FDP Bayern scheitert mit Dringlichkeitsantrag gegen Homöopathie

Die bayerische FDP möchte den Kassen die Erstattung homöopathischer Arzneien verbieten, ihnen den Status “Arzneimittel” nehmen und die Apothekenpflicht beenden. Dieser Antrag wurde heute Nachmittag im bayerischen Landtag diskutiert und von den anderen Parteien abgelehnt. Meinolf Stromberg, Vorsitzender des Bundesverbandes Patienten für Homöopathie (BPH), dankt den Politikerinnen und Politikern, die sich für Therapievielfalt, Selbstbestimmung und Patientensicherheit eingesetzt haben.

Die FDP begründet ihren Dringlichkeitsantrag mit dem aus ihrer Sicht fehlenden Wirksamkeitsnachweis der Homöopathie. Jens Spahn hatte sich in der vergangenen Woche hinter die Kostenerstattung der homöopathischen Arzneien gestellt.

Deshalb gehört die Homöopathie ins Gesundheitssystem

Rund 75 % Bevölkerung wünscht sich ein Miteinander von Homöopathie & Co. und der konventionellen Medizin (Kantar TNS 2018). Der Bertelsmann Gesundheitsmonitor 2014 stellt fest: „84 Prozent der Befragten geben an, den Arzt gezielt wegen der homöopathischen Behandlung aufgesucht zu haben. … Als häufigstes Motiv für den Besuch nennen die Teilnehmer, dass anderswo keine Besserung erzielt worden war (49 %). Die Homöopathie bietet hier häufig Auswege, nicht immer, aber zu meist kann zumindest die Lebensqualität des Patienten verbessert werden. Therapiefreiheit, Therapievielfalt und Selbstbestimmung auch im Bereich der Gesundheit sind hohe Werte einer offenen Gesellschaft. Zunehmend wird an diesem gesellschaftlichen Konsens gerüttelt – und dies oft im Namen des Patientenschutzes.

Es gibt viele gute Studien, die für Homöopathie sprechen

Eins ist sicher, die Homöopathie ist eine wirksame Methode, das ist vielfach durch Studien belegt. Doch es konnte bis heute nicht erforscht werden, wie die Homöopathie wirkt – der Wirkmechanismus ist noch nicht entschlüsselt. Der Goldstandard in der medizinischen Forschung für den Beleg von Wirksamkeit und Sicherheit einer Arznei sind bis heute noch die sogenannten RCTs – randomisierte kontrollierte Studien. Bis Ende 2014 wurden 189 RCTs zur Homöopathie bei 100 verschiedenen Erkrankungen in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. 104 dieser Studien gelten als sehr hochwertig und kommen für eine weitere detaillierte Bewertung in Frage.

Patientensicherheit bedeutet: Qualitativ hochwertige homöopathische Arzneien, die durch Apotheken vertrieben werden und gut ausgebildete Therapeuten, die Homöopathie und konventionelle Medizin verbinden können.

 

Apothekenpflicht ist im Sinne des Patientenschutzes

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) regelt die Registrierung der Homöopathika und stellt Qualität und Unbedenklichkeit fest. Dies geschieht im Sinne des Patientenschutzes, mit Erfolg. Gefährdungen von Patienten durch regelkonforme Einnahme von Homöopathika sind nicht bekannt. Auch die Apothekenpflicht ist im Sinne des Patientenschutzes wichtig. Da Homöopathika ohne Indikation abgegeben werden, ist eine Beratung durch Apotheker wichtig – zumal der Großteil der Homöopathika ohne Verordnung für die Selbstmedikation erworben wird.

Die Homöopathie-Patienten zahlen rund 90 Prozent der Kosten selber

Homöopathie ist keine GKV-Regelleistung, den Kassen ist aber im Rahmen von Satzungsleistungen freigestellt, die ärztlichen Kosten zu übernehmen. Das tun in der Tat rund 2/3 der Kassen und haben damit gute Erfahrungen gemacht. 0,03 % der GKV-Ausgaben gehen zu Lasten der Homöopathie und damit der Solidargemeinschaft, oder wie kürzlich die Barmer twitterte: Von 100 ausgegebene Euro entfällt 1 Cent auf die Homöopathie. Eine Gegenrechnung, wieviel Beitragsgeld durch Homöopathie-Patienten eingespart wird, ist nicht bekannt.

 

 

 

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