BPH-Webinar: Homöopathie, wie funktioniert das?

Wollten Sie schon immer wissen, wie das in der Homöopathie mit den Potenzen funktioniert, wie “Ähnliches mit Ähnlichem” geheilt wird oder was Akut- und was Konstitutionsmittel sind? In unserem kostenlosen BPH-Webinar vermittelt Heilpraktikerin Heike Sebastian Wissen über die Grundlagen der Homöopathie. Also mitmachen am  Donnerstag, den 27. Juni um 19 Uhr.

Was heißt Homöopathie?

Der Begriff Homöopathie kommt aus dem Griechischen. Er setzt sich zusammen aus Homöo, von Homoios, welches ähnlich bedeutet und Pathie, von Pathos, welches Krankheit heißt. Homöopathie bedeutet also ähnliche Krankheit.

Zum weiteren Verständnis dient der Satz Dr. Samuel Hahnemanns: „Similia Similibus curentur“, Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden. Dieser Satz geht auf den Chinarindenversuch zurück, der als Geburtsstunde der Homöopathie gilt.

Der Chinarindenversuch

Samuel Hahnemann war unter anderem auch Arzt. Er hatte eine Praxis und behandelte seine Patienten mit den damals herkömmlichen Mitteln der Medizin. Zur damaligen Zeit gab es noch viele Kolonien der europäischen Länder und ein Hauptproblem dieser Kolonien war die Malariaverseuchung, die sehr viele Opfer forderte. Man bediente sich zur Vorbeugung der Chinarinde, den meisten von uns bekannt unter dem Namen Chinin.

Samuel Hahnemann übersetzte eine Abhandlung seines ärztlichen Kollegen Cullen über die magenstärkende Wirkung der Chinarinde, die nebenbei bei der Behandlung entdeckt worden sei. Hahnemann war schon immer ein sehr kritischer Zeitgenosse, der fast alles hinterfragte und sich auch in diesem Fall selbst eine Meinung von der magenstärkenden Wirkung machen wollte. So führte er einen Selbstversuch durch und ihm fiel auf, dass er malariaähnliche Symptome entwickelte, die sich nach Absetzen der Chinarinde wieder zurückbildeten. Man sagt, dies sei die Geburtsstunde der Ähnlichkeitsregel.

In vielen weiteren Versuchen an sich selbst, seiner Familie, Freunden und Kollegen untersuchte er in der Folgezeit immer mehr Stoffe tierischen, pflanzlichen und mineralischen Ursprungs. Die homöopathischen Mittel wurden und werden also an gesunden Menschen geprüft und die Symptome dokumentiert, so entsteht ein Arzneimittelbild

Potenzierung, mehr als nur Verdünnung

Eine weitere Besonderheit ist die Potenzierung. Da viele Mittel bei der Suche nach Symptomen bzw. beim Einsatz als Arznei zu starke Reaktionen hervorriefen oder vielfach auch giftigen Ursprungs waren, begann Hahnemann die Mittel zu verdünnen. Nach vielen Versuchen entdeckte er, dass die verdünnte Substanz bei zusätzlicher Verschüttelung, sehr viel stärker im Heilprozess wirkte und der Verlauf milder war. In der Regel wird die Ausgangssubstanz zuerst durch Verreibung mit Milchzucker verdünnt, um später mit Alkohol weiter verschüttelt zu werden.

Hahnemann arbeitet nach dem Centesimalsystem. Dabei wird ein Anteil der Substanz auf 99 Anteile Milchzucker verrieben und dies 3-mal wiederholt. Je nach gewünschtem Potenzierungsgrad wird nun ein Teil Milchzucker-Substanz-Mischung mit 99 Teilen Alkohol entsprechend oft verschüttelt. Bei Arnika C12 beispielsweise noch 9-mal.

Ähnliches mit Ähnlichem heilen und das ähnlichste Mittel finden

Symptome von Krankheit und Mittel sollen deckungsgleich sein, um zur Heilung zu führen. Um bei Krankheiten ein Mittel zu finden, welches auf diese Krankheit passt, das heißt, ein Mittel zu finden, welches genau die Symptome produziert, wie die Krankheit des Patienten, müssen viele Mittel geprüft werden. So erfährt man, welche Symptome dem Mittel zu eigen sind. Da nach den Symptomen Ausschau gehalten wird, ist es vordergründig unerheblich, welchen Namen die Krankheit hat. Wir kennen den Herzinfarkt, die Grippe, eine Erkältung, eine Migräne und so fort. Diese Krankheitsbezeichnungen umschreiben einen Komplex von Symptomen. Es wird angenommen, der Herzinfarkt habe die Ursachen einer Gefäßverkalkung. Woher kommt die Gefäßverkalkung? Beispielsweise durch die Risikofaktoren Diabetes, Übergewicht, Stress, Rauchen und hohe Blutfettwerte.

Nun kann man aber auch Menschen beobachten, die keinen dieser Risikofaktoren besitzen und trotzdem einen Herzinfarkt bekommen. Auch gibt es Patienten, die viele dieser Risikofaktoren mit sich herumschleppen und nichts passiert. Außerdem hat Hahnemann durch seine akribischen Anamnesen beobachten können, dass unterschiedliche Patienten bei gleicher Krankheitsbenennung, komplett verschiedene Empfindungen und Symptome offenbarten und dass deren Lebenslauf sich von anderen Fällen unterschied, obwohl sie laut Schulmedizin dieselbe Krankheit hatten und auch mit gleichen Mitteln behandelt wurden.

Bei der Homöopathie wird versucht, das komplette Bild einer Erkrankung bei einem bestimmten Menschen zu erfassen, alle zu erkennenden Symptome der Erkrankung zu sehen und ein Arzneimittel zu finden, welches in idealer Weise alle diese Symptome in sich vereint. Diese Arznei wäre das Similibum, das Ähnlichste und würde diesen Menschen heilen.

Die Säulen der Homöopathie sind also

  • Die Ähnlichkeitsregel
  • Die Herstellung des Arzneimittels durch „Potenzierung“ einer Substanz
  • Die Arzneimittelprüfung am Gesunden

Autorin: Heike Sebastian, www.feloidea.de/

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