Der Grüne Anti-Homöopathie Antrag hält einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht stand

Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke kommen zu dem Schluss, dass der Anti-Homöopathie Antrag „Echter Patient*innenschutz: Bevorteilung der Homöopathie beenden!” eines jungen Berliner Grünen zur Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/DieGrünen am 15.-17. November in Bielefeld  “falsche bzw. irreführende Aussagen” enthält. Der Antrag löste eine heftige innerparteiliche und öffentliche Diskussion aus. Gewohnt emotional und zum großen Teil auch sehr unsachlich wurde die Diskussion in den Sozialen Medien, in Tageszeitungen, Magazinen bis hin zur Tagesschau geführt. Mehrere Pro-Homöopathie Anträge und Gespräche mit dem Grünen Bundesvorstand führten schließlich zu dem Entschluss, das Thema in einen Fachausschuss zu verlagern.

Dr. med. Harald J. Hamre und  Dr. med. Helmut Kiene vom “Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie an der Universität Witten/Herdecke” haben sich den Anti-Homöopathie Antrag genau angesehen und kommen in ihrem wissenschaftlichen Gutachten zu einem eindeutigen Urteil:

Auffällig ist die Diskrepanz: Diese Aussagen [des Antrags] sollen ein ´Bekenntnis zu einer auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Gesundheitspolitik` sein, es wird aber die tatsächliche Datenlage ignoriert und es werden lediglich ungeprüfte populäre Meinungsäußerungen übernommen.”

In der Debatte um die Grüne Haltung zur Homöopathie wird von den Homöopathie-Gegnern gerne die Wissenschaft bemüht. Ein häufig genutztes Argument ist, wer in der Klima-Debatte auf die Wissenschaft baue, müsse dies auch in der Medizin tun, um glaubwürdig zu sein. Hamre und Kiene halten nun mit ihrem Gutachten den Homöopathie-Skeptikern – nicht nur innerhalb der Grünen – den Spiegel vor:

  1. Zum Wirkungsnachweis von hochverdünnten (homöopathisch potenzierten) Lösungen: Die Aussage „Eine Änderung der Wirksamkeit eines Stoffes durch die sogenannte Potenzierung ist nicht nachweisbar“ ist falsch. Wirkungen homöopathisch potenzierter Substanzen wurden in vielen Laborexperimenten mittels verschiedener Testverfahren nachgewiesen und auch bei wiederholten Untersuchungen bestätigt.
  2. Zur Wirksamkeit in Placebo-kontrollierten klinischen Studien: Die Aussage „Die fehlende Wirksamkeit homöopathischer Verfahren über den Placebo-Effekt hinaus wurde mehrfach in sehr großen und qualitativ hochwertigen Studien dargelegt“ ist falsch. Eine solche Wirksamkeit wurde in vielen klinischen Studien und in entsprechenden Meta-Analysen gefunden, auch bei Studien bzw. Meta-Analysen von höherer methodischer Qualität.
  3. Zu „Gefahren“ der Homöopathie: Die Aussage über ein „gesundheitliche[s] Risiko der verspäteten Behandlung durch Symptomverschleppung, wenn Homöopathika bei gefährlichen bzw. chronischen Erkrankungen anstatt eines Medikaments mit pharmazeutischen Wirkstoffen eingenommen werden“ beruht auf spekulativen Behauptungen ohne Evidenzgrundlage und ist von daher irreführend. Dass erforderliche Therapien nicht in Anspruch genommen werden, ist ein Allgemeinproblem in der Medizin. Ob dieses Problem im Kontext der Homöopathie häufiger als sonst vorkommt, ist offen. Die diesbezügliche Datenlage aus Fallberichten und vergleichenden Studien spricht gegen eine solche Hypothese.

Dr. med. Harald J. Hamre und  Dr. med. Helmut Kiene belegen ihre Aussagen mit vielen Quellen, das Gutachten ist sehr lesenswert für alle, die sich mit der Homöopathie beschäftigen – nicht nur für Skeptiker.

Der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH)

Wir beraten und informieren unsere Mitglieder rund um die Homöopathie. Der Verein informiert darüber hinaus die Öffentlichkeit über die therapeutischen Möglichkeiten der Homöopathie und setzt sich für gute gesundheitspolitische Rahmenbedingungen und eine integrative Medizin ein, in der die konventionelle Medizin, die Homöopathie und weitere besondere Therapierichtungen Hand in Hand zum Wohle aller Patienten zur Verfügung stehen.

Das Gutachten lesen Sie hier: Hamre_Kiene_-_Gutachten_zum_Antrag_V01
 

 

 

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Font Resize