Hintergründe zur veröffentlichten australischen Homöopathie-Studie

Am 27. August kam die lang erwartete Nachricht: Die australischen Gesundheitsbehörde NHMRC hat eine Homöopathie-Studie (Review) veröffentlicht, die sie seit 2012 zurück hielt. Der vermutete Grund: Die Studie hat ein nicht gewünschtes positives Ergebnis. Eine zweite Studie wurde dann 2015 veröffentlicht, die als Beleg für die Unwirksamkeit der Homöopathie um die Welt ging.

Dem Londoner Homeopathic Research Institut (HRI) waren viele Ungenauigkeiten in diesem Bericht aufgefallen und sie begannen die Hintergründe aufzudecken, so kam die erste Version ins Gespräch – wir berichteten darüber. Warum zum jetzigen Zeitpunkt die Veröffentlichung erfolgte, darüber lässt sich nur spekulieren. Wahrscheinlich aber ist, dass dem NHMRC klar wurde, dass sie die erste Version der Studie nicht auf ewig verschlossen halten konnten und so wurde nun das Review mit eigenen Kommentaren  veröffentlicht. Nun muss dieses Material gründlich ausgewertet werden, damit ein klares Urteil gebildet werden kann.

Deutlich aber ist, das es vielversprechende Belege für Wirksamkeit der Homöopathie bei fünf Indikationen gibt: bei Fibromyalgie, Mittelohrentzündung, postoperativem Darmverschluss, Atemwegsinfektionen und Nebenwirkungen von Krebstherapien. Diese Daten wurden in der zweiten Version der Studie verschwiegen und es wird klar, dass wissenschaftliche Hinweise auf die Wirksamkeit  der Homöopathie nicht veröffentlicht wurden.

Spannend aber ist die Frage, wie der Commenwealth Bürgerbeauftragte auf die Analyse des HRI reagiert und welche Maßnahmen er ergreifen wird. Der Skandal ist, das eine staatliche Behörde eine öffentlich geförderte Studie zurück hält, eine 2. Studie auflegt, mit dem entsprechenden Design auch das gewünschte Ergebnis erzielt und dann Menschen, Medien und Politik manipuliert”, sagt Meinolf Stromberg, Vorsitzender des Bundesverbandes Patienten für Homöopathie (BPH). Interessant wird auch sein, ob Medien, die sich seit Jahren in ihrem Urteil über die Homöopathie auf das NHMRC-Ergebnis verlassen haben, nun über die Ergebnisse der ersten Studie berichten werden – und über den Wissenschaftsskandal. “Auf jeden Fall sollte dieser Fall Anlass genug sein, Studienergebnisse kritischer zu beurteilen und den Schwerpunkt der Forschung auf die reale Versorgungssituation der Patienten zu lenken”, erklärt Stromberg.


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