkeit kaum abgesetzt werden. Die Patienten leiden unter Koordinationsstörungen, welche sich in einem unsicheren Gangbild zeigen.
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Verschlechterung: morgens beim Erwachen (sie wollen gar nicht erst aufstehen), Kälte, Kartoffelgerichte
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Besserung: Spaziergänge in frischer kühler Luft, Waschen mit kaltem Wasser
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Apis mellifica (Honigbiene)
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Apathie, Gleichgültigkeit und Ungeschicklichkeit, Dinge werden einfach fallen gelassen, Ängstlichkeit, viele Tränen, Unruhe, Durstlosigkeit bei fast allen Beschwerden, Ödematöse Schwellungen (Wassereinlagerungen), seröse Absonderungen (Austritt von Lymphflüssigkeit, auch Wundwasser genannt) und Urtikaria (Nesselsucht/Quaddeln, das sind Hautveränderungen, wie wir sie nach Berührung mit Brennnesseln kennen). Brennende, stechende Schmerzen. Hochgradige Müdigkeit, großes Schlafbedürfnis, Alpträume.
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Verschlechterung: zwischen 16 und 18 Uhr; nach dem Schlafen; in geschlossenen und geheizten Räumen; durch alle Arten von Wärme, Berührung, Druck
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Besserung: im Freien; durch Abdecken, Kälte (z.B. kaltes Baden), Bewegung
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Argentum nitricum (Silbernitrat)
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Der Zustand dieser Patienten ist von Ängsten überlagert. Sie stehen unter nervöser Anspannung, sind zittrig, leiden unter Lampenfieber und Gedächtnisschwäche. Sie verlangen immerzu nach süßen Sachen, vertragen sie aber nicht und bekommen Sodbrennen und müssen Aufstoßen. Essen liegt schwer im Magen. Der Verdauungstrakt ist durch die nervliche Anspannung irritiert und reagiert mit Durchfällen, z.B. Durchfall aus Angst vor einem Prüfungsgespräch. Leider fallen diese Patienten aufgrund ihrer Nervosität auch häufig bei der Prüfung durch. Den erlernten Stoff, können sie aus Angst in der Prüfungssituation nicht abrufen. Ihr Geist ist plötzlich leer, “das Herz rutscht in die Hose“. Auch auf Reisen reagieren die Patienten wegen der Erwartungsspannung mit Durchfällen, weshalb manche Menschen vor der Abfahrt zu Beruhigungsmitteln greifen, die aber erhebliche Nebenwirkungen haben.
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Verschlechterung: durch Wärme, durch den Genuss von Süßigkeiten, nach dem Essen
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Besserung: bei kühlem Wetter
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ARNICA MONTANA (Bergwohlverleih)
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Kennzeichnend für ARNICA ist ein Zerschlagenheitsgefühl am ganzen Körper. Der Körper ist außerordentlich empfindlich, jedes Bett erscheint dem Patienten zu hart. Große Furcht vor Berührung. Der Patient schickt den Arzt weg, gibt trotz Krankheit vor, gesund zu sein. Geistesabwesenheit, Benommenheit. Der Kopf und das Gesicht sind heiß, der übrige Körper ist jedoch kühl. Fragen werden korrekt beantwortet, jedoch kann der Patient noch während der Antwort wieder in einen getrübten Bewusstseinszustand zurückfallen.
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Verschlechterung: abends und nachts, durch Hitze, durch Berührung, Bewegung oder Erschütterung
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Besserung: durch Kälte (z.B. kalte Kompressen, kurzes Bad in kaltem Wasser), durch Ruhe, ausgestrecktes Liegen mit etwas tiefer gelegtem Kopf
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BELLADONNA (Tollkirsche)
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Das Gift der Tollkirsche reizt unser gesamtes Nervensystem. Blutandrang zum Kopf mit klopfenden Kopfschmerzen und weiten Pupillen. Infekte werden von hohem Fieber begleitet, bei Sonnenstich treten die Schläfenadern hervor. Starke Schmerzen und fieberhafte Zustände mit rotem Kopf, Schüttelfrost und kalten Füßen. Der Schlaf ist unruhig und voll wirrer Phantasien. Bei chronischen Beschwerden ist vorwiegend die rechte Körperseite betroffen.
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Verschlechterung: durch direkte Sonnenhitze, durch Bewegung; Kopfschmerzen verschlimmern sich beim Bücken
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Besserung: Neuralgische Kopfschmerzen bessern sich durch Wärme; erhöhte Kopflage (halb sitzende Lagerung) bessert
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BELLIS PERENNIS (Gänseblümchen)
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Kopfschmerz vom Hinterkopf zum Scheitel, Magenschmerz nach eiskalten Getränken, Schmerzen in den Muskeln, Muskelkater, Schmerzhafte Gelenke, Furunkel, Schwellung der Haut, Berührungsempfindlichkeit, Jucken am Rücken und an der Rückseite der Oberschenkel, Verstauchungen mit großer Schmerzhaftigkeit, Wundheit der Bauchwände und des Uterus (Gebährmutter). Der Uterus fühlt sich wie gequetscht an. Bei chronischen Krankheiten ist vorwiegend die linke Körperseite betroffen, z.B. bei rheumatischen Schmerzen linke Hand, linke Hüfte, Stiche in der Milz.
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Verschlechterung: Bettwärme, heißes Bad, Kälteeinwirkung auf den überhitzten Körper
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Besserung: durch Liegen
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Borax (Natriumtetraborat)
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Festsitzende, weiße, schmerzfreie Beläge im Mund; splitterartig schmerzende Aphten. Oft sind die Schleimhäute vom Mund bis zum After gereizt und stellenweise mehr oder weniger stark entzündet. Nach dem Essen tritt Völlegefühl ein, Übelkeit und Schläfrigkeit.
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Verschlechterung: bei Abwärtsbewegung (Kinder, die auf dem Arm einschlafen, lassen sich nicht hinlegen)
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Besserung: nach dem Stuhlgang
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BRYONIA ALBA (weiße Zaunrübe)
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Der Patient ist äußerst reizbar; alles missfällt ihm, spricht im Schlaf von seinen Geschäften, Schwindel beim Heben des Kopfes, scharfe, stechende Schmerzen, äußerste Trockenheit aller Schleimhäute, starker Durst, trockener Husten, Hustenreiz beim Betreten eines Zimmers nach Aufenthalt im Freien, Verstopfung, der Stuhlgang ist hart, krümelig und trocken, Magenbeschwerden, Gefühl eines Steines im Magen, der Magen ist berührungsempfindlich, brennende und stechende Schmerzen im Abdomen (Bauchraum), Empfindlichkeit der Bauchwände. Stiche und schmerzhafte Steifigkeit im Kreuz, steifer Nacken. Rote, geschwollene und heiße Gelenke.
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Verschlechterung: durch Anstrengung; durch leichteste Bewegung oder Berührung; durch Wärme, Hitze; Sonneneinstrahlung wird nicht gut vertragen; am frühen Morgen, selbst wenn der Patient gut geschlafen hat; gegen 21 Uhr
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Besserung: durch völlige Ruhe, Liegen auf der schmerzhaften Seite, kalte Luft und kalte Anwendungen
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CALCIUM CARBONICUM (Austernschalenkalk)
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Der Patient ist voller Angst; die Angst geht vom Oberbauch aus. Patient weint bei der kleinsten Gemütsbewegung, auch Trost kann nicht helfen. Der Patient fürchtet, den Verstand zu verlieren, oder meint, dass die Leute ihn beobachten und ihm seine Angst anmerken könnten. Große Schwäche und Erschöpfung. Der Körper zittert nach den geringsten körperlichen oder geistigen Anstrengungen. Der Patient fühlt sich sehr fröstelig; die Hände und Füße sind kalt und mit klammem Schweiß überzogen. Der Patient schwitzt nachts am Hinterkopf; das Kissen ist oft nass vom Schweiß.
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Verschlechterung: durch Kälte und Feuchtigkeit, durch die geringste Anstrengung, am Abend und am Morgen, im Stehen, bei Vollmond. Kleiderdruck wird als unangenehm empfunden.
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Besserung: durch Trockenheit, warme Temperaturen, Ruhe, Dunkelheit, (stilles) Liegen im Dunklen
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Calcium fluoratum (Flussspat)
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Patienten leiden unter ängstlich-depressiven Verstimmungen mit großer innerlicher Unruhe. Sie sind überempfindlich gegen alle Sinneseindrücke und schnell ermüdet. Der Verdauungstrakt zeigt vielerlei akute Störungen, die Patienten magern ab, trotz guten Appetits. Die Augen, der Hals, die Mandeln und Lymphdrüsen, die Schilddrüse, der Magen, die Bauchspeicheldrüse, Knochen, Muskeln, Gelenke und Nerven können entzündliche Erkrankungen zeigen; so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Haut vielfach mit Symptomen reagiert. An Lidrändern entwickeln sich Gerstenkörner und an den Lippen und besonders im Genitalbereich zeigen sich Herpesbläschen. Frauen leiden unter gelblichem Ausfluss.
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Verschlechterung: durch Kälte, aber auch durch heißes schwüles Wetter
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Besserung: durch Essen
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CALCIUM PHOSPHORICUM (Calciumphosphat)
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Calciumphosphat hat einen starken Bezug zu Drüsen- und Knochenerkrankungen. Es passt besonders gut in der Pubertät und beim alten Menschen. Die Fontanellen der Kleinkinder sind zu lange offen. Knochenbrüche heilen schlecht. Kopfschmerzen bei Schulkindern, besonders bei solchen, die zu schnell gewachsen sind. Bei Wetterwechsel Kopfschmerzen, besonders schmerzen die Schädelnähte. Diese Patienten neigen zu Verkrümmungen der Wirbelsäule (Rundrücken, Hohlkreuz, Skoliose) und zu Rückenschmerzen schon bei leichten Belastungen wie z.B. An-stehen an einer Ladenkasse.
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Verschlechterung: durch Bewegung, Zugluft, Kälte, Wetter-wechsel, kalten Ostwind
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Besserung: Ruhe, Wärme
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CALENDULA OFFICINALIS (Ringelblume)
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CALENDULA ist eines der wichtigsten Mittel zur Heilung offener und rissiger Wunden. Es fördert die natürliche Granulation des Gewebes vom Wundgrund aus und bringt auch die Heilung bei älteren Verletzungen in Gang, die zuvor nicht gut heilen wollten. Es stillt Sickerblutungen besonders nach Risswunden (Zahnextraktion). Es passt bei Augenverletzungen mit schleimigen und eitrigen Absonderungen und Wunden nach Augenoperationen. Das Mittel wird gerne in tieferen Potenzen benutzt, auch als Salbe bei älteren Wunden und Hauteiterungen, sowie bei gereizten Narben nach Operationen. Die Calendula-Creme enthält weniger Fett und hat sich an den Haut-Schleimhautgrenzen bewährt wie beispielsweise Risse in den Mundwinkeln, Lippen, am After oder im Genitalbereich nach Geburten. Calendula-Gel eignet sich für die Hautbehandlung nach Sonnenbrand, kühlt, nimmt den Schmerz und fördert die Heilung.
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Verschlechterung: feuchtes, wolkiges Wetter, kalte Luft, Trinken
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Besser: langsam herumgehen oder ruhig liegen
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CANTHARIS (Spanische Fliege)
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Der Patient ist unruhig, wie getrieben, sehr nervös und unzufrieden. Er lehnt Annäherung und Berührung ab. Rasende Wutanfälle, teilweise mit Konvulsionen, zum Teil durch Berührungen ausgelöst. Ängste in der Nacht. Verursacht heftige Entzündungen sowie ein Delirium, das in seinem Erscheinungsbild auch mit Tollwutsymptomen verwechselt werden kann (Furcht vor Wasser; Krämpfe, ausgelöst durch Blick auf spiegelnde Gegenstände). Brennen in Mund, Hals und Rachen. Trotz Durstes große Schwierigkeiten beim Schlucken von Flüssigkeiten. Ständiger Harndrang und übersteigerte, exzessive Sexualität.
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Verschlechterung: Annäherung, Berührung, Wasserlassen, Hitze, helle/glänzende Gegenstände
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Besserung: Kälte und kalte Anwendungen, Reiben der betroffenen Körperteile, Ruhe
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Causticum (ein spezieller Ätzstoff, den Samuel Hahnemann für die Homöopathie aus Calciumoxid und Kaliumhydrogensulfat entwickelt hat):
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Causticum wirkt auf das zentrale Nervensystem, die Atemwege (hier besonders auf die Stimmbandmuskulatur), Harnwege, Bewegungsapparat und die Haut. Bei Erkältungs-krankheiten ist der Husten trocken, der Urin kann durch den Druck des Hustens nicht gehalten werden, ebenso geht er unwillkürlich beim Niesen oder Lachen ab. Die Haut ist sehr trocken und schuppt sich, besonders an den Unterschenkeln. Alle Hautausschläge sind trocken. Hände und Füße sind kalt und zeigen hornige Warzen, besonders in der Nähe der Finger- und Fußnägel. „Causticum-Patienten“ haben ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und setzen viel Kraft dafür ein, in diesem Sinne leben zu können. Sie würden ggf. für eine gerechte Sache demonstrieren.
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Verschlechterung: Kälte (auch bei trockener kalter Luft), Zugluft
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Besserung: Wärme und regnerisches Wetter (feuchte Luft)
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Chamomilla (Kamille)
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Der Patient ist misslaunig, leidet unter anhaltenden muskulären Schmerzen, die sich bei leichter Bewegung bessern, in Ruhe aber als reißende (rheumatische) Schmerzen wieder auftreten. Der Leib ist aufgetrieben, Blähungen können festsitzen und kolikartige Schmerzen verursachen. Es besteht ein bitterer Geschmack im Mund; das Erbrochene ist sauer. Bei der Menstruation treten kolikartige Schmerzen auf.
(Zahnende) Kinder sind weinerlich, genervt und reizbar, werfen alles durch die Gegend, was man ihnen zum Trost anbietet. Sie wissen nicht, was sie wollen; sie sind überempfindlich geworden, lassen sich nicht hinlegen. Sie müssen getragen werden, eine Wange ist rot, die andere blass.
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Verschlechterung: nachts, durch Ärger, windiges Wetter, Hitze, Kaffee
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Besserung: durch Wärme an schmerzenden Stellen, leichte fortgesetzte Bewegung der Beine (unter der Bettdecke). Kinder wollen herumgetragen werden.
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Chelidonium (Schöllkraut)
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Schmerzen (akut oder chronisch) in der Leberregion (auch in der Schwangerschaft); Gallenkoliken mit Schmerzen, die unter das rechte Schulterblatt ziehen. Als weitere Symptome des Rückstaus der Gallenflüssigkeit in die Leber: Hellfärbung des Stuhlgangs, Braunfärbung des Urins, Gelbfärbung in den Augen, Hautjucken ohne Ausschlag, bitterer Geschmack im Mund. Großes Mattigkeitsgefühl. Der Kleiderdruck im Oberbauch, besonders rechts über der Leber-Galle-Region, wird nicht ertragen. Leberentzündungen mit und ohne Gelbsucht. Warzen. Alle Erkrankungen treten eher auf der rechten Körperseite auf, so z.B. Halsentzündung, Ohrenentzündung oder auch rheumatische Beschwerden. Bei Frauen schmerzt der Eisprung nur auf der rechten Seite. Rechtsseitige Eierstocksentzündungen.
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Verschlechterung: gegen vier Uhr morgens und gegen 16 Uhr am Nachmittag; bei Wetterwechsel; durch Bewegung, durch Berührung, Kaffee, auch fettig Gebratenes, besonders wenn Mehl, Ei, Fett und Zucker zusammen kommen (süßer Pfannkuchen)
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Besserung: durch Essen verträglicher Speisen und warme Getränke (außer Kaffee)
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Coccolus (Kockelskörner):
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Übelkeit und Erbrechen durch Reizung des Zentralnervensystems (Reisekrankheit). Geistige Überanstrengung führt zu Erschöpfung und Kopfschmerzen. Ängstliche Grundstimmung. Gerüche von Speisen können Übelkeit und Erbrechen auslösen. Aus Angst und Sorge kann es zu Paniksyndromen mit Taubheitsgefühlen in Händen und Füßen kommen (Hyperventilationstetanie). Kalter Schweiß bei geringen Anstrengungen. Frauen leiden unter Regelschmerzen und unter Beschwerden in den Wechseljahren.
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Verschlechterung:
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Besserung:
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Colchicum (Herbstzeitlose): Magen-Darm-Entzündungen mit Blähbauch und kolikartigen Schmerzen. Der Blutkreislauf kann so weit absinken, dass es zu kollapsähnlichen -
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Zuständen kommt. Übelkeit wird bereits durch den Geruch von Speisen ausgelöst oder verschlimmert. Schwangerschaftsübelkeit bei Frauen, die zu Leber-Galle-Beschwerden neigen. Gelenkbeschwerden durch Erhöhung der Harnsäure mit Gichtanfällen.
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Verschlechterung: beim Mitfahren im Auto, auf Schiffsreisen, aus Sorge um die Liebsten; durch Ärger, Essensgerüche und Zigarettenqualm
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Besserung: Sobald der Reisende wieder festen Boden unter den Füßen hat.
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Colocynthis (Koloquinte)
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Plötzliche, heftige, kolikartig auftretende Krämpfe im Gedärm, die zum Zusammenkrümmen zwingen. Die Betroffenen verlangen nach einer Wärmflasche, die sie sich auf den Leib drücken. Magen-Darm-Entzündungen mit Durchfällen; Kopfschmerzen, die bei Gallenblasen- oder Gallengangsreizungen besonders rechtsseitig an der Schläfe auftreten. Übelkeit und Erbrechen, ausgelöst von den heftigen Schmerzen. Ärgerliche und reizbare Personen (galliges Temperament).
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Verschlechterung: in der Nacht; durch Kälte; bei körperlicher oder geistiger Anstrengung, bei Berührung oder Bewegung (der schmerzenden Gelenke)
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Besserung: durch Wärme und Ruhe
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Colocynthis (Koloquinte)
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Plötzliche, heftige, kolikartig auftretende Krämpfe im Gedärm, die zum Zusammenkrümmen zwingen. Die Betroffenen verlangen nach einer Wärmflasche, die sie sich auf den Leib drücken. Magen-Darm-Entzündungen mit Durchfällen; Kopfschmerzen, die bei Gallenblasen- oder Gallengangsreizungen besonders rechtsseitig an der Schläfe auftreten. Übelkeit und Erbrechen, ausgelöst von den heftigen Schmerzen. Ärgerliche und reizbare Personen (galliges Temperament).
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Verschlechterung: am späten Nachmittag (wie bei Lycopodium); durch Ärger
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Besserung: durch Wärme und Zusammenkrümmen (Kauerstellung), durch festen Druck (Wärmflasche auf die schmerzende Stelle)
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Dolichos (Juckbohne)
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Anhaltendes, unerträgliches Jucken ohne Kälte (auch bei trockener kalter Luft), Zugluft Wärme und regnerisches Wetter (feuchte Luft) nachts, Ärger, windiges Wetter, Hitze, Kaffee Wärme an schmerzenden Stellen, leichte fortgesetzte Bewegung der Beine (unter der Bettdecke); Kinder wollen herumgetragen werden. Hautausschlag. Dies tritt besonders bei Menschen auf, in deren Haut sich durch ein Leber-Gallen-Problem gleich welcher Art Gallensäuren abgelagert haben. Auch bei Schwangerschaften kann es (zeitweise) durch die Umstellung des Stoffwechsels zu Juckattacken kommen, die durch Dolichos gebessert werden.
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Verschlechterung: Obstipation (Stuhlverstopfung)
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Besserung: keine Angaben
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EUPATORIUM PERFOLIATUM (Wasserhanf)
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Schmerzen kommen und gehen plötzlich. Starke Schmerzen in den Knochen, als seien diese gebrochen. Gequetschtes Gefühl des gesamten Körpers. Knochenschmerzen vor und während des Fröstelns bei Fieber. Heftige Kopfschmerzen. Der Patient ist sehr durstig, jedoch kommt es häufig zu (Galle-)Erbrechen durch das Trinken von Wasser. Spärlicher Schweiß. Bei Grippe kommt ein schmerzhaftes, wundes Gefühl in den Augäpfeln hinzu, häufiges Niesen, stakkatoartiger Husten, starke Erschöpfung. In Knie-Ellenbogen-Lage kann besser abgehustet werden.
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Verschlechterung: Kälte, kalte Luft, nachts, Bewegung, Husten, Liegen auf dem betroffenen Körperteil, Geruch oder auch nur Anblick von Speisen
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Besserung: Erbrechen, Einsetzen der Schweißsekretion, Knie-Ellenbogen-Lage
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Ferrum phosphoricum (Verbindung aus Eisen (Ferrum) und Phosphat (Phosphoricum)
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Dieses Arzneimittel passt bei vielen Infektionskrankheiten (auch Kindererkrankungen mit Ausschlä-gen), bei denen die Kranken nicht extrem hohes Fieber entwickeln. Es passt auch in der zweiten Phase von fieberhaften Erkrankungen, in denen das hohe Fieber bereits abgeklungen ist, aber nicht gänzlich weichen will (subakutes Fieber). Der Magen-Darm-Trakt ist empfindlich mit Neigung zu Aufstoßen, Erbrechen und Durchfällen. Wandernde Schmerzen durchziehen Muskeln und Gelenke.
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Verschlechterung: nachts und besonders in den frühen Morgenstunden, bei Bewegung
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Besserung: Ruhe
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Graphites (Reißblei)
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Graphites wirkt auf die Haut, Haare und Nägel, bei der Haut besonders auf die äußeren Schichten. Die Hornhaut nimmt eine grau-schwärzliche Farbe an. Die Patienten gehören zu den ruhigen, behäbigen Typen, mit Neigung zu Unterfunktion der Schilddrüse. Sie leiden unter einer unreinen Haut, die stellenweise tiefe Risse und Furunkel zeigt. Lidrandentzündungen mit Gerstenkörnern an den Augen, Risse an den Ohren, an Händen und Füßen, besonders an den Handflächen, Fußsohlen und den Fersen. Die Risse durchdringen die ganze Hornhaut bis in die tiefen Hautschichten, schmerzen sehr und heilen schlecht, da die Hornhaut wenig durchblutet ist.
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Verschlechterung: nachts und morgens beim Erwachen. Bei Frauen verschlechtern sich Beschwerden während und nach der Regelblutung.
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Besserung: durch Wärme, durch Essen; bei manchen Patienten durch Ruhe, aber bei anderen auch durch Bewegung und frische Luft
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HEPAR SULFURIS CALCAREUM (Kalkschwefelleber)
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HEPAR passt bei frösteligen Patienten mit unreiner Haut und Neigung zu Drüsenschwellungen. Alle Wunden eitern leicht. Selbst bei einem banalen Schnupfen entstehen eitrige Krusten und geschwürige (ulcerierende) Wunden an den Nasenlöchern. Das Wundsekret riecht wie alter Käse. Die Wunden schmerzen stechend und bluten leicht. Die Patienten sind kaltschweißig und wollen immer ganz zugedeckt sein. Selbst der Kopf muss eingehüllt werden.
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Verschlechterung: Kalte Luft, Berührung der kranken Teile
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Besserung: Einhüllen in warme Tücher, Kopfbedeckung, Essen
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HYPERICUM PERFORATUM (Johanniskraut)
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Unerträgliche Nervenschmerzen. Die Schmerzen schießen blitzartig in den Bereich der Verletzung ein. Kopfschmerzen mit dem eigenartigen Gefühl, hoch in die Luft gehoben zu werden. Angst, aus der Höhe zu fallen. Klopfende und zum Teil stechende Kopfschmerzen, Verwirrtheit, äußerste Empfindlichkeit gegen Berührung. Die verletzten Körperteile sind sehr schmerzhaft. Nervenentzündung (Neuritis).
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Verschlechterung: bei Wetterwechsel, durch feucht-kaltes Wetter, im Nebel, in engen Räumen, durch geringste Bewegungen oder Berührungen, durch Erschütterung oder geringsten Luftzug
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Besserung: den Kopf nach hinten beugen, auf dem Bauch liegen
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IGNATIA (Ignatiusbohne)
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IGNATIA ist das “Mittel der Wahl” bei Liebeskummer und Heimweh. Rascher Stimmungswechsel, Launenhaftigkeit. Der Patient seufzt auffallend häufig. Widersprüchliche Zustände: Halsschmerzen bessern sich z.B. beim Schlucken von eher „harten“ Nahrungsmitteln, während das Schlucken von Brei oder Milch die Schmerzsymptomatik verschlechtert. Der Patient lehnt Stimulantien (z.B. Kaffee) ab, weil diese den nervösen Zustand verschlechtern. Häufig Schluckauf-Anfälle. Die Schmerzen wechseln rasch ihren Ort, wandern umher. Oft Muskelzuckungen, vor allem im Gesichtsbereich. Schmerzen, z.T. bohrenden Charakters, an kleinen, umschriebenen Stellen. Der Patient sieht alles schwarz, ist hoffnungslos, fühlt sich überlastet. Er weint, fängt dann aber plötzlich - scheinbar grundlos - an zu lachen.
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Verschlechterung: durch Kummer, Stress, Gemütsbewegungen,
Kälte, Bewegung, Geräusche und starke Gerüche
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Besserung: durch Ruhe, Wärme, Schlaf, Druck, Reisen, Liegen auf der kranken Seite
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Ipecacuanha (Brechwurzel)
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Ipecacuanha wirkt stark auf den Verdauungstrakt und auf die Atemwege. Aus der Schulmedizin ist Ipecacuanha-Sirup bekannt, der Erbrechen herbeiführen soll, falls etwas Falsches gegessen wurde. In homöopathischer Aufbereitung passt Ipecacuanha bei Magen-Darm-Infekten (Brechdurchfall), besonders nach Genuss von zu viel Eis, Obst oder fettigen Speisen. Die Zunge zeigt keinen Belag. Ipecacuanha passt auch bei Keuchhusten und ähnlichen Zuständen, bei denen durch würgenden Husten Brechreiz hervorgerufen wird. Die Patienten sind missmutig, reizbar und fühlen sich sehr elend. Durch Erbrechen tritt keine Besserung der Übelkeit ein. Die Augen sehen verquollen aus. Auffällig ist die Periodizität von Beschwerden: Sie kommen jeden zweiten Tag.
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Verschlechterung: durch Bewegung und jede Form von extremer Wärme oder starker Kälte, durch Feuchtigkeit (feucht-kaltes Wetter)
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Besserung: durch Ruhe, frische Luft und Wärme
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Kalium bichromicum (Kaliumdichromat)
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Kalium bichromicum ist charakterisiert durch fadenziehende oder feste grünliche Schleimabsonderungen und Krusten, die von der erkrankten Schleimhaut im Atemtrakt abgestoßen werden. Sie können aus den Nasennebenhöhlen kommen, aus dem Rachen, weit von unten aus dem Kehlkopf oder aus den Bronchien. Falls die Nasennebenhöhlen betroffen sind, stellen sich Kopfschmerzen ein, die beim Bücken schlimmer werden. Auch die Rachenmandeln können dick geschwollen und entzündet sein; statt eitriger Beläge sitzt nur fester Schleim darauf.
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Verschlechterung: zwischen 3 und 5 Uhr nachts (Patient wacht durch Beschwerden auf), durch Kälte, durch Biertrinken
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Besserung: durch Wärme, frische Luft, Essen und Bewegung
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Lachesis (frisches Gift der Buschmeisterschlange)
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Das Gift dieser Schlange hat eine Wirkung auf den gesamten Organismus des Menschen, da es über Veränderung des Blutes alle Organe erreicht. Die kleinsten Blutgefäße, die Kapillaren, werden geschädigt, alle Entzündungen sind blaurot gefärbt und können in Geschwüre mit dunklem Wundgrund übergehen. Wir begegnen diesen Zuständen bei älteren Patienten mit Unterschenkelgeschwüren, die nicht heilen wollen. Die linke Körperseite ist häufiger betroffen, die Patienten schlafen sich in die Verschlimmerung ihrer Beschwerden hinein, d.h. sie wachen mit (stärkeren) Schmerzen auf, obwohl der Schlaf ungestört war. Im Rahmen der Selbstmedikation sollte mit Lachesis zurückhaltend umgegangen werden. Sprechen akute Krankheitssymptome für Lachesis, ist die Beschwerdesymptomatik meist so heftig, dass die Betroffenen sich auf den Weg zum Arzt machen. Für die erste Hilfe ist es jedoch zweckmäßig, Lachesis im Hause zu haben. Die Leidenden sind sehr aufgeregt und reden pausenlos. Sie haben Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen wie Frauen in den Wechseljahren. Sie können unter heftigen Schmerzen im Ohr, im Rachen oder in bereits bestehenden Wunden leiden. Die Patienten können nichts Enges um den Hals oder um den Leib vertragen, fühlen Schwere auf der Brust und das Herz kräftig pochen.
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Verschlechterung: beim Erwachen, Sommerhitze, jede Form von Wärme, auch zu warme (enge) Kleidung, warme Bäder; durch Ruhe, alkoholische Getränke; durch Verzögerung der Regelblutung oder die Unterdrückung der Regelblutungen als Folge von Entfernung der Gebärmutter
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Besserung: durch frische kühle Luft, Bewegung, Entladung der Gefühle durch einen Redeschwall
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LEDUM PALUSTRE (Sumpfporst)
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Allgemeiner Mangel an Lebenswärme; dennoch wird Bettwärme vom Patienten als unangenehm empfunden. Der Patient fühlt sich kalt an. Schmerzen werden durch kalte Anwendungen gebessert. Kalte Schwellung des verletzten Körperteils. Der Patient ist ängstlich, gereizt und abweisend.
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Verschlechterung: nachts; durch Wärme, Bettwärme, Bewegung
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Besserung: durch Kälte, kalte Bäder (z.B. Fußbäder), Ruhe
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Mercurius solubilis (Quecksilbergemisch)
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Die unterschiedlichen für die homöopathische Therapie aufbereiteten Quecksilberpräparate unterscheiden sich in den Wirkungen nur unwesentlich. Am gebräuchlichsten ist das von Hahnemann eingeführte Mercurius solubilis, das zum Bestand einer Haus- und Notfallapotheke gehören sollte. Mercurius wirkt über das Zentralnervensystem in nahezu alle Körperbereiche hinein. Die Erkrankten haben einen Metallgeschmack im Mund und fühlen sich wie vergiftet. Die Entzündungen im Mund sind heftig, die Schmerzen strahlen bis in gesunde Zähne hinein, die Kieferknochen schmerzen, Entzündungen können auf benachbarte Körperstrukturen übergreifen und sogar Knochensubstanz in Mitleidenschaft ziehen. Es besteht übler Mundgeruch und Speichelfluss und es zeigt sich eine dick geschwollene, schwammige Zunge mit Rissen und Flecken (Landkartenzunge) und Zahneindrücken an den Rändern. Die Temperatur muss gemäßigt sein; das Bett darf nicht zu warm, die Luft nicht zu kalt sein. Die Erkrankten schwitzen nachts, der Schweiß ist klebrig und gelblich. Entzündungen sind ätzend schmerzhaft und neigen zu Vereiterungen oder Geschwürbildungen.
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Verschlechterung: durch Kälte und Wärme, Bettwärme, nasskaltes Wetter
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Besserung: durch moderate Temperaturen
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Mezereum (Seidelbast):
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Mezereum wirkt vornehmlich auf die Haut und das periphere Nervensystem, dadurch sind auch Muskeln, Sehnen und Gelenke mit ziehenden Schmerzen mit betroffen. Auf der Haut zeigen sich stark juckende Ausschläge, aus denen klebrige eitrige Sekrete austreten können, auch im Gesicht, sogar im behaarten Kopfbereich. Besonders ist die zarte Haut rund um die Augen betroffen. Bläschen und Krusten im Verlauf eines Nervs (Gürtelrose). Die Schmerzen sind heftig, stechend oder ziehend, auch bisweilen zuckend. Weder Lagewechsel, noch Wärme oder Kälte bringen Besserung für neuralgische Beschwerden. Nachfolgend Taubheitsgefühle im Verlauf der befallenen Nerven. Neuralgische Beschwerden der Gesichtsnerven (Trigeminusneuralgie). Ziehende Schmerzen in den Zähnen und im Bereich der Rippen, so dass man fälschlicher Weise an einen Herzinfarkt denkt, wenn diese Schmerzen linksseitig im Brustkorb auftreten.
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Verschlechterung: Kälte, nachts in der Bettwärme, schon durch leichteste Berührung
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Besserung: keine Angaben
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Natrium chloratum (identisch mit Natrium muriaticum) (Kochsalz):
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Immer wieder müssen Homöopathen den Einsatz von potenziertem Kochsalz gegen Kritiker der Homöopathie verteidigen. Diese Arznei wird für überflüssig gehalten, weil Kochsalz täglich dem Essen beigemischt wird. In der Homöopathie wird dem potenzierten Kochsalz jedoch große Bedeutung zugeschrieben, insbesondere als Arznei bei stillem Kummer. Die Tränen fließen nur, wenn die Patienten alleine sind. Sie nehmen ihren Kummer mit in ihre Einsamkeit, weinen lautlos in ihr Kopfkissen. Die Tränen kommen unwillkürlich, sie können nicht zurückgehalten werden. Auch sonst sind die Patienten verschlossen, sind Pessimisten, neigen zu Mangelernährung, sind kraftlos, magern von oben nach unten ab. Viele Symptome zeigen sich in der Mittellinie des Körpers: kleieartige feine Schuppen am Haaransatz der Stirn, Schuppenflechte am Hinterkopf und im Nacken, Herpes am Mund, Risse in der Mitte der Unterlippe, Sodbrennen, Heißhunger gefolgt von Völlegefühl im Magen nach wenigen Bissen Nahrung. Blasenschwäche, Ausfluss (Fluor alba = Weißfluss) und andere Erkrankungen im Genitalbereich.
Die Schleimhäute der oberen Atemwege sind erkrankt, oft chronisch entzündet, bei Schnupfen stellt sich Nasenbluten ein. Es gibt Hals- und Rachenentzündungen, wobei die Geruchs- und Geschmackssinne getrübt sind. Viel Durst und Verlangen nach salzigen Speisen; Erwachsene salzen alles nach, Kinder verlangen nach Butterbrot mit Salz.
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Verschlechterung:in den sonnigen Monaten (Frühjahr bis Herbst), am Meer, durch direkte Sonneneinstrahlung, durch Hitze, durch Trost bei stillem Kummer, durch körperliche und geistige Anspannung. (Am Meer kann auch erst eine Besserung von Beschwerden eintreten, die Verschlechterung kommt dann einige Wochen nach der Rückkehr.)
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Besserung: im Freien, im Schatten
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Nux vomica (Brechnuss)
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„Nux-vomica-Patienten“ sind vollblütige, leicht reizbare Menschen, die ein rastloses Leben führen („Manager“). Sie essen gerne viel und deftig, trinken Alkohol und sind auch anderen Stimulantien gegenüber nicht abgeneigt. Sie schimpfen, sind aber nicht nachtragend, füllen sich aus Frust den Magen. Sie neigen zu muskulären Verspannungen. Die Patienten können nicht einschlafen und bleiben wach wegen Gedankenzufluss. Wenn die Nerven „blank liegen“, kann der „Nux-vomica-Patient“ plötzlich sehr empfindlich werden und kaum noch etwas vertragen, sei es Stress oder seien es Speisen, die er früher in großen Portionen verschlingen konnte. Er leidet unter Sodbrennen, Völlegefühl, Magenschleimhautent-zündungen, Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Entzündungen mit Blähungskoliken, Verstopfung, Hämorrhoiden.
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Verschlechterung: morgens und nach üppigen Mahlzeiten; durch Ärger und Zorn; nach geistiger Anstrengung; durch Genussmittel wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten
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Besserung: abends und in wohliger Wärme
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Oleander
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Herz-, Haut- und Darmerkrankungen. Die Patienten wirken nervös und angespannt. Die Anspannung kann zu depressiven Stimmungen mit Herzbeklemmungen mit deutlichem Herzklopfen und Ängsten führen, aber auch zu Wutausbrüchen. Schlaflosigkeit kommt ebenso vor wie Schlafsucht, aus der die Patienten kaum erwachen wollen. Nässende Ekzeme, die bei Kleiderwechsel vermehrt jucken, und schuppige, ebenfalls stark juckende krustige Ausschläge auf der Kopfhaut. Hitzegefühle mit gleichzeitig kalten Händen und Füßen. Wechselnde Verdauungsbeschwerden: mal Verstopfung mit kolikartigen Schmerzen, mal explosiv einsetzende Durchfälle mit aufgetriebenem Leib.
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Verschlechterung: durch Zitrusfrüchte, auch zugesetzte Säuren in Lebensmitteln
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Besserung: keine Angaben
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Opium
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Benommenheit, der Patient ist kaum zu wecken. Geringe Schmerzempfindung. Lähmung der Verdauungstätigkeit, daher starke Verstopfung ohne Stuhldrang; aufgeblähter Leib ohne Schmerzen; Harn geht unwillkürlich ab. Da bei Operationen Opiate zur Schmerzbekämpfung gegeben werden müssen, können derartige Symptome bei den frisch operierten Patienten auftreten oder auch noch längere Zeit nach einer Operation bestehen bleiben.
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Verschlechterung: im Schlaf (Angstträume), nach dem Schlaf (Nachwirkung der schlechten Träume); durch Wärme
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Besserung: durch kühle, frische Luft
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Petroleum
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Dieses Erdölpräparat zeigt im Arzneimittelbild viele Hautsymptome, auch Schuppenflechte und Herpeserkrankungen (z.B. Lippenbläschen oder Herpesbläschen im Genitalbereich). Auf trockener, rauer Haut bilden sich Risse, die sogar bluten können, und nässende Ekzeme. Das Nervensystem ist gereizt, sodass das Schwanken eines Schiffes oder kurvenreiche Autofahrten mit Übelkeit und Erbrechen quittiert werden. Auch in der Schwangerschaft kann es zu anhaltendem Erbrechen kommen, besonders wenn eine Überempfindlichkeit gegen Dieselgeruch besteht (Fahren hinter einem LKW, der nicht überholt werden kann). Es besteht Neigung zu Heißhungerattacken, Magenschleimhautreizungen und zu Durchfällen.
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Verschlechterung: im Winter, überhaupt durch Kälte, beim (Mit)fahren im Auto, auf Schiffsfahrten
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Besserung: durch trockene Wärme (Ofenwärme)
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PHOSPHORUS (Gelber Phosphor)
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PHOSPHORUS begegnet uns bei Patienten mit Blutungsproblemen. Sie fallen durch häufiges Nasenbluten ohne jeglichen oder bei nur geringem Anlass auf. Sie haben leicht blaue Flecke ohne zu wissen, wo sie sich gestoßen haben. Die Qualität des Blutes dieser Patienten ist nicht optimal zusammengesetzt, die Blutgefäße sind fettig degeneriert und reißen daher leichter ein. Die Patienten haben dieses Blutungsproblem im ganzen Körper, in allen Organen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass offene Verletzungen dieser Patienten lange und hellrot bluten und Blutergüsse unter der Haut besonders ausgedehnt sind und ein erschreckendes Ausmaß annehmen können. Angst in der Dunkelheit, beim Alleinsein und bei Gewitter. Viel Durst, Verlangen nach kalten Getränken und scharf gewürzten Speisen.
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Verschlechterung: abends, nachts, durch Kälte, durch Alleinsein, Aufregung und körperliche und geistige Anstrengungen; nach Schwangerschaften (Geburt); durch Liegen auf der linken Seite
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Besserung: Ruhe und Schlaf, Nähe vertrauter Personen, Handhalten
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Phytolacca (Kermesbeere)
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Kennzeichnend für Phytolacca sind Entzündungen der Drüsen. Das können die Drüsen im Bereich des Mundes und des Rachens sein, besonders dann, wenn die Tonsillen (Rachenmandeln) mit erkrankt und geschwollen sind und Schmerzen zu den Ohren ziehen. Nach Entfernung der Rachenmandeln entwickeln sich Seitenstrangentzündungen. Aber auch Entzündungen der Brustdrüsen, der Bauchspeicheldrüse und der Keimdrüsen (Hoden und Eierstöcke) gehören zum Arzneimittelbild von Phytolacca.
Die Patienten leiden unter rheumatisch schmerzenden Muskeln, Sehnen und Gelenken und dem Gefühl von Zerschlagenheit und Müdigkeit in allen Gliedern, als wären sie von einer Grippeinfektion erfasst. Sie bekommen Schweißausbrüche und haben ziehende Schmerzen in der Nierengegend, im Rücken unter den Rippenbögen.
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Verschlechterung: nachts; bei Bewegung, bei nasskaltem Wetter; durch Kälte. Warme Getränke verschlimmern die Halsschmerzen.
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Besserung: durch feucht-kühle Umschläge (Quarkwickel bei Brustentzündung), durch kühle Getränke bei Halsweh
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Podophyllum (Maiapfel)
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Das Arzneimittelbild beschreibt heftige gussartige Durchfälle (Entleerung im Strahl/ Hydrantenstuhl) mit unverdauten Speisestücken sowie mit schleimigen und blutigen Beimengungen. Die Durchfälle stinken sehr und werden von einem großen Schwächegefühl mit Leeregefühl im Bauch begleitet. Der Enddarm kann vorfallen (Rectumprolaps) und chronische Beschwerden bereiten, sodass er bei jedem Stuhlgang reponiert werden muss (wozu die Patienten von ihrem Arzt angeleitet werden). Frauen können unter einer Gebärmuttersenkung leiden. „Podophyllum-Patienten“ neigen zu Leber- und Gallenleiden und können Gallensteine entwickeln. Schwangere und kleine Kinder sollten keine tiefen Potenzen einnehmen (Gefahr der Erstverschlimmerung). Podophyllum D12 dürfte keine Probleme verursachen.
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Verschlechterung: ab 3 Uhr morgens, bei heißem Wetter
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Besserung: am Abend, durch Wärmeauflage auf schmerzende Stellen
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Pulsatilla (Wiesenküchenschelle)
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Pulsatilla gehört zu den tiefgreifenden Mitteln, die über das Zentralnervensystem wirken und besonders Verwendung bei Kindern und Frauen finden. Daraus erkennen wir schon, dass das „männlich–harte“ nicht zu Pulsatilla passt. Es sind eher „mimosenhafte“ Charaktere, die leicht (Mitleid erregend) weinen, sich nicht entscheiden können, viel Trost suchen und nicht gern alleine sind. Bei falscher Ernährung entwickeln sich Magen-schleimhautentzündungen. Schwangere leiden unter Erbrechen. Die Patienten sind fröstelig und neigen zu kalten Füßen. Trotzdem ertragen sie keinen warmen Raum, drehen die Heizkörper herunter. Sie verlangen nach frischer Luft, trinken wenig, und fallen dadurch auf, dass sie nicht einmal bei Fieber Durst haben. Sie mögen keine fetten, stark gewürzten Speisen, bevorzugen milde Kost. Die Absonderungen aus ihren Körperöffnungen sind dicklich, cremig, sahnig mild, und machen die umgebenden Hautstellen nicht wund (milder Schnupfen). Ohrenentzündungen können chronisch werden und nach Pulsatilla als Folgemittel Kalium sulfuricum benötigen. Alle Schleimhäute sind trocken, wenn sie nicht das dickliche Sekret absondern. Auch die Zunge ist trocken und belegt. Magen- Darm- Katarrhe mit Völlegefühl und/oder Brechreiz kommen vor. „Pulsatilla-Kinder“ lassen ihre Mütter ungern los. Sie suchen ständig die Nähe einer schützenden, vertrauten Person.
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Verschlechterung: abends; durch fettes Essen (Sahne, Butter); durch Wärme. Frauen leiden verstärkt vor und während der Regelblutung unter ihren Beschwerden.
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Besserung: Trost bessert schnell den Kummer, Beschwerden werden in frischer Luft besser (Zimmer lüften, Spazieren gehen).
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RHUS TOXICODENDRON (Giftsumach)
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Ruhelosigkeit, ständiges Wechseln der Position. Der Patient ist angespannt und steif, unfähig, sich zu entspannen. Er ist wütend, traurig und gereizt. Zerrung von Muskeln und Sehnen, besonders durch Überheben oder infolge von Überstreckung. Rheumatische Erkrankungen. Die Schmerzen sind schlechter in Ruhe und zu Beginn einer Bewegung, bessern sich jedoch durch fortgesetzte Bewegung. Reißende Schmerzen in den Bändern und Sehnen, z.T. Schmerzen, als würden die Knochen mit einem Messer abgeschabt. Lähmende Schwäche mit Schweregefühl und Taubheit, insbesondere in den Beinen. Kalte Luft wird nicht vertragen und führt zu Schmerzen in Haut, Muskeln und Gelenken. Trockene, rote, rissige und belegte Zunge, nur an der Zungenspitze bleibt ein kleines rotes Dreieck ausgespart. Alle Absonderungen sind scharf und stinkend. Hautausschläge sind ekzemartig, scharf und brennend, verursachen starken Juckreiz.
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Verschlechterung: in Ruhe, durch Kälte, nasses und regnerisches Wetter, durch feuchte Umschläge, nach Durchnässung, in der Nacht, vor Stürmen, während des Schlafes, beim Liegen auf dem Rücken oder auf der rechten Seite
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Besserung: warmes und trockenes Wetter, Bewegung, warme Anwendungen, Strecken der Glieder
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RUTA GRAVEOLENS (Weinraute)
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Beschwerden durch Überanstrengung, insbesondere der Beugesehnen. Überanstrengung der Augen, häufig verursacht durch angestrengtes Lesen von Kleingedrucktem oder Näharbeiten, Steifheitsgefühl um die Augen. Schmerzhafte Sehnen. Alle Körperteile sind wie zerschlagen (vergleiche ARNICA MONTANA). Gefühl von großer Erschöpfung. Die Körperteile, auf denen man liegt, fühlen sich lahm und gequetscht an. Beim Aufstehen vom Stuhl sinken die Beine zusammen, da sie derart schwach sind. Stuhlgang kann nur durch starkes Pressen entleert werden.
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Verschlechterung: Hinlegen, Liegen auf der kranken Seite, nass-kaltes Wetter
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Besserung: Liegen auf dem Rücken, Wärme, Bewegung
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Sepia (Tintenfisch)
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Als Arznei dient die Tinte dieses Tieres. Sepia gilt als Frauenmittel, wobei diese Frauen als harte „Workaholics“, als „Karrierefrauen“, angesehen werden. Dabei schrecken sie nicht davor zurück, sich mit „spitzer Zunge“ ihren Weg zu bahnen. Sie setzen sich sehr bei ihrer Arbeit ein, sind sportlich und musikalisch und wollen alles zur Zufriedenheit der Vorgesetzten erledigen. Krank werden sie, wenn man am Arbeitsplatz mehr von ihnen verlangt, als zu schaffen ist. Auch wenn in der Familie immer mehr von ihnen verlangt wird, fallen sie aus der Rolle, werden reizbar und zickig, besonders vor der Regelblutung. Sie weinen in der Sprechstunde beim Arzt, wenn sie von ihren Problemen sprechen. Häufige Beschwerden sind Schwindel, ein Kloßgefühl im Hals (Schilddrüse), ein Leeregefühl im Magen mit Verlangen nach sauren Speisen. Leberkrankheiten, Blähbauch, Magenschleim-hautreizungen, Schwangerschaftserbrechen, Gebärmuttersenkung, Harninkontinenz, Scheidenentzündungen, Krampfadern und kalte Füße (Hände sind warm). Die Haut neigt zu Herpesbläschen, besonders von der Oberlippe zur Nase hin. Die Patienten können unter Schuppenflechte leiden. In der Mitte ihres Lebens bekommen sie Wechseljahrsbeschwerden mit Hitzewallungen, Schlafstörungen und Migräne. Plötzlich setzen Blutungen unerwartet wieder ein und versetzen die Patientin in Angst und Schrecken.
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Verschlechterung: Akute Beschwerden werden schlechter durch Kälte, vor und während der Regel, in oder nach einer Schwangerschaft, durch Geschlechtsverkehr.
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Besserung: durch Wärme, durch Einhüllen des Kopfes bei Kopfschmerzen; durch Bewegung, besonders durch Tanzen; in frischer Luft
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Silicea (Kieselsäure)
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„Silicea-Patienten“ verfügen über eine schwächliche Konstitutiuon. Sie frösteln häufig, neigen zu nässenden Ekzemen, kalten säuerlich riechenden Schweißabsonderungen, chronischen Entzündungen auch des Mittelohres, Eiterungen, Fisteln und Furunkeln. Der Leib ist aufgebläht, Blähungen stinken faulig und der harte Stuhlgang (kleine runde Kugeln) kann nicht abgesetzt werden; er „schlüpft“, gleitet in den Darm zurück. Babys sind auffallend zart, „dünnhäutig“ und anfällig für Erkältungserkrankungen. Als Kleinkinder sind sie starrsinnig, geben nur scheinbar nach und machen dann doch, was sie wollen. „Silicea-Patienten“ wird ein schwaches Knochensystem und schwaches Bindegewebe zugeschrieben mit Störungen des Haar- und Nagelwachstums. Frauen entwickeln breite Schwangerschafts-streifen.
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Verschlechterung: abends und nachts. Akute Beschwerden werden schlechter durch Kälte.
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Besserung: durch Wärme und Einhüllen in warme Kleidung. Besonders gut helfen Mützen auch im Haus (auch im Bett) bei Kopf- und Ohrenschmerzen
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STAPHISAGRIA (Samen von Stephanskraut)
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Der Patient ist sehr sensibel; nervöse Beschwerden mit ausgeprägter Reizbarkeit. Plötzliche Wutausbrüche. Zittern, besonders nach Gemütsbewegungen. Außergewöhnliche Schmerzhaftigkeit von (frischen) Operationswunden (Bauchoperation, Zahnoperation etc.). Wiederkehrende Gersten- oder Hagelkörner am Auge. Schlechte Zähne; die Zähne sind schwarz und zerbröckeln. Es gibt STAPHISAGRIA-Patienten, deren Zähne z.T. schon im Babyalter kurz nach der frisch erfolgten Zahnung wieder ausfallen. Manche homöopathische Autoren bringen das mit dem mangelnden „Biss“ im Leben der STAPHISAGRIA-Patienten in Verbindung. Verletztes Ehrgefühl; der Patient ist jedoch nicht in der Lage, sich adäquat zu verteidigen (z.B. jahrelange, demütigende Beziehungen, die aber trotzdem weitergeführt werden). Die STAPHISAGRIA-Pathologie entwickelt sich daher oft als Folge jahrelang unterdrückten Ärgers und Kummers. Häufiges Schwelgen in sexuellen Vorstellungen; der Patient ist sexuell leicht erregbar. Masturbation mit nachfolgend schlechtem Gewissen. Reizblase bei jungen, frisch verliebten Frauen mit häufigem sexuellem Kontakt (Honeymoon-Zystitis). Ekzem an Kopf, Ohren, Gesicht und Körper. Kratzen verändert den Ort des Juckens.
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Verschlechterung: durch Ärger, Demütigung und Kummer, durch Denken an die Beschwerden; durch Verlust von Körperflüssigkeiten, Kälte, Tabakgenuss geringste Berührung der erkrankten Körperteile, Onanie, sexuelle Exzesse
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Besserung: nach dem Frühstück, durch Wärme, (Nacht-)Ruhe
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Sulfur (Schwefel)
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Im Arzneimittelbild wird eine Beziehung zu nahezu allen Körperbereichen erkennbar. Es ist auffällig, dass gegensätzliche Prüfsymptome beschrieben werden. So müssen wir bei der Verwendung von Sulfur besonders die konstitutionellen Merkmale beachten: Ein „Sulfur-Patient“ hat immer irgendwelche Probleme mit der Haut. Selbst wenn keine Ausschläge erkennbar sind, juckt die Haut und dünstet unangenehmen Geruch aus. Auch wenn der Patient sich sehr pflegt, muss man den Raum lüften, in dem er sich aufgehalten hat. Er hat meist eine hagere Statur, obwohl er viel Süßes isst und gern fettes Fleisch isst. Morgens haben „Sulfur-Typen“ noch keinen Appetit, aber um 11 Uhr setzt ein flaues Gefühl im Magen ein, der „11 Uhr-Hunger“, und sie müssen sofort etwas essen, damit das unangenehme Gefühl vergeht. Der „Sulfur-Patient“ mag gerne Schweinebauch, Eisbein, fetten Schinken. So kann er auch einen fülligen Körperbau entwickeln. Ob dünn oder dick, in jedem Fall haben Sulfur-Patienten sehr rote, brennend schmerzende Schleimhäute und ein auffällig rotes Gesicht. Sie gehören zu den Intellektuellen, die gerne theoretisieren und es mit der Ordnung nicht so genau nehmen. „Sulfur-Patienten“ hängen lieber ihren Gedanken nach, als ihren beruflichen Pflichten nachzugehen. Eine „Sulfur-Frau“ richtet sich nicht nach der Mode. Kleidung ist ihr egal, diese kann von „vorgestern“ sein, Flecken oder Löcher haben, Hauptsache, sie erfüllt ihren Zweck. Die „Sulfur-Frau“ kann aber auch einen eigenen auffälligen Kleidungsstil zeigen, an dem sie leicht zu erkennen ist.
„Sulfur-Patienten“ leiden unter Gelenkbeschwerden und Schlafstörungen. Sie werden bei jedem kleinen Geräusch wach („Katzenschlaf“) und strecken ihre Füße nachts unter der Bettdecke hervor, weil sie zu heiß sind oder die Fußsohlen brennen.
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Verschlechterung: um 11 Uhr morgens (Schwächegefühl im Magen); durch Waschen und Baden, durch Bettwärme, in Ruhe, bei längerem Stehen
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Besserung: bei trockenem, warmem Wetter; durch leichte Bewegung
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SYMPHYTUM OFFICINALE (Beinwell, Beinwurz)
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Schlecht heilende Knochenbrüche, prickelnde, stechende Schmerzen, empfindliche Knochenhäute. Heilt Wunden des Augapfels. Schmerzen in den Augen nach Augenoperationen; der Schmerz zieht am Nasenbein herab. Dem klebrigen Wurzelsaft dieser Pflanze wird in alten Schriften zugeschrieben, dass er gebrochene Knochen und klaffende Wunden zusammenzuziehen vermöge. SYMPHYTUM folgt gut auf ARNICA, um die end-gültige Heilung einer Knochenverletzung zu bewirken.
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Verschlechterung: Berührung, heftige und ruckartige Bewegung
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Besserung: keine Angaben
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Tabacum (Tabak)
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Charakteristische Kennzeichen für Tabacum sind Übelkeit mit Speichelfluss und Erbrechen. Magen-Darm-Krämpfe mit Durchfällen, begleitet von Kopfschmerzen, eiskaltem Schweiß und Schwindel. Es können aber auch krampfartige Schmerzen in der Herzgegend auftreten, die den Symptomen von Angina pectoris und Herzinfarkt ähnlich sind.
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Verschlechterung: durch geringste Bewegung, selbst durch das Öffnen der Augen; durch Kälte oder Wärme
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Besserung: in frischer Luft
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Taraxacum (Löwenzahn)
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Dieses Arzneimittel wirkt besonders auf den Magen-Darm-Trakt, sowie auf Leber und Galle und regt die Harnausscheidung an. Die Zunge ist weiß-fleckig auf rotem Grund (Landkartenzunge). Appetitlosigkeit, Magenschleimhautentzün-dungen, Leber- und Gallenentzündungen und rheumatische Beschwerden am ganzen Körper gehören ins Arzneimittelbild.
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Verschlechterung: im Sitzen und im Liegen
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Besserung: bei leichter Bewegung (Gehen)
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Thallium
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In der Homöopathie werden mehrere Thalliumpräparate verwendet, die aber vergleichbare Wirkungen auf die Haut, den Knochenstoffwechsel und das Nervensystem haben. Die Patienten neigen zur Abmagerung und bieten bezüglich ihres „Nervenkostüms“ die ganze Palette der Stimmungsschwankungen. Sie sind leicht reizbar und erregt, auch bösartig, können aber auch teilnahmslos und traurig sein. Sie sind schlaflos trotz Schlafmitteleinnahme und schlafsüchtig bei depressiver Verstimmung. Nervenentzündungen können an allen Körperstellen auftreten, ebenso Osteoporose an diversen Gelenken. Die Kopfhaut kann das gesamte Haar verlieren. Die Fußsohlen sind auffallend empfindlich; hier kommt es auch zu Missempfindungen. Dieses Arzneimittel passt kaum bei jungen Menschen. Das Thalliumbild zeigt sich frühestens nach der Pubertät. Eine berufliche Belastung mit Toxinen mag eine Rolle spielen.
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Zur Verschlechterung oder Besserung durch bestimmte Anwendungen oder Gegebenheiten sind keine klaren Modalitäten bekannt.
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Thuja occidentalis (abendländischer Lebensbaum)
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Dieses Arzneimittel wirkt besonders auf die Haut, die Schleimhäute, Knochen, Muskeln und Gelenke. Die Patienten leiden unter geringem Selbstwertgefühl. Die Haut ist schuppig oder fettig und sondert ebenso fettig glänzenden Schweiß ab. Schuppenflechte, Haarausfall und Nagelwuchsstörungen. Aus der Haut sprießen allerlei Gewächse: Warzen (auch im Genitalbereich, dort nennt man sie Kondylome), Polypen, Papillome und Fibrome; auch bösartige Hautwucherungen kommen vor. Akute und chronische Krankheiten, die nach Impfungen auftreten, gehören ebenfalls ins Arzneimittelbild von Thuja. „Thuja-Patienten“ können unter vielerlei entzündlichen Prozessen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich leiden, ebenso unter Bronchitis und Asthma sowie entzündlichen Erkrankungen im Darmbereich mit Blähbauch und fettigen morgendlichen Durchfällen. Auch Verstopfung kann es geben.
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Verschlechterung: feuchte Kälte, vom Nachmittag bis hin zu den frühen Morgenstunden
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Besserung: Wärme
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Viola tricolor (Stiefmütterchen)
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Dieses Arzneimittel wirkt hauptsächlich auf die Haut. Trockene und nasse, juckende Ekzeme, besonders im Kindesalter. Feuchte Ekzeme vereitern leicht, wodurch es zu Krusten und Borkenbildungen kommt. Borkenflechte, besonders im Gesicht und an den Ohren; Milchschorf mit honiggelbem, eitrigen Sekret. Die Patienten leiden unter traurigen und ärgerlichen Verstimmungen; sie schwitzen nachts und haben alsbald danach Frostschauer. Der Harnfluss ist verstärkt mit Brennen in der Harnröhre; Harn riecht wie Katzenurin. Frauen leiden unter Ausfluss. Rheumatische Beschwerden können alle Muskeln und Gelenke befallen.
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Verschlechterung: im Winter
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Besserung: keine Angaben
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