„Alternativloses Heilen – Welche Medizin wir bekommen, wenn Globuli & Co. verschwunden sind“

Am 12. Mai erscheint das neue Buch von Hans-Josef Fritschi. Wir haben den Autor gebeten, es uns vorab schon mal vorzustellen:

Die gegenwärtigen Angriffe gegen die Homöopathie gehen von einer bestimmten Bewegung aus, die einem streng rationalistischen, einzig die Naturwissenschaft als Fundament akzeptierenden naturalistischen und materialistischen Weltbild zum gesellschaftlichen Durchbruch verhelfen will. Ihre Vertreter, die sich selbst als „Skeptiker“ bezeichnen, wollen alle Bereiche von Wissenschaft und Gesellschaft von sogenannten „irrationalen Glaubenssystemen“ befreien. In der Medizin kämpfen sie gegen alternative und komplementäre Verfahren, allen voran die Homöopathie. Ihr Ziel ist eine Medizin als „reine Lehre“, die sich ausschließlich als Teil der Naturwissenschaft versteht. Diese rationalistische Einheitsmedizin soll ihrer Meinung nach wirksamer und ehrlicher sein.

Ideologisierung der Wissenschaft

Ich habe mich ausführlich mit den Positionen der „Skeptiker“ auseinandergesetzt und ihre Argumente analysiert. Dabei komme ich zu dem Ergebnis, dass hier oft von „eindeutigen Fakten“ die Rede ist, die die Wirkungslosigkeit von Globuli & Co zweifelsfrei belegen würden, dass diese aber oft auf tönernen Füßen stehen. Im ersten Teil des Buches zeige ich die Denkfehler und Achillesfersen der Skeptiker-Argumente auf, und gehe dabei vor allem auf die Debatte um die Homöopathie ein. Dabei zeigt sich, dass der missionarische Eifer, den die Skeptiker im Kampf gegen die Globuli häufig an den Tag legen, seinen Ursprung in einer Ideologisierung der Wissenschaft hat. Dabei wird Wissenschaft missbraucht, um eine fundamentalistisch-szientistische Weltsicht zu begründen und zum allgemeinen Durchbruch zu verhelfen. Die Angriffe auf die Homöopathie sind deshalb so heftig, weil dieses Heilverfahren zum einen diesem Weltbild diametral gegenübersteht und es zum andern so ungemein erfolgreich ist.

Das Ende der freien Therapiewahl

Im zweiten Teil des Buches widme ich mich der Frage, auf welche Medizin man sich einstellen muss, sollten die „Skeptiker“ Erfolg haben, und ihre Forderungen nach Ausgrenzung komplementärmedizinischer Verfahren aus der Medizin von der Politik umgesetzt würden. Ausführlich lege ich dar, dass viele Bereiche der Gesellschaft dadurch teilweise gravierende Nachteile erleiden würden – allen voran die Patienten. Ihnen würde die freie Therapiewahl genommen, unter dem Vorwand, nun eine bessere Medizin zu bekommen. Dass dies ein gefährlicher Trugschluss ist, zeige ich ausführlich anhand anschaulicher Beispiele. Aber ich hinterfrage nicht nur das Medizinmodell der „Skeptiker“, sondern entwerfe auch ein Gegenmodell, das den unlösbar scheinenden Konflikt zwischen Schul- und Alternativmedizin überwinden kann. Dabei komme ich zu der Auffassung, dass die Begriffe alternativ, komplementär und integrativ die unkonventionellen Heilverfahren nur ungenügend beschreiben können – was auf der anderen Seite auch für den Begriff Schulmedizin gilt. Ich schlage vor, die Medizin in zwei polare Bereiche aufzuteilen, in eine Selbstheilungsmedizin und eine Interventionsmedizin. In die erste sollen alle Verfahren eingegliedert werden, deren Ziel es ist, die selbstregulierenden Kräfte im Menschen zu fördern und die davon ausgehen, dass die Heilung eine Reaktion des „inneren Arztes“ darstellt. Die Interventionsmedizin hingegen setzt ausschließlich auf kausal wirksame Eingriffe mechanischer, physikalischer oder chemischer Art, um den Körper des Menschen so zu beeinflussen, dass Krankheiten beseitigt werden. Sie wirkt dann über den „äußeren Arzt“. Beide Bereiche der Medizin sollten partnerschaftlich zusammenarbeiten und sich gegenseitig inspirieren. Daher nenne ich diese Medizin eine „dyadische Medizin“.

Zusammenfassung

„Alternativloses Heilen“ ist ein Buch, das nicht nur die aktuelle Situation in der Homöopathie-Debatte beleuchtet. Es stellt den Lesenden ein klares Bild vor Augen, welche Konsequenzen die Ausgrenzung komplementärer Verfahren aus der Medizin haben wird, und mit welchen Nachteilen die betroffenen Patientinnen und Patienten zu rechnen haben. Darüber hinaus entwirft es aber auch ein ganz neues Konzept wie Schul- und Alternativmedizin eine moderne, zukunftsfähige Medizin bilden können, und das jedem ideologisch motivierten Konflikt der Lager den Boden entzieht.

Hans-Josef Fritschi: Alternativloses Heilen – Welche Medizin wir bekommen, wenn Globuli & Co. verschwunden sind

160 Seiten, 18,00 €, zu Klampen Verlag, ISBN-13 9783866746091

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