Crowdfunding Homöopathie-Forschung: Wie Homöopathie Antibiotikaresistenzen vermeiden hilft

Die Weltantibiotikawoche (WAAW) der WHO – wir berichteten – findet in diesem Jahr  vom 12. bis 18. November statt. Es wird zu einem vorsichtigen Umgang mit Antibiotika aufgerufen, damit sie nicht wirkungslos werden. Im Rahmen der Weltantibiotikawoche startet heute die gemeinnützige Forschungsinitiative Campace Research GmbH eine Crowdfunding Kampagne mit dem Ziel, Gelder für die Finanzierung von Homöopathie-Forschung zu sammeln. Der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) unterstützt Campace Research und stellt fünf Jahresmitgliedschaften für das Crowdfunding zur Verfügung. Erforscht werden soll, wie sich Infektionen mit bereits resistenten Erregern am besten homöopathisch behandeln lassen und bei welchen Infektionen Homöopathika eine sinnvolle  Alternative zu Antibiotika sind..

Resistenzbildung wird zu einem immer größeren Problem für die Weltbevölkerung

Die WHO rechnet bis 2050 mit jährlich ebenso vielen Toten wie durch Krebs.1 Auch wenn diese Zahlen nicht unumstritten sind12 ist doch klar, dass mit einer starken Steigerung der Todeszahlen zu rechnen ist. Hinzu kommen enorme Kosten für die Gesundheitssysteme. Neben der Entwicklung neuer Antibiotika ist es deshalb von größter Wichtigkeit, wirkliche Alternativen zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass Antibiotika wirksam bleiben.

Gerade im Bereich der Erkrankungen der oberen Atemwege, die zu ca. 90 Prozent viral bedingt sind bieten naturheilkundliche Verfahren eine sinnvolle Alternative zu den hierbei gängigen Antibiotikaverschreibungen. Letztere sind, so keine bakterielle Superinfektion vorliegt, wirkungslos, machen aber 80 Prozent der Antibiotika-Verschreibungen in der ärztlichen Praxis aus. Kritische Mediziner sprechen hier auch von Edelplacebos. Im Gegensatz zu Placebos  können Antibiotika aber verschieden akute Nebenwirkungen haben, und zudem einen schädigenden langfristigen Einfluss auf die Darmflora der Patienten, das sogenannte Mikrobiom. Forscher haben in diesem Zusammenhang nachgewiesen, dass Antibiotikakuren das Risiko einer entzündlichen Darmerkrankung um jeweils 6 Prozent steigern. Die schädlichen Effekte sind bei sehr jungen Kindern besonders ausgeprägt und jede weitere antibiotische Behandlung erhöht das Risiko zusätzlich.8 Auch kann es zur Ausbreitung des Bakteriums Clostridium difficile kommen, dass zu schweren Durchfällen und Schädigung des Darmes führen kann 6,8. Außerdem gibt es Zusammenhänge mit Übergewicht – wie wir es aus dem Antibiotika-Einsatz als Masthilfe in der Tierhaltung kennen – bzw. Gedeih-Störungen, wie andere Arbeiten zu dem Thema nahe legen 7.

Homöopathie als sinnvolle Alternative

Die Homöopathie kann vielfach eine sinnvolle Alternative darstellen. Sie richtet sich nicht gegen einen bestimmten Erregertyp, sondern versetzt den Patienten in die Lage, die Infektion mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu überwinden. Dazu gibt es zum einen verschiedene Studien 2-5,  und auch die Endverbraucher geben an, Homöopathika häufig in diesem Bereich einzusetzen. Dies ist nicht nur für die Patienten sinnvoll, sondern auch für die Umwelt, da diese Patienten keine materiellen Arzneimittel oder deren Abbauprodukte ausscheiden und somit nicht zur Belastung von Gewässern beitragen. Das Homöopathika auch in der Herstellung einen sehr geringen Einfluss auf die Umwelt haben, sei hier nur am Rande erwähnt 11.

Die gemeinnützige Campace Research GmbH

Um zukünftig noch mehr und qualitativ hochwertige Forschungsarbeit im Bereich Homöopathie zu leisten, haben wir Anfang des Jahres die gemeinnützige GmbH Campace Research gegründet, die es sich zur Aufgaben gemacht hat, alternativ- und komplementärmedizinische Verfahren – mit Fokus auf Homöopathie – zu erforschen und dieses Wissen kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Wie wird sich Campace Research mit dem Thema Resistenzen beschäftigen?
Da uns hier bisher nur wenig klinische Daten vorliegen, arbeiten wir den aktuellen Forschungsstand heraus und werden im Anschluss daran geeignete Forschungskonzepte entwickeln. Uns stellt sich die Frage, wie sich Infektionen mit bereits resistenten Erregern am besten homöopathisch behandeln lassen. Hierfür möchten wir zum einen Daten aus den Praxen sammeln und später zusätzlich in-vitro Tests durchführen um das gesamte Potenzial der verfügbaren homöopathischen Arzneien nutzen zu können. Die zweite Frage, die es zu klären gilt: Wie lässt sich der Einsatz von Antibiotika durch Anwendung von Homöopathika sinnvoll reduzieren, um so Resistenzbildungen zu verhindern?

Crowdfunding als Weg zur Finanzierung von Homöopathieforschung

Im Rahmen der Weltantibiotikawoche vom 12-18. November startet Campace Research eine Crowdfunding Kampagne, bei der es viele interessante Unterstützerprämien aus dem Bereich Homöopathie-Software, E-Learning, Datenbankzugänge, digitale Zeitschriften und anderes mehr zu finden sind. Innerhalb der Kampagne können sie auch Spenden – diese sind steuerlich absetzbar. Die Aktion wird vom 18. November bis 15. Dezember laufen und das Team von Campace bittet alle Unterstützerinnen und Unterstützer der Homöopathie, sich mit einzubringen und die Aktion in den eigenen Netzwerken zu teilen. Erst wenn die 10.000 Euro-Marke erreicht ist, wird die Kampagne zum Erfolg und das Geld steht für die Projekte zur Verfügung.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an research@campace.org

Literatur:

  1. WHO, fact sheets http://www.who.int/mediacentre/factsheets
  2. Jacobs J, Springer DA, Crothers D. Homeopathic treatment of acute otitis media in children: a preliminary randomized placebo-controlled trial. Pediatr Infect Dis J., 2001; 20(2): 177-83 | PubMed
  3. Sinha MN, et al. Randomized controlled pilot study to compare Homeopathy and Conventional therapy in Acute Otitis Media. J. Fac. Homeopat., 2012; 101:5–12 | PubMed
  4. Mathie RT, Frye J & Fisher P. Homeopathic Oscillococcinum(®) for preventing and treating influenza and influenza-like illness. Cochrane Database Syst. Rev., 2012; 12:CD001957 | PubMed
  5. Haidvogl M. et al. Homeopathic and conventional treatment for acute respiratory and ear complaints: A comparative study on outcome in the primary care setting. BMC Complement and Altern Med, 2007; 7:7 |
  1. Beaugerie, L., Flahault, A., Barbut, F., Atlan, P., Lalande, V., Cousin, P., . . . Petit, J. C. (2003). Antibiotic-associated diarrhoea and Clostridium difficile in the community. Aliment Pharmacol Ther, 17(7), 905-912.
  2. Cox, L. M., & Blaser, M. J. (2015). Antibiotics in early life and obesity. Nat Rev Endocrinol, 11(3), 182-190. doi:10.1038/nrendo.2014.210
  3. Kronman, M. P., Zaoutis, T. E., Haynes, K., Feng, R., & Coffin, S. E. (2012). Antibiotic exposure and IBD development among children: a population-based cohort study. Pediatrics, 130(4), e794-803. doi:10.1542/peds.2011-3886
  4. Mullish, B. H., & Williams, H. R. (2018). Clostridium difficile infection and antibiotic-associated diarrhoea. Clin Med (Lond), 18(3), 237-241. doi:10.7861/clinmedicine.18-3-237
  5. Ungaro, R., Bernstein, C. N., Gearry, R., Hviid, A., Kolho, K. L., Kronman, M. P., . . . Atreja, A. (2014). Antibiotics associated with increased risk of new-onset Crohn’s disease but not ulcerative colitis: a meta-analysis. Am J Gastroenterol, 109(11), 1728-1738. doi:10.1038/ajg.2014.246
  6. Chatfield, K. (2016) Homeopathy – Green and sustainable – first published in the Faculty of Homeopathy’s newsletter simile. facultyofhomeopathy.org
  7. de Kraker MEA, Stewardson AJ, Harbarth S (2016) Will 10 Million People Die a Year due to Antimicrobial Resistance by 2050? PLoS Med 13(11): e1002184. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1002184
  1. Häufiger Einsatz von Endverbrauchern bei URTI KANTArR 2018 von DHU beauftragt

 

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