Ipecacuanha

(Brechwurzel)

Ipecacuanha wirkt stark auf den Verdauungstrakt und auf die Atemwege. Aus der Schulmedizin ist Ipecacuanha-Sirup bekannt, der Erbrechen herbeiführen soll, falls etwas Falsches gegessen wurde. In homöopathischer Aufbereitung passt Ipecacuanha bei Magen-Darm-Infekten (Brechdurchfall), besonders nach Genuss von zu viel Eis, Obst oder fettigen Speisen. Die Zunge zeigt keinen Belag. Ipecacuanha passt auch bei Keuchhusten und ähnlichen Zuständen, bei denen durch würgenden Husten Brechreiz hervorgerufen wird. Die Patienten sind missmutig, reizbar und fühlen sich sehr elend. Durch Erbrechen tritt keine Besserung der Übelkeit ein. Die Augen sehen verquollen aus. Auffällig ist die Periodizität von Beschwerden: Sie kommen jeden zweiten Tag.

Verschlechterung: durch Bewegung und jede Form von extremer Wärme oder starker Kälte, durch Feuchtigkeit (feucht-kaltes Wetter)

Besserung: durch Ruhe, frische Luft und Wärme

Ignatia

(Ignatiusbohne)

IGNATIA ist das “Mittel der Wahl” bei Liebeskummer und Heimweh. Rascher Stimmungswechsel, Launenhaftigkeit. Der Patient seufzt auffallend häufig. Widersprüchliche Zustände: Halsschmerzen bessern sich z.B. beim Schlucken von eher „harten“ Nahrungsmitteln, während das Schlucken von Brei oder Milch die Schmerzsymptomatik verschlechtert. Der Patient lehnt Stimulantien (z.B. Kaffee) ab, weil diese den nervösen Zustand verschlechtern. Häufig Schluckauf-Anfälle. Die Schmerzen wechseln rasch ihren Ort, wandern umher. Oft Muskelzuckungen, vor allem im Gesichtsbereich. Schmerzen, z.T. bohrenden Charakters, an kleinen, umschriebenen Stellen. Der Patient sieht alles schwarz, ist hoffnungslos, fühlt sich überlastet. Er weint, fängt dann aber plötzlich – scheinbar grundlos – an zu lachen.

Verschlechterung: durch Kummer, Stress, Gemütsbewegungen,
Kälte, Bewegung, Geräusche und starke Gerüche

Besserung: durch Ruhe, Wärme, Schlaf, Druck, Reisen, Liegen auf der kranken Seite

Hypericum Perforatum

(Johanniskraut)

Unerträgliche Nervenschmerzen. Die Schmerzen schießen blitzartig in den Bereich der Verletzung ein. Kopfschmerzen mit dem eigenartigen Gefühl, hoch in die Luft gehoben zu werden. Angst, aus der Höhe zu fallen. Klopfende und zum Teil stechende Kopfschmerzen, Verwirrtheit, äußerste Empfindlichkeit gegen Berührung. Die verletzten Körperteile sind sehr schmerzhaft. Nervenentzündung (Neuritis).

Verschlechterung: bei Wetterwechsel, durch feucht-kaltes Wetter, im Nebel, in engen Räumen, durch geringste Bewegungen oder Berührungen, durch Erschütterung oder geringsten Luftzug

Besserung: den Kopf nach hinten beugen, auf dem Bauch liegen

Hepar Sulfuris Calcareum

(Kalkschwefelleber)

HEPAR passt bei frösteligen Patienten mit unreiner Haut und Neigung zu Drüsenschwellungen. Alle Wunden eitern leicht. Selbst bei einem banalen Schnupfen entstehen eitrige Krusten und geschwürige (ulcerierende) Wunden an den Nasenlöchern. Das Wundsekret riecht wie alter Käse. Die Wunden schmerzen stechend und bluten leicht. Die Patienten sind kaltschweißig und wollen immer ganz zugedeckt sein. Selbst der Kopf muss eingehüllt werden.

Verschlechterung: Kalte Luft, Berührung der kranken Teile

Besserung: Einhüllen in warme Tücher, Kopfbedeckung, Essen

Graphites

(Reißblei)

Graphites wirkt auf die Haut, Haare und Nägel, bei der Haut besonders auf die äußeren Schichten. Die Hornhaut nimmt eine grau-schwärzliche Farbe an. Die Patienten gehören zu den ruhigen, behäbigen Typen, mit Neigung zu Unterfunktion der Schilddrüse. Sie leiden unter einer unreinen Haut, die stellenweise tiefe Risse und Furunkel zeigt. Lidrandentzündungen mit Gerstenkörnern an den Augen, Risse an den Ohren, an Händen und Füßen, besonders an den Handflächen, Fußsohlen und den Fersen. Die Risse durchdringen die ganze Hornhaut bis in die tiefen Hautschichten, schmerzen sehr und heilen schlecht, da die Hornhaut wenig durchblutet ist.

Verschlechterung: nachts und morgens beim Erwachen. Bei Frauen verschlechtern sich Beschwerden während und nach der Regelblutung.

Besserung: durch Wärme, durch Essen; bei manchen Patienten durch Ruhe, aber bei anderen auch durch Bewegung und frische Luft

Ferrum phosphoricum

(Verbindung aus Eisen (Ferrum) und Phosphat (Phosphoricum)

Dieses Arzneimittel passt bei vielen Infektionskrankheiten (auch Kindererkrankungen mit Ausschlä-gen), bei denen die Kranken nicht extrem hohes Fieber entwickeln. Es passt auch in der zweiten Phase von fieberhaften Erkrankungen, in denen das hohe Fieber bereits abgeklungen ist, aber nicht gänzlich weichen will (subakutes Fieber). Der Magen-Darm-Trakt ist empfindlich mit Neigung zu Aufstoßen, Erbrechen und Durchfällen. Wandernde Schmerzen durchziehen Muskeln und Gelenke.

Verschlechterung: nachts und besonders in den frühen Morgenstunden, bei Bewegung

Besserung: Ruhe

Eupatorium Perfoliatum

(Wasserhanf)

Schmerzen kommen und gehen plötzlich. Starke Schmerzen in den Knochen, als seien diese gebrochen. Gequetschtes Gefühl des gesamten Körpers. Knochenschmerzen vor und während des Fröstelns bei Fieber. Heftige Kopfschmerzen. Der Patient ist sehr durstig, jedoch kommt es häufig zu (Galle-)Erbrechen durch das Trinken von Wasser. Spärlicher Schweiß. Bei Grippe kommt ein schmerzhaftes, wundes Gefühl in den Augäpfeln hinzu, häufiges Niesen, stakkatoartiger Husten, starke Erschöpfung. In Knie-Ellenbogen-Lage kann besser abgehustet werden.

Verschlechterung: Kälte, kalte Luft, nachts, Bewegung, Husten, Liegen auf dem betroffenen Körperteil, Geruch oder auch nur Anblick von Speisen

Besserung: Erbrechen, Einsetzen der Schweißsekretion, Knie-Ellenbogen-Lage

Dolichos

(Juckbohne)

Anhaltendes, unerträgliches Jucken ohne Kälte (auch bei trockener kalter Luft), Zugluft Wärme und regnerisches Wetter (feuchte Luft) nachts, Ärger, windiges Wetter, Hitze, Kaffee Wärme an schmerzenden Stellen, leichte fortgesetzte Bewegung der Beine (unter der Bettdecke); Kinder wollen herumgetragen werden. Hautausschlag. Dies tritt besonders bei Menschen auf, in deren Haut sich durch ein Leber-Gallen-Problem gleich welcher Art Gallensäuren abgelagert haben. Auch bei Schwangerschaften kann es (zeitweise) durch die Umstellung des Stoffwechsels zu Juckattacken kommen, die durch Dolichos gebessert werden.

Verschlechterung: Obstipation (Stuhlverstopfung)

Besserung: keine Angaben

Colocynthis

(Koloquinte)

Plötzliche, heftige, kolikartig auftretende Krämpfe im Gedärm, die zum Zusammenkrümmen zwingen. Die Betroffenen verlangen nach einer Wärmflasche, die sie sich auf den Leib drücken. Magen-Darm-Entzündungen mit Durchfällen; Kopfschmerzen, die bei Gallenblasen- oder Gallengangsreizungen besonders rechtsseitig an der Schläfe auftreten. Übelkeit und Erbrechen, ausgelöst von den heftigen Schmerzen. Ärgerliche und reizbare Personen (galliges Temperament).

Verschlechterung: in der Nacht; durch Kälte; bei körperlicher oder geistiger Anstrengung, bei Berührung oder Bewegung (der schmerzenden Gelenke)

Besserung: durch Wärme und Ruhe

Colchicum

(Herbstzeitlose):

Magen-Darm-Entzündungen mit Blähbauch und kolikartigen Schmerzen. Der Blutkreislauf kann so weit absinken, dass es zu kollapsähnlichen Zuständen kommt. Übelkeit wird bereits durch den Geruch von Speisen ausgelöst oder verschlimmert. Schwangerschaftsübelkeit bei Frauen, die zu Leber-Galle-Beschwerden neigen. Gelenkbeschwerden durch Erhöhung der Harnsäure mit Gichtanfällen.

Verschlechterung: beim Mitfahren im Auto, auf Schiffsreisen, aus Sorge um die Liebsten; durch Ärger, Essensgerüche und Zigarettenqualm

Besserung: Sobald der Reisende wieder festen Boden unter den Füßen hat.

Font Resize