Einspruch gegen ZDF: “Unvollständige, verzerrte und falsche Darstellung der Homöopathie”

Der Münchner Internist Dr. med. Ulf Riker wendet sich mit einer wohl begründeten Kritik an das ZDF. Aus seiner Sicht ist der Beitrag „Homöopathie und guter Glaube – Homöopathie auf dem Prüfstand” vom 17. Januar 2019 tendenziös und manipulativ. Bringt man sein Auto auf den Prüfstand des TÜVs, dann geht man zu recht davon aus, dass hier ausgebildete und erfahrene Techniker am Werke sind, die sich mit Autos in allen relevanten Details auskennen. ZDF Zoom hingegen stellt die Homöopathie auf den „Prüfstand“, unter den Prüfern finden sich jedoch keine Fachleute mit homöopathischer Qualifikation.

  1. Der Film erweckt den Anschein der Ausgewogenheit, es kommen neben zwei homöopathischen Ärzten auch zwei Patientinnen mit positiver eigener Erfahrung zu Wort, allerdings nur im ersten Teil des Films. Im weiteren Verlauf gewinnen die ablehnenden Stimmen (insbesondere ausgewählte Politiker, ein Dopingexperte) absolutes Übergewicht. Im Ergebnis stehen formale Gründe („Sonderrolle“ der Homöopathie, „fehlende Evidenz“) im Mittelpunkt der ablehnenden Argumentation, ein Brückenschlag zu den Interessen und Erfahrungen von Patientinnen und Patienten wird nicht ansatzweise versucht! Die Ausgewogenheit der Darstellung ist damit nicht gewahrt.
  2. Von allen zu Wort kommenden Kritikern wird – gebetsmühlenartig – die fehlende Evidenz angeprangert. Dabei wird der Evidenzbegriff auf angeblich fehlende Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie eingeengt, die beiden anderen Säulen der „evidenzbasierten Medizin“, nämlich Erfahrung der Ärzte und Wünsche der Patienten bleiben hingegen unberücksichtigt. Auch diese unvollständige und unausgewogene Darstellung widerspricht journalistischer Sorgfaltspflicht und führt zu einer einseitigen und verzerrten Schlussfolgerung.
  3. Im Interview mit einem ausgewiesenen Experten (Dr. Jens Behnke, Carstens-Stiftung) zu Fragen der aktuellen Forschungslage und zu wissenschaftlichen Studien wurde umfangreiches Material zusammengetragen, das dann aber keinen Eingang in den Film fand, vermutlich deshalb, weil es im Widerspruch steht zur angeblich fehlenden Evidenz. Tatsächlich gibt es Metaanalysen sowie Ergebnisse der Grundlagen- und Versorgungsforschung, die der Homöopathie eine eindeutige Wirksamkeit bestätigen. Die Unterschlagung dieser Information enthält dem Zuschauer relevante Informationen bewusst vor.
  4. Sicher sei nur, dass die Homöopathie ein riesiges Geschäft sei. Mit diesem Argument werden Hersteller homöopathischer Arzneien, Apotheker, Ärzte und Heilpraktiker pauschal als Abzocker diskriminiert. Unerwähnt bleibt, dass viele Patienten ihre homöopathischen Arzneien aus eigener Tasche zahlen, dass die Erstattung durch gesetzliche Krankenkassen 2016 z.B. nur 0.05 Prozent der Gesamtausgaben für Arzneimittel betrug oder dass Homöopathie auf längere Frist durchaus das Potential zu Einspareffekten im Gesundheitswesen haben kann.

Unvollständige, verzerrte oder auch falsche Darstellung der Homöopathie soll im Filmbeitrag den Boden bereiten, dass am Ende nicht mehr Wirksamkeit und Erfolge der Homöopathie, sondern nur noch formale Aspekte („Sonderstellung“) im Zentrum der Betrachtung stehen. Diese Art der Darstellung ist eindeutig tendenziös und manipulativ. Das ZDF wird damit seinem Auftrag als gebührenfinanzierte, öffentlich-rechtliche Sendeanstalt nicht gerecht und überlässt die Bühne der Sachinformation zur Homöopathie einer kleinen, konzertiert agierenden Gruppe der „Skeptikerbewegung“. Zahllose Patienten und ihre homöopathischen Ärzte werden auf totalitäre Weise bevormundet, wenn Herr Hecken vom Gemeinsamen Bundesausschuss mit den Worten zitiert wird: den Krankenkassen sollte verboten werden, Homöopathie zu bezahlen. Begründung: wiederum die fehlende Evidenz! Die Unterschlagung von Fakten, welche die Evidenz belegen ist Mittel zum Zweck, die Homöopathie aus der Gesundheitsversorgung der BRD zu eliminieren.

Dr. med. Ulf Riker, München

 

 

 

 

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