Tabacum

(Tabak)

Charakteristische Kennzeichen für Tabacum sind Übelkeit mit Speichelfluss und Erbrechen. Magen-Darm-Krämpfe mit Durchfällen, begleitet von Kopfschmerzen, eiskaltem Schweiß und Schwindel. Es können aber auch krampfartige Schmerzen in der Herzgegend auftreten, die den Symptomen von Angina pectoris und Herzinfarkt ähnlich sind.

Verschlechterung: durch geringste Bewegung, selbst durch das Öffnen der Augen; durch Kälte oder Wärme

Besserung: in frischer Luft

Symphytum Officinale

(Beinwell, Beinwurz)

Schlecht heilende Knochenbrüche, prickelnde, stechende Schmerzen, empfindliche Knochenhäute. Heilt Wunden des Augapfels. Schmerzen in den Augen nach Augenoperationen; der Schmerz zieht am Nasenbein herab. Dem klebrigen Wurzelsaft dieser Pflanze wird in alten Schriften zugeschrieben, dass er gebrochene Knochen und klaffende Wunden zusammenzuziehen vermöge. SYMPHYTUM folgt gut auf ARNICA, um die end-gültige Heilung einer Knochenverletzung zu bewirken.

Verschlechterung: Berührung, heftige und ruckartige Bewegung

Besserung: keine Angaben

Sulfur

(Schwefel)

Im Arzneimittelbild wird eine Beziehung zu nahezu allen Körperbereichen erkennbar. Es ist auffällig, dass gegensätzliche Prüfsymptome beschrieben werden. So müssen wir bei der Verwendung von Sulfur besonders die konstitutionellen Merkmale beachten: Ein „Sulfur-Patient“ hat immer irgendwelche Probleme mit der Haut. Selbst wenn keine Ausschläge erkennbar sind, juckt die Haut und dünstet unangenehmen Geruch aus. Auch wenn der Patient sich sehr pflegt, muss man den Raum lüften, in dem er sich aufgehalten hat. Er hat meist eine hagere Statur, obwohl er viel Süßes isst und gern fettes Fleisch isst. Morgens haben „Sulfur-Typen“ noch keinen Appetit, aber um 11 Uhr setzt ein flaues Gefühl im Magen ein, der „11 Uhr-Hunger“, und sie müssen sofort etwas essen, damit das unangenehme Gefühl vergeht. Der „Sulfur-Patient“ mag gerne Schweinebauch, Eisbein, fetten Schinken. So kann er auch einen fülligen Körperbau entwickeln. Ob dünn oder dick, in jedem Fall haben Sulfur-Patienten sehr rote, brennend schmerzende Schleimhäute und ein auffällig rotes Gesicht. Sie gehören zu den Intellektuellen, die gerne theoretisieren und es mit der Ordnung nicht so genau nehmen. „Sulfur-Patienten“ hängen lieber ihren Gedanken nach, als ihren beruflichen Pflichten nachzugehen. Eine „Sulfur-Frau“ richtet sich nicht nach der Mode. Kleidung ist ihr egal, diese kann von „vorgestern“ sein, Flecken oder Löcher haben, Hauptsache, sie erfüllt ihren Zweck. Die „Sulfur-Frau“ kann aber auch einen eigenen auffälligen Kleidungsstil zeigen, an dem sie leicht zu erkennen ist.
„Sulfur-Patienten“ leiden unter Gelenkbeschwerden und Schlafstörungen. Sie werden bei jedem kleinen Geräusch wach („Katzenschlaf“) und strecken ihre Füße nachts unter der Bettdecke hervor, weil sie zu heiß sind oder die Fußsohlen brennen.

Verschlechterung: um 11 Uhr morgens (Schwächegefühl im Magen); durch Waschen und Baden, durch Bettwärme, in Ruhe, bei längerem Stehen

Besserung: bei trockenem, warmem Wetter; durch leichte Bewegung

Staphisagria

(Samen von Stephanskraut)

Der Patient ist sehr sensibel; nervöse Beschwerden mit ausgeprägter Reizbarkeit. Plötzliche Wutausbrüche. Zittern, besonders nach Gemütsbewegungen. Außergewöhnliche Schmerzhaftigkeit von (frischen) Operationswunden (Bauchoperation, Zahnoperation etc.). Wiederkehrende Gersten- oder Hagelkörner am Auge. Schlechte Zähne; die Zähne sind schwarz und zerbröckeln. Es gibt STAPHISAGRIA-Patienten, deren Zähne z.T. schon im Babyalter kurz nach der frisch erfolgten Zahnung wieder ausfallen. Manche homöopathische Autoren bringen das mit dem mangelnden „Biss“ im Leben der STAPHISAGRIA-Patienten in Verbindung. Verletztes Ehrgefühl; der Patient ist jedoch nicht in der Lage, sich adäquat zu verteidigen (z.B. jahrelange, demütigende Beziehungen, die aber trotzdem weitergeführt werden). Die STAPHISAGRIA-Pathologie entwickelt sich daher oft als Folge jahrelang unterdrückten Ärgers und Kummers. Häufiges Schwelgen in sexuellen Vorstellungen; der Patient ist sexuell leicht erregbar. Masturbation mit nachfolgend schlechtem Gewissen. Reizblase bei jungen, frisch verliebten Frauen mit häufigem sexuellem Kontakt (Honeymoon-Zystitis). Ekzem an Kopf, Ohren, Gesicht und Körper. Kratzen verändert den Ort des Juckens.

Verschlechterung: durch Ärger, Demütigung und Kummer, durch Denken an die Beschwerden; durch Verlust von Körperflüssigkeiten, Kälte, Tabakgenuss geringste Berührung der erkrankten Körperteile, Onanie, sexuelle Exzesse

Besserung: nach dem Frühstück, durch Wärme, (Nacht-)Ruhe

Silicea

(Kieselsäure)

„Silicea-Patienten“ verfügen über eine schwächliche Konstitutiuon. Sie frösteln häufig, neigen zu nässenden Ekzemen, kalten säuerlich riechenden Schweißabsonderungen, chronischen Entzündungen auch des Mittelohres, Eiterungen, Fisteln und Furunkeln. Der Leib ist aufgebläht, Blähungen stinken faulig und der harte Stuhlgang (kleine runde Kugeln) kann nicht abgesetzt werden; er „schlüpft“, gleitet in den Darm zurück. Babys sind auffallend zart, „dünnhäutig“ und anfällig für Erkältungserkrankungen. Als Kleinkinder sind sie starrsinnig, geben nur scheinbar nach und machen dann doch, was sie wollen. „Silicea-Patienten“ wird ein schwaches Knochensystem und schwaches Bindegewebe zugeschrieben mit Störungen des Haar- und Nagelwachstums. Frauen entwickeln breite Schwangerschafts-streifen.

Verschlechterung: abends und nachts. Akute Beschwerden werden schlechter durch Kälte.

Besserung: durch Wärme und Einhüllen in warme Kleidung. Besonders gut helfen Mützen auch im Haus (auch im Bett) bei Kopf- und Ohrenschmerzen

Sepia

(Tintenfisch)

Als Arznei dient die Tinte dieses Tieres. Sepia gilt als Frauenmittel, wobei diese Frauen als harte „Workaholics“, als „Karrierefrauen“, angesehen werden. Dabei schrecken sie nicht davor zurück, sich mit „spitzer Zunge“ ihren Weg zu bahnen. Sie setzen sich sehr bei ihrer Arbeit ein, sind sportlich und musikalisch und wollen alles zur Zufriedenheit der Vorgesetzten erledigen. Krank werden sie, wenn man am Arbeitsplatz mehr von ihnen verlangt, als zu schaffen ist. Auch wenn in der Familie immer mehr von ihnen verlangt wird, fallen sie aus der Rolle, werden reizbar und zickig, besonders vor der Regelblutung. Sie weinen in der Sprechstunde beim Arzt, wenn sie von ihren Problemen sprechen. Häufige Beschwerden sind Schwindel, ein Kloßgefühl im Hals (Schilddrüse), ein Leeregefühl im Magen mit Verlangen nach sauren Speisen. Leberkrankheiten, Blähbauch, Magenschleim-hautreizungen, Schwangerschaftserbrechen, Gebärmuttersenkung, Harninkontinenz, Scheidenentzündungen, Krampfadern und kalte Füße (Hände sind warm). Die Haut neigt zu Herpesbläschen, besonders von der Oberlippe zur Nase hin. Die Patienten können unter Schuppenflechte leiden. In der Mitte ihres Lebens bekommen sie Wechseljahrsbeschwerden mit Hitzewallungen, Schlafstörungen und Migräne. Plötzlich setzen Blutungen unerwartet wieder ein und versetzen die Patientin in Angst und Schrecken.

Verschlechterung: Akute Beschwerden werden schlechter durch Kälte, vor und während der Regel, in oder nach einer Schwangerschaft, durch Geschlechtsverkehr.

Besserung: durch Wärme, durch Einhüllen des Kopfes bei Kopfschmerzen; durch Bewegung, besonders durch Tanzen; in frischer Luft

Ruta Graveolens

(Weinraute)

Beschwerden durch Überanstrengung, insbesondere der Beugesehnen. Überanstrengung der Augen, häufig verursacht durch angestrengtes Lesen von Kleingedrucktem oder Näharbeiten, Steifheitsgefühl um die Augen. Schmerzhafte Sehnen. Alle Körperteile sind wie zerschlagen (vergleiche ARNICA MONTANA). Gefühl von großer Erschöpfung. Die Körperteile, auf denen man liegt, fühlen sich lahm und gequetscht an. Beim Aufstehen vom Stuhl sinken die Beine zusammen, da sie derart schwach sind. Stuhlgang kann nur durch starkes Pressen entleert werden.

Verschlechterung: Hinlegen, Liegen auf der kranken Seite, nass-kaltes Wetter

Besserung: Liegen auf dem Rücken, Wärme, Bewegung

Rhus Toxicodendron

(Giftsumach)

Ruhelosigkeit, ständiges Wechseln der Position. Der Patient ist angespannt und steif, unfähig, sich zu entspannen. Er ist wütend, traurig und gereizt. Zerrung von Muskeln und Sehnen, besonders durch Überheben oder infolge von Überstreckung. Rheumatische Erkrankungen. Die Schmerzen sind schlechter in Ruhe und zu Beginn einer Bewegung, bessern sich jedoch durch fortgesetzte Bewegung. Reißende Schmerzen in den Bändern und Sehnen, z.T. Schmerzen, als würden die Knochen mit einem Messer abgeschabt. Lähmende Schwäche mit Schweregefühl und Taubheit, insbesondere in den Beinen. Kalte Luft wird nicht vertragen und führt zu Schmerzen in Haut, Muskeln und Gelenken. Trockene, rote, rissige und belegte Zunge, nur an der Zungenspitze bleibt ein kleines rotes Dreieck ausgespart. Alle Absonderungen sind scharf und stinkend. Hautausschläge sind ekzemartig, scharf und brennend, verursachen starken Juckreiz.

Verschlechterung: in Ruhe, durch Kälte, nasses und regnerisches Wetter, durch feuchte Umschläge, nach Durchnässung, in der Nacht, vor Stürmen, während des Schlafes, beim Liegen auf dem Rücken oder auf der rechten Seite

Besserung: warmes und trockenes Wetter, Bewegung, warme Anwendungen, Strecken der Glieder

Pulsatilla

(Wiesenküchenschelle)

Pulsatilla gehört zu den tiefgreifenden Mitteln, die über das Zentralnervensystem wirken und besonders Verwendung bei Kindern und Frauen finden. Daraus erkennen wir schon, dass das „männlich–harte“ nicht zu Pulsatilla passt. Es sind eher „mimosenhafte“ Charaktere, die leicht (Mitleid erregend) weinen, sich nicht entscheiden können, viel Trost suchen und nicht gern alleine sind. Bei falscher Ernährung entwickeln sich Magen-schleimhautentzündungen. Schwangere leiden unter Erbrechen. Die Patienten sind fröstelig und neigen zu kalten Füßen. Trotzdem ertragen sie keinen warmen Raum, drehen die Heizkörper herunter. Sie verlangen nach frischer Luft, trinken wenig, und fallen dadurch auf, dass sie nicht einmal bei Fieber Durst haben. Sie mögen keine fetten, stark gewürzten Speisen, bevorzugen milde Kost. Die Absonderungen aus ihren Körperöffnungen sind dicklich, cremig, sahnig mild, und machen die umgebenden Hautstellen nicht wund (milder Schnupfen). Ohrenentzündungen können chronisch werden und nach Pulsatilla als Folgemittel Kalium sulfuricum benötigen. Alle Schleimhäute sind trocken, wenn sie nicht das dickliche Sekret absondern. Auch die Zunge ist trocken und belegt. Magen- Darm- Katarrhe mit Völlegefühl und/oder Brechreiz kommen vor. „Pulsatilla-Kinder“ lassen ihre Mütter ungern los. Sie suchen ständig die Nähe einer schützenden, vertrauten Person.

Verschlechterung: abends; durch fettes Essen (Sahne, Butter); durch Wärme. Frauen leiden verstärkt vor und während der Regelblutung unter ihren Beschwerden.

Besserung: Trost bessert schnell den Kummer, Beschwerden werden in frischer Luft besser (Zimmer lüften, Spazieren gehen).

Podophyllum

(Maiapfel)

Das Arzneimittelbild beschreibt heftige gussartige Durchfälle (Entleerung im Strahl/ Hydrantenstuhl) mit unverdauten Speisestücken sowie mit schleimigen und blutigen Beimengungen. Die Durchfälle stinken sehr und werden von einem großen Schwächegefühl mit Leeregefühl im Bauch begleitet. Der Enddarm kann vorfallen (Rectumprolaps) und chronische Beschwerden bereiten, sodass er bei jedem Stuhlgang reponiert werden muss (wozu die Patienten von ihrem Arzt angeleitet werden). Frauen können unter einer Gebärmuttersenkung leiden. „Podophyllum-Patienten“ neigen zu Leber- und Gallenleiden und können Gallensteine entwickeln. Schwangere und kleine Kinder sollten keine tiefen Potenzen einnehmen (Gefahr der Erstverschlimmerung). Podophyllum D12 dürfte keine Probleme verursachen.

Verschlechterung: ab 3 Uhr morgens, bei heißem Wetter

Besserung: am Abend, durch Wärmeauflage auf schmerzende Stellen

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