Argentum nitricum

(Silbernitrat)

Der Zustand dieser Patienten ist von Ängsten überlagert. Sie stehen unter nervöser Anspannung, sind zittrig, leiden unter Lampenfieber und Gedächtnisschwäche. Sie verlangen immerzu nach süßen Sachen, vertragen sie aber nicht und bekommen Sodbrennen und müssen Aufstoßen. Essen liegt schwer im Magen. Der Verdauungstrakt ist durch die nervliche Anspannung irritiert und reagiert mit Durchfällen, z.B. Durchfall aus Angst vor einem Prüfungsgespräch. Leider fallen diese Patienten aufgrund ihrer Nervosität auch häufig bei der Prüfung durch. Den erlernten Stoff, können sie aus Angst in der Prüfungssituation nicht abrufen. Ihr Geist ist plötzlich leer, “das Herz rutscht in die Hose“. Auch auf Reisen reagieren die Patienten wegen der Erwartungsspannung mit Durchfällen, weshalb manche Menschen vor der Abfahrt zu Beruhigungsmitteln greifen, die aber erhebliche Nebenwirkungen haben.

Verschlechterung: durch Wärme, durch den Genuss von Süßigkeiten, nach dem Essen

Besserung: bei kühlem Wetter

Apis mellifica

(Honigbiene)

Apathie, Gleichgültigkeit und Ungeschicklichkeit, Dinge werden einfach fallen gelassen, Ängstlichkeit, viele Tränen, Unruhe, Durstlosigkeit bei fast allen Beschwerden, Ödematöse Schwellungen (Wassereinlagerungen), seröse Absonderungen (Austritt von Lymphflüssigkeit, auch Wundwasser genannt) und Urtikaria (Nesselsucht/Quaddeln, das sind Hautveränderungen, wie wir sie nach Berührung mit Brennnesseln kennen). Brennende, stechende Schmerzen. Hochgradige Müdigkeit, großes Schlafbedürfnis, Alpträume.

Verschlechterung: zwischen 16 und 18 Uhr; nach dem Schlafen; in geschlossenen und geheizten Räumen; durch alle Arten von Wärme, Berührung, Druck

Besserung: im Freien; durch Abdecken, Kälte (z.B. kaltes Baden), Bewegung

Alumina

(Aluminiumoxid)

Diese Menschen haben wenig Kraft in jeder Hinsicht. Sie sind schwach und mager. Hirnleistungsstörungen stellen sich in der zweiten Lebenshälfte bald ein. Dies zeigt sich zuerst mit schnell entstehender Erschöpfung durch nervliche Anspannung, Vergesslichkeit, depressive Verstimmungen bis hin zur echten Depression mit Schlafstörungen und anhaltender Traurigkeit. Ihre Haut und Schleimhäute sind trocken. In der Haut entstehen Risse, es bilden sich juckende Ekzeme. Chronische Verstopfung; selbst weicher Stuhl kann aufgrund der schwachen Darmtätigkeit kaum abgesetzt werden. Die Patienten leiden unter Koordinationsstörungen, welche sich in einem unsicheren Gangbild zeigen.

Verschlechterung: morgens beim Erwachen (sie wollen gar nicht erst aufstehen), Kälte, Kartoffelgerichte

Besserung: Spaziergänge in frischer kühler Luft, Waschen mit kaltem Wasser

Aloe

(Aloe-Pflanze):

Der Saft dieser Pflanze wirkt hauptsächlich auf den Dickdarm. Der Gebrauch von Urtinkturen kann zu heftigen, wässrigen oder geleeartigen Durchfällen mit Krämpfen führen, sodass der Stuhl wie ein Wasserstrahl herausspritzt. Dementsprechend ist Aloe homöopathisch bei gleichartigen Beschwerden angezeigt, aber nur dann, wenn sie nicht auf einem Konsum von Aloepräparaten zurückzuführen sind (s. u. die Arzneimittelbeschreibung von Sulfur). Es werden übelriechende, als heiß empfundene Blähungen abgegeben, die weit aus der Körpermitte, aus dem entzündeten Dickdarmbereich kommen. Völlig unerwartet kann bei einem Blähungsabgang breiiger Stuhl abgesetzt werden. Auch ohne Blähungen kann der Stuhl unwillkürlich abgehen oder es baut sich ein enormer Druck auf, sodass die Ausscheidungen nicht gehalten werden können. Wundheit am After mit schmerzenden, abgeklemmten, prallen Hämorrhoiden, die wie Kirschen oder Trauben vor dem After sitzen. Völle- und Schweregefühl im Leib. Portaderstauung. Wenn diese venösen Stauungen ein Dauerzustand geworden sind, verlieren die Betroffenen jegliche Lust an körperlichen oder geistigen Aktivitäten.

Verschlechterung: in den frühen Morgenstunden und durch Wärme

Besserung: bei kühlem Wetter, durch kalte Waschungen

Aesculus hippocastanum

(Rosskastanie):

Diese Arznei hat Beziehung zum Venensystem. Unsere Venen sind prall gefüllt, was bei Menschen mit sitzender oder stehender Tätigkeit zu Krampfadern und Hämorrhoiden führen kann. Selbst die Venen im Bauchraum sind gestaut. Die Schleimhäute sind trocken. Die Hämorrhoiden stechen im Enddarm und lassen dort ein Wärmegefühl entstehen. Krampfende Schmerzen stellen sich beim Stuhlgang ein. Außerdem Rückenschmerzen mit Schweregefühl im unteren Lendenwirbel- und Kreuzbeinbereich.

Verschlechterung: durch Stehen und Sitzen, aber auch bei Bewegung, wenn die Venenstauungen bereits manifest geworden sind

Besserung: bei kühlem Wetter, in frischer kühler Luft

Aconitum

(Blauer Eisenhut)

Charakteristisch sind plötzliches Einsetzen und Heftigkeit der Symptome. Überempfindlichkeit der Sinnesorgane, Unruhe, Todesangst, Panikzustände, starke, unerträglich anmutende Schmerzen, häufig begleitet von lokaler Taubheit oder Kribbeln. Trockene, heiße Haut und großer Durst. Wärme wird nicht vertragen, die Bettdecke wird weggestoßen.

Verschlechterung: abends und nachts, im warmen Zimmer, durch Linksseitenlage

Besserung: durch frische Luft, Ruhe, Einsetzen von Schweißabsonderung

Acidum phosphoricum

(Phosphorsäure)

Die Patienten fühlen sich emotional und körperlich ausgelaugt, Erschöpfungszustand durch (plötzlichen) Kummer, zehrende Krankheit mit häufigem Schwitzen und allgemeinem Schwächegefühl, blasses und krankes Aussehen. Der „Acidum phos.-Patient“ ist lustlos, kommt kaum noch in Gang; alles ist zu anstrengend, Kopfschmerzen nach innen drückend im Scheitelbereich. Wenig Appetit, jedoch ein auffallendes Verlangen nach frischem Obst, insbesondere nach (frisch gepressten) Fruchtsäften. Häufig große Mengen Durchfall, der Durchfall schwächt den Patienten aber nicht, häufiges Wasserlassen, besonders in der Nacht, Schwäche in der Brust vom Sprechen oder Husten, Haarausfall und frühzeitiges Ergrauen. Das Mittel passt gut bei schnell wachsenden, blassen Jugendlichen, die Kummer mit sich tragen. Sie können sich schlecht konzentrieren. Nach körperlicher Anstrengung treten ziehende Schmerzen in den Knochen oder Knochenhautentzündungen auf. Den Patienten wird leicht schwindelig, sie haben das Gefühl im Rücken durchzubrechen, wenn sie länger stehen müssen, sie stolpern häufig und knicken leicht um.

Verschlechterung: schon durch leichte körperliche Belastung, Lärm, Kälte Unruhe, Reizüberflutung (Fernsehen, Musik etc.)

Besserung: durch Schlaf, Ruhe, Wärme; aber auch Besserung der Schmerzen und des Allgemeinbefindens durch Bewegung

Acidum nitricum

(Salpetersäure)

Die Haut an den Übergängen zur Schleimhaut ist entzündet und eingerissen. An den erkrankten Stellen kommt es zu splitterartigen heftigen Schmerzen. Bei Rissen im After (Analfissuren) können die Schmerzen stundenlang nach dem Stuhlgang anhalten. Die Schleimhäute sind geschwollen, es zeigen sich Schleimhautgeschwüre, z.B. Aphten, diese können auch bluten. Patienten haben einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt und neigen zu Durchfall. Sie schlafen schlecht, werden ca. alle 30 Minuten wach, verbringen die Nacht im Halbschlaf, sind mürrisch, reizbar, nervös oder wütend. Über ihre eigenen Zustände können sie in Verzweiflung geraten.

Verschlechterung: Alle Beschwerden werden durch Kälte oder bei heißem Wetter schlimmer. Auch abends und nachts können sich Beschwerden verschlechtern.

Besserung: bei leichter Bewegung

Acidum fluoricum

(oder Acidum hydrofluoricum Flusssäure)

Die Patienten sind mager, trotz guten Appetits, sie sind ständig in Eile oder fühlen sich gehetzt, sie arbeiten gerne körperlich und überlasten dabei ihren Bewegungsapparat, sodass es zu chronischen Knochenhaut- und Gelenkbeschwerden kommt, sie leiden unter Ekzemen (Juckflechten) und können ein gestörtes Wachstum der Finger- und Zehennägel aufweisen.

Verschlechterung: in der Wärme

Besserung: Kälte

Abrotanum (Eberraute)

Die Patienten sind mürrisch, niedergeschlagen und reizbar. Die Haut im Gesicht sieht schon bei Säuglingen und kleinen Kindern aus wie die dünne, welke Haut eines alten Menschen. Eigenartiges Gefühl, dass der Magen in Wasser schwimmt. Erbrechen großer Mengen stinkender Flüssigkeit, aufgeblähter Bauch, Durchfall und Verstopfung wechseln sich ab. Zudem können Würmer auftreten (Oxyuren) und die Patienten haben das Gefühl, als würden die Eingeweide absinken. Trockener Husten nach Durchfall, Schmerzen in Schultern und Armen, vor allem aber auch in Hand- und Sprunggelenken, Starke Abmagerung der Beine, Ausschläge im Gesicht, Haarausfall, juckende, rote Hautstellen nach Frosteinwirkung, Frostbeulen.

Verschlechterung: kalte Luft, Unterdrückung von Absonderungen, z.B. Schweiß durch Deodorantien

Verbesserung: Bewegung

Font Resize