Phytolacca

(Kermesbeere)

Kennzeichnend für Phytolacca sind Entzündungen der Drüsen. Das können die Drüsen im Bereich des Mundes und des Rachens sein, besonders dann, wenn die Tonsillen (Rachenmandeln) mit erkrankt und geschwollen sind und Schmerzen zu den Ohren ziehen. Nach Entfernung der Rachenmandeln entwickeln sich Seitenstrangentzündungen. Aber auch Entzündungen der Brustdrüsen, der Bauchspeicheldrüse und der Keimdrüsen (Hoden und Eierstöcke) gehören zum Arzneimittelbild von Phytolacca.
Die Patienten leiden unter rheumatisch schmerzenden Muskeln, Sehnen und Gelenken und dem Gefühl von Zerschlagenheit und Müdigkeit in allen Gliedern, als wären sie von einer Grippeinfektion erfasst. Sie bekommen Schweißausbrüche und haben ziehende Schmerzen in der Nierengegend, im Rücken unter den Rippenbögen.

Verschlechterung: nachts; bei Bewegung, bei nasskaltem Wetter; durch Kälte. Warme Getränke verschlimmern die Halsschmerzen.

Besserung: durch feucht-kühle Umschläge (Quarkwickel bei Brustentzündung), durch kühle Getränke bei Halsweh

Phosphorus

(Gelber Phosphor)

PHOSPHORUS begegnet uns bei Patienten mit Blutungsproblemen. Sie fallen durch häufiges Nasenbluten ohne jeglichen oder bei nur geringem Anlass auf. Sie haben leicht blaue Flecke ohne zu wissen, wo sie sich gestoßen haben. Die Qualität des Blutes dieser Patienten ist nicht optimal zusammengesetzt, die Blutgefäße sind fettig degeneriert und reißen daher leichter ein. Die Patienten haben dieses Blutungsproblem im ganzen Körper, in allen Organen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass offene Verletzungen dieser Patienten lange und hellrot bluten und Blutergüsse unter der Haut besonders ausgedehnt sind und ein erschreckendes Ausmaß annehmen können. Angst in der Dunkelheit, beim Alleinsein und bei Gewitter. Viel Durst, Verlangen nach kalten Getränken und scharf gewürzten Speisen.

Verschlechterung: abends, nachts, durch Kälte, durch Alleinsein, Aufregung und körperliche und geistige Anstrengungen; nach Schwangerschaften (Geburt); durch Liegen auf der linken Seite

Besserung: Ruhe und Schlaf, Nähe vertrauter Personen, Handhalten

Petroleum

Dieses Erdölpräparat zeigt im Arzneimittelbild viele Hautsymptome, auch Schuppenflechte und Herpeserkrankungen (z.B. Lippenbläschen oder Herpesbläschen im Genitalbereich). Auf trockener, rauer Haut bilden sich Risse, die sogar bluten können, und nässende Ekzeme. Das Nervensystem ist gereizt, sodass das Schwanken eines Schiffes oder kurvenreiche Autofahrten mit Übelkeit und Erbrechen quittiert werden. Auch in der Schwangerschaft kann es zu anhaltendem Erbrechen kommen, besonders wenn eine Überempfindlichkeit gegen Dieselgeruch besteht (Fahren hinter einem LKW, der nicht überholt werden kann). Es besteht Neigung zu Heißhungerattacken, Magenschleimhautreizungen und zu Durchfällen.

Verschlechterung: im Winter, überhaupt durch Kälte, beim (Mit)fahren im Auto, auf Schiffsfahrten

Besserung: durch trockene Wärme (Ofenwärme)

Opium

Benommenheit, der Patient ist kaum zu wecken. Geringe Schmerzempfindung. Lähmung der Verdauungstätigkeit, daher starke Verstopfung ohne Stuhldrang; aufgeblähter Leib ohne Schmerzen; Harn geht unwillkürlich ab. Da bei Operationen Opiate zur Schmerzbekämpfung gegeben werden müssen, können derartige Symptome bei den frisch operierten Patienten auftreten oder auch noch längere Zeit nach einer Operation bestehen bleiben.

Verschlechterung: im Schlaf (Angstträume), nach dem Schlaf (Nachwirkung der schlechten Träume); durch Wärme

Besserung: durch kühle, frische Luft

Oleander

Herz-, Haut- und Darmerkrankungen. Die Patienten wirken nervös und angespannt. Die Anspannung kann zu depressiven Stimmungen mit Herzbeklemmungen mit deutlichem Herzklopfen und Ängsten führen, aber auch zu Wutausbrüchen. Schlaflosigkeit kommt ebenso vor wie Schlafsucht, aus der die Patienten kaum erwachen wollen. Nässende Ekzeme, die bei Kleiderwechsel vermehrt jucken, und schuppige, ebenfalls stark juckende krustige Ausschläge auf der Kopfhaut. Hitzegefühle mit gleichzeitig kalten Händen und Füßen. Wechselnde Verdauungsbeschwerden: mal Verstopfung mit kolikartigen Schmerzen, mal explosiv einsetzende Durchfälle mit aufgetriebenem Leib.

Verschlechterung: durch Zitrusfrüchte, auch zugesetzte Säuren in Lebensmitteln

Besserung: keine Angaben

Nux vomica

(Brechnuss)

„Nux-vomica-Patienten“ sind vollblütige, leicht reizbare Menschen, die ein rastloses Leben führen („Manager“). Sie essen gerne viel und deftig, trinken Alkohol und sind auch anderen Stimulantien gegenüber nicht abgeneigt. Sie schimpfen, sind aber nicht nachtragend, füllen sich aus Frust den Magen. Sie neigen zu muskulären Verspannungen. Die Patienten können nicht einschlafen und bleiben wach wegen Gedankenzufluss. Wenn die Nerven „blank liegen“, kann der „Nux-vomica-Patient“ plötzlich sehr empfindlich werden und kaum noch etwas vertragen, sei es Stress oder seien es Speisen, die er früher in großen Portionen verschlingen konnte. Er leidet unter Sodbrennen, Völlegefühl, Magenschleimhautent-zündungen, Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Entzündungen mit Blähungskoliken, Verstopfung, Hämorrhoiden.

Verschlechterung: morgens und nach üppigen Mahlzeiten; durch Ärger und Zorn; nach geistiger Anstrengung; durch Genussmittel wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten

Besserung: abends und in wohliger Wärme

Natrium chloratum

(identisch mit Natrium muriaticum) (Kochsalz):

Immer wieder müssen Homöopathen den Einsatz von potenziertem Kochsalz gegen Kritiker der Homöopathie verteidigen. Diese Arznei wird für überflüssig gehalten, weil Kochsalz täglich dem Essen beigemischt wird. In der Homöopathie wird dem potenzierten Kochsalz jedoch große Bedeutung zugeschrieben, insbesondere als Arznei bei stillem Kummer. Die Tränen fließen nur, wenn die Patienten alleine sind. Sie nehmen ihren Kummer mit in ihre Einsamkeit, weinen lautlos in ihr Kopfkissen. Die Tränen kommen unwillkürlich, sie können nicht zurückgehalten werden. Auch sonst sind die Patienten verschlossen, sind Pessimisten, neigen zu Mangelernährung, sind kraftlos, magern von oben nach unten ab. Viele Symptome zeigen sich in der Mittellinie des Körpers: kleieartige feine Schuppen am Haaransatz der Stirn, Schuppenflechte am Hinterkopf und im Nacken, Herpes am Mund, Risse in der Mitte der Unterlippe, Sodbrennen, Heißhunger gefolgt von Völlegefühl im Magen nach wenigen Bissen Nahrung. Blasenschwäche, Ausfluss (Fluor alba = Weißfluss) und andere Erkrankungen im Genitalbereich.
Die Schleimhäute der oberen Atemwege sind erkrankt, oft chronisch entzündet, bei Schnupfen stellt sich Nasenbluten ein. Es gibt Hals- und Rachenentzündungen, wobei die Geruchs- und Geschmackssinne getrübt sind. Viel Durst und Verlangen nach salzigen Speisen; Erwachsene salzen alles nach, Kinder verlangen nach Butterbrot mit Salz.

Verschlechterung:in den sonnigen Monaten (Frühjahr bis Herbst), am Meer, durch direkte Sonneneinstrahlung, durch Hitze, durch Trost bei stillem Kummer, durch körperliche und geistige Anspannung. (Am Meer kann auch erst eine Besserung von Beschwerden eintreten, die Verschlechterung kommt dann einige Wochen nach der Rückkehr.)

Besserung: im Freien, im Schatten

Mezereum

(Seidelbast)

Mezereum wirkt vornehmlich auf die Haut und das periphere Nervensystem, dadurch sind auch Muskeln, Sehnen und Gelenke mit ziehenden Schmerzen mit betroffen. Auf der Haut zeigen sich stark juckende Ausschläge, aus denen klebrige eitrige Sekrete austreten können, auch im Gesicht, sogar im behaarten Kopfbereich. Besonders ist die zarte Haut rund um die Augen betroffen. Bläschen und Krusten im Verlauf eines Nervs (Gürtelrose). Die Schmerzen sind heftig, stechend oder ziehend, auch bisweilen zuckend. Weder Lagewechsel, noch Wärme oder Kälte bringen Besserung für neuralgische Beschwerden. Nachfolgend Taubheitsgefühle im Verlauf der befallenen Nerven. Neuralgische Beschwerden der Gesichtsnerven (Trigeminusneuralgie). Ziehende Schmerzen in den Zähnen und im Bereich der Rippen, so dass man fälschlicher Weise an einen Herzinfarkt denkt, wenn diese Schmerzen linksseitig im Brustkorb auftreten.

Verschlechterung: Kälte, nachts in der Bettwärme, schon durch leichteste Berührung

Besserung: keine Angaben

Mercurius solubilis

(Quecksilbergemisch)

Die unterschiedlichen für die homöopathische Therapie aufbereiteten Quecksilberpräparate unterscheiden sich in den Wirkungen nur unwesentlich. Am gebräuchlichsten ist das von Hahnemann eingeführte Mercurius solubilis, das zum Bestand einer Haus- und Notfallapotheke gehören sollte. Mercurius wirkt über das Zentralnervensystem in nahezu alle Körperbereiche hinein. Die Erkrankten haben einen Metallgeschmack im Mund und fühlen sich wie vergiftet. Die Entzündungen im Mund sind heftig, die Schmerzen strahlen bis in gesunde Zähne hinein, die Kieferknochen schmerzen, Entzündungen können auf benachbarte Körperstrukturen übergreifen und sogar Knochensubstanz in Mitleidenschaft ziehen. Es besteht übler Mundgeruch und Speichelfluss und es zeigt sich eine dick geschwollene, schwammige Zunge mit Rissen und Flecken (Landkartenzunge) und Zahneindrücken an den Rändern. Die Temperatur muss gemäßigt sein; das Bett darf nicht zu warm, die Luft nicht zu kalt sein. Die Erkrankten schwitzen nachts, der Schweiß ist klebrig und gelblich. Entzündungen sind ätzend schmerzhaft und neigen zu Vereiterungen oder Geschwürbildungen.

Verschlechterung: durch Kälte und Wärme, Bettwärme, nasskaltes Wetter

Besserung: durch moderate Temperaturen

Ledum Palustre

(Sumpfporst)

Allgemeiner Mangel an Lebenswärme; dennoch wird Bettwärme vom Patienten als unangenehm empfunden. Der Patient fühlt sich kalt an. Schmerzen werden durch kalte Anwendungen gebessert. Kalte Schwellung des verletzten Körperteils. Der Patient ist ängstlich, gereizt und abweisend.

Verschlechterung: nachts; durch Wärme, Bettwärme, Bewegung

Besserung: durch Kälte, kalte Bäder (z.B. Fußbäder), Ruhe

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