„Gesunde, nachhaltig hergestellte Lebensmittel statt Nahrungsmittel ohne Leben“

Ein Gespräch des Bundesverbandes Patienten für Homöopathie (BPH) mit dem Manager Georg Sedlmaier über gesunde Lebensmittel, die Macht der Verbraucher und den Stellenwert der Homöopathie. Sedlmaier hat eine Vision: „Ich möchte möglichst viele Verbraucher zu selbstbestimmenden Personen machen, damit jetzt und in Zukunft gesunde Lebensmittel zu bezahlbaren Preisen verfügbar sind.“

Wir treffen Georg Sedlmaier auf einer Tagung der von ihm gegründeten Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel in Berlin. Dort geht es um Bio-Lebensmittel, Faire Trade und Handelskonzerne. Er war viele Jahre im Vorstand eines solchen Konzerns mit einem Umsatz von einer Milliarden Euro und 7.000 Mitarbeitern. „Aber an einem Neujahrstag habe ich in den Spiegel geschaut und war mit mir nicht mehr einverstanden“, erzählt der Manager, „Ich habe auf ein Blatt geschrieben: Ich gründe die Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel.“  Auslöser dafür war ein Erlebnis, das viele, viele Jahre zurück lag. Auf einer USA-Rundreise waren Sedlmaier die vielen übergewichtigen Kinder und Jugendlichen aufgefallen, ihm war klar, dass dies auch die Realität für Deutschland wird.

„Macht den Einkaufszettel zum Stimmzettel“

„Gesunde, nachhaltig hergestellte Lebensmittel statt Nahrungsmittel ohne Leben in die Märkte zu bringen, ist bis heute mein Wunsch“, sagt Georg Sedlmaier. Sein Plan: „Handelseigenmarken ohne Fremdstoffe zu entwickeln“. Die größeren Ketten können solche Produkte entwickeln und auf den Markt bringen. „Verbraucher erhalten so die Wahlmöglichkeit und können mit ihrem Einkaufszettel abstimmen“, so Sedlmaier. In seiner Branche ist er eine Größe und der Plan scheint aufzugehen. Zu Beginn der 1990er Jahre lag der Marktanteil der Bio-Produkte bei einem Prozent – heute in manchen Städten bereits bei bis zu 30 Prozent. „In der Werbung wird heute besonderen Wert darauf gelegt, dass Produkte ohne Zusatzstoffe sind – und da lacht mein Herz“, freut sich der 73-jährige.

„Homöopathie ist sinnvoll für Mensch und Tier“

Sedlmaier weiß, dass Verbraucher zunehmend Wert auf artgerechte Haltung der sogenannten Nutztiere legen. „Das wird auch von uns noch zu wenig beachtet“, gesteht Sedlmaier ein – aber auch hier gilt sein Credo: Machen. Denn die Handelsketten haben es auch in diesem Gebiet in der Hand, das Tierwohl nicht nur als Alibiveranstaltung zu verstehen. Georg Sedlmaier plädiert für ein Miteinander von Homöopathie und konventioneller Medizin: „Ich halte die Homöopathie auch für uns Menschen für sinnvoll, nicht nur für die Tiere. Wir müssen viel mehr die Schulmedizin und die Homöopathie verbinden, die Zeit des Ausgrenzens und der gegenseitigen Vorurteile sollte vorbei sein.“ Gerade hinsichtlich des großen Themas der Antibiotikaresistenzen muss auch nach der Vorstellung der IG FÜR gesunde Lebensmittel gehandelt werden. Sedlmaier kündigt an: „Wir werden die Homöopathie und andere natürliche Heilweisen mehr in den Fokus unserer Arbeit nehmen.“

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