Petroleum

Dieses Erdölpräparat zeigt im Arzneimittelbild viele Hautsymptome, auch Schuppenflechte und Herpeserkrankungen (z.B. Lippenbläschen oder Herpesbläschen im Genitalbereich). Auf trockener, rauer Haut bilden sich Risse, die sogar bluten können, und nässende Ekzeme. Das Nervensystem ist gereizt, sodass das Schwanken eines Schiffes oder kurvenreiche Autofahrten mit Übelkeit und Erbrechen quittiert werden. Auch in der Schwangerschaft kann es zu anhaltendem Erbrechen kommen, besonders wenn eine Überempfindlichkeit gegen Dieselgeruch besteht (Fahren hinter einem LKW, der nicht überholt werden kann). Es besteht Neigung zu Heißhungerattacken, Magenschleimhautreizungen und zu Durchfällen.

Verschlechterung: im Winter, überhaupt durch Kälte, beim (Mit)fahren im Auto, auf Schiffsfahrten

Besserung: durch trockene Wärme (Ofenwärme)

Opium

Benommenheit, der Patient ist kaum zu wecken. Geringe Schmerzempfindung. Lähmung der Verdauungstätigkeit, daher starke Verstopfung ohne Stuhldrang; aufgeblähter Leib ohne Schmerzen; Harn geht unwillkürlich ab. Da bei Operationen Opiate zur Schmerzbekämpfung gegeben werden müssen, können derartige Symptome bei den frisch operierten Patienten auftreten oder auch noch längere Zeit nach einer Operation bestehen bleiben.

Verschlechterung: im Schlaf (Angstträume), nach dem Schlaf (Nachwirkung der schlechten Träume); durch Wärme

Besserung: durch kühle, frische Luft

Oleander

Herz-, Haut- und Darmerkrankungen. Die Patienten wirken nervös und angespannt. Die Anspannung kann zu depressiven Stimmungen mit Herzbeklemmungen mit deutlichem Herzklopfen und Ängsten führen, aber auch zu Wutausbrüchen. Schlaflosigkeit kommt ebenso vor wie Schlafsucht, aus der die Patienten kaum erwachen wollen. Nässende Ekzeme, die bei Kleiderwechsel vermehrt jucken, und schuppige, ebenfalls stark juckende krustige Ausschläge auf der Kopfhaut. Hitzegefühle mit gleichzeitig kalten Händen und Füßen. Wechselnde Verdauungsbeschwerden: mal Verstopfung mit kolikartigen Schmerzen, mal explosiv einsetzende Durchfälle mit aufgetriebenem Leib.

Verschlechterung: durch Zitrusfrüchte, auch zugesetzte Säuren in Lebensmitteln

Besserung: keine Angaben

Nux vomica

(Brechnuss)

„Nux-vomica-Patienten“ sind vollblütige, leicht reizbare Menschen, die ein rastloses Leben führen („Manager“). Sie essen gerne viel und deftig, trinken Alkohol und sind auch anderen Stimulantien gegenüber nicht abgeneigt. Sie schimpfen, sind aber nicht nachtragend, füllen sich aus Frust den Magen. Sie neigen zu muskulären Verspannungen. Die Patienten können nicht einschlafen und bleiben wach wegen Gedankenzufluss. Wenn die Nerven „blank liegen“, kann der „Nux-vomica-Patient“ plötzlich sehr empfindlich werden und kaum noch etwas vertragen, sei es Stress oder seien es Speisen, die er früher in großen Portionen verschlingen konnte. Er leidet unter Sodbrennen, Völlegefühl, Magenschleimhautent-zündungen, Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Entzündungen mit Blähungskoliken, Verstopfung, Hämorrhoiden.

Verschlechterung: morgens und nach üppigen Mahlzeiten; durch Ärger und Zorn; nach geistiger Anstrengung; durch Genussmittel wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten

Besserung: abends und in wohliger Wärme

Natrium chloratum

(identisch mit Natrium muriaticum) (Kochsalz):

Immer wieder müssen Homöopathen den Einsatz von potenziertem Kochsalz gegen Kritiker der Homöopathie verteidigen. Diese Arznei wird für überflüssig gehalten, weil Kochsalz täglich dem Essen beigemischt wird. In der Homöopathie wird dem potenzierten Kochsalz jedoch große Bedeutung zugeschrieben, insbesondere als Arznei bei stillem Kummer. Die Tränen fließen nur, wenn die Patienten alleine sind. Sie nehmen ihren Kummer mit in ihre Einsamkeit, weinen lautlos in ihr Kopfkissen. Die Tränen kommen unwillkürlich, sie können nicht zurückgehalten werden. Auch sonst sind die Patienten verschlossen, sind Pessimisten, neigen zu Mangelernährung, sind kraftlos, magern von oben nach unten ab. Viele Symptome zeigen sich in der Mittellinie des Körpers: kleieartige feine Schuppen am Haaransatz der Stirn, Schuppenflechte am Hinterkopf und im Nacken, Herpes am Mund, Risse in der Mitte der Unterlippe, Sodbrennen, Heißhunger gefolgt von Völlegefühl im Magen nach wenigen Bissen Nahrung. Blasenschwäche, Ausfluss (Fluor alba = Weißfluss) und andere Erkrankungen im Genitalbereich.
Die Schleimhäute der oberen Atemwege sind erkrankt, oft chronisch entzündet, bei Schnupfen stellt sich Nasenbluten ein. Es gibt Hals- und Rachenentzündungen, wobei die Geruchs- und Geschmackssinne getrübt sind. Viel Durst und Verlangen nach salzigen Speisen; Erwachsene salzen alles nach, Kinder verlangen nach Butterbrot mit Salz.

Verschlechterung:in den sonnigen Monaten (Frühjahr bis Herbst), am Meer, durch direkte Sonneneinstrahlung, durch Hitze, durch Trost bei stillem Kummer, durch körperliche und geistige Anspannung. (Am Meer kann auch erst eine Besserung von Beschwerden eintreten, die Verschlechterung kommt dann einige Wochen nach der Rückkehr.)

Besserung: im Freien, im Schatten

Mezereum

(Seidelbast)

Mezereum wirkt vornehmlich auf die Haut und das periphere Nervensystem, dadurch sind auch Muskeln, Sehnen und Gelenke mit ziehenden Schmerzen mit betroffen. Auf der Haut zeigen sich stark juckende Ausschläge, aus denen klebrige eitrige Sekrete austreten können, auch im Gesicht, sogar im behaarten Kopfbereich. Besonders ist die zarte Haut rund um die Augen betroffen. Bläschen und Krusten im Verlauf eines Nervs (Gürtelrose). Die Schmerzen sind heftig, stechend oder ziehend, auch bisweilen zuckend. Weder Lagewechsel, noch Wärme oder Kälte bringen Besserung für neuralgische Beschwerden. Nachfolgend Taubheitsgefühle im Verlauf der befallenen Nerven. Neuralgische Beschwerden der Gesichtsnerven (Trigeminusneuralgie). Ziehende Schmerzen in den Zähnen und im Bereich der Rippen, so dass man fälschlicher Weise an einen Herzinfarkt denkt, wenn diese Schmerzen linksseitig im Brustkorb auftreten.

Verschlechterung: Kälte, nachts in der Bettwärme, schon durch leichteste Berührung

Besserung: keine Angaben

Mercurius solubilis

(Quecksilbergemisch)

Die unterschiedlichen für die homöopathische Therapie aufbereiteten Quecksilberpräparate unterscheiden sich in den Wirkungen nur unwesentlich. Am gebräuchlichsten ist das von Hahnemann eingeführte Mercurius solubilis, das zum Bestand einer Haus- und Notfallapotheke gehören sollte. Mercurius wirkt über das Zentralnervensystem in nahezu alle Körperbereiche hinein. Die Erkrankten haben einen Metallgeschmack im Mund und fühlen sich wie vergiftet. Die Entzündungen im Mund sind heftig, die Schmerzen strahlen bis in gesunde Zähne hinein, die Kieferknochen schmerzen, Entzündungen können auf benachbarte Körperstrukturen übergreifen und sogar Knochensubstanz in Mitleidenschaft ziehen. Es besteht übler Mundgeruch und Speichelfluss und es zeigt sich eine dick geschwollene, schwammige Zunge mit Rissen und Flecken (Landkartenzunge) und Zahneindrücken an den Rändern. Die Temperatur muss gemäßigt sein; das Bett darf nicht zu warm, die Luft nicht zu kalt sein. Die Erkrankten schwitzen nachts, der Schweiß ist klebrig und gelblich. Entzündungen sind ätzend schmerzhaft und neigen zu Vereiterungen oder Geschwürbildungen.

Verschlechterung: durch Kälte und Wärme, Bettwärme, nasskaltes Wetter

Besserung: durch moderate Temperaturen

Ledum Palustre

(Sumpfporst)

Allgemeiner Mangel an Lebenswärme; dennoch wird Bettwärme vom Patienten als unangenehm empfunden. Der Patient fühlt sich kalt an. Schmerzen werden durch kalte Anwendungen gebessert. Kalte Schwellung des verletzten Körperteils. Der Patient ist ängstlich, gereizt und abweisend.

Verschlechterung: nachts; durch Wärme, Bettwärme, Bewegung

Besserung: durch Kälte, kalte Bäder (z.B. Fußbäder), Ruhe

Lachesis

(frisches Gift der Buschmeisterschlange)

Das Gift dieser Schlange hat eine Wirkung auf den gesamten Organismus des Menschen, da es über Veränderung des Blutes alle Organe erreicht. Die kleinsten Blutgefäße, die Kapillaren, werden geschädigt, alle Entzündungen sind blaurot gefärbt und können in Geschwüre mit dunklem Wundgrund übergehen. Wir begegnen diesen Zuständen bei älteren Patienten mit Unterschenkelgeschwüren, die nicht heilen wollen. Die linke Körperseite ist häufiger betroffen, die Patienten schlafen sich in die Verschlimmerung ihrer Beschwerden hinein, d.h. sie wachen mit (stärkeren) Schmerzen auf, obwohl der Schlaf ungestört war. Im Rahmen der Selbstmedikation sollte mit Lachesis zurückhaltend umgegangen werden. Sprechen akute Krankheitssymptome für Lachesis, ist die Beschwerdesymptomatik meist so heftig, dass die Betroffenen sich auf den Weg zum Arzt machen. Für die erste Hilfe ist es jedoch zweckmäßig, Lachesis im Hause zu haben. Die Leidenden sind sehr aufgeregt und reden pausenlos. Sie haben Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen wie Frauen in den Wechseljahren. Sie können unter heftigen Schmerzen im Ohr, im Rachen oder in bereits bestehenden Wunden leiden. Die Patienten können nichts Enges um den Hals oder um den Leib vertragen, fühlen Schwere auf der Brust und das Herz kräftig pochen.

Verschlechterung: beim Erwachen, Sommerhitze, jede Form von Wärme, auch zu warme (enge) Kleidung, warme Bäder; durch Ruhe, alkoholische Getränke; durch Verzögerung der Regelblutung oder die Unterdrückung der Regelblutungen als Folge von Entfernung der Gebärmutter

Besserung: durch frische kühle Luft, Bewegung, Entladung der Gefühle durch einen Redeschwall

Kalium bichromicum

(Kaliumdichromat)

Kalium bichromicum ist charakterisiert durch fadenziehende oder feste grünliche Schleimabsonderungen und Krusten, die von der erkrankten Schleimhaut im Atemtrakt abgestoßen werden. Sie können aus den Nasennebenhöhlen kommen, aus dem Rachen, weit von unten aus dem Kehlkopf oder aus den Bronchien. Falls die Nasennebenhöhlen betroffen sind, stellen sich Kopfschmerzen ein, die beim Bücken schlimmer werden. Auch die Rachenmandeln können dick geschwollen und entzündet sein; statt eitriger Beläge sitzt nur fester Schleim darauf.

Verschlechterung: zwischen 3 und 5 Uhr nachts (Patient wacht durch Beschwerden auf), durch Kälte, durch Biertrinken

Besserung: durch Wärme, frische Luft, Essen und Bewegung

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