Homöopathie für Teenager

In der Pubertät kommt einiges zusammen. Schulprobleme, erste Liebe, der Körper verändert sich, die Eltern sind doof, Zigaretten, Alkohol und Drogen werden ausprobiert, Gefühle sind schwer zu kontrollieren. i.d.R. findet diese Entwicklung zwischen dem 11-ten und 18-ten Lebensjahr statt.

Oft haben Jugendliche in dieser Zeit das Gefühl, es würde ihnen niemand richtig zuhören – deshalb sollten Eltern Jugendliche etwa bei der Entscheidung wichtiger Familienangelegenheiten mit ins Boot holen. Sie sollten sich auch auf ungewöhnliche Sichtweisen einlassen, dabei aber klare Grenzen setzen. Regeln sollten gemeinsam beschlossen werden und für alle gelten. Es sollte nicht zu viele Verbote und Regelungen geben, da der Widerstand der Pubertierenden ansonsten schnell zunimmt und sie das Gefühl bekommen können, nicht erwachsen werden zu dürfen. Aber die Teenager möchten die Eltern auch nicht als Freunde und die Erwachsenen sollten nur im Notfall bei Treffpunkten auftauchen. Privatsphäre wird wichtiger und sollte akzeptiert werden.

Homöopathie in einer schwierigen Zeit

In vielen Fällen kann Homöopathie den Heranwachsenden helfen besser durch diese schwierige Zeit zu kommen und das Leben für Eltern und Teenager weniger anstrengend machen. Da es sich hierbei meist nicht um akute Beschwerden handelt, muss ein auf die Person passendes Mittel gefunden werden, was möglicherweise den Jugendlichen durch eine längere Spanne der Pubertät begleitet. Da dies in der Selbstmedikation nicht immer ganz einfach ist, kann es Sinn machen, sich professionellen Rat zu holen.

Beispiele für homöopathische Arzneien und ihre Einsatzmöglichkeiten

Argentum nitricum: nervöse Kinder, extrovertiert, etwas kindlich. Sprechen und tun, was ihnen gerade in den Sinn kommt, mangelnde Impulskontrolle, müssen sofort mit jemanden über ihre Ängste reden, Prüfungsangst, Angst zu spät zu kommen, Mangel an Selbstvertrauen, neigen dazu innere Spannungen durch das Trinken von Alkohol zu lösen. Hypochondrie, können Krankheiten vortäuschen um sich zu drücken.

Calcium carbonicum: Sie wollen nicht auffallen. Körperliche Entwicklung beginnt früh, emotionale Entwicklung spät. Unsportlich, Neigung zum dick werden. Furcht vor ansteckenden Erkrankungen. Stellvertretend für Sexualität können Freßattacken und Arbeitseifer auftreten. Interessieren sich für Religion und Übersinnliches. Benötigen materielle Sicherheit (Qualitätskleidung)

Ignatia: Freundliche aber emotional sehr wechselhafte  Jugendliche. Die Zerrissenheit zeigt sich körperlichem  Wechsel von Kopfweh, Zuckungen, Pflockgefühle, Schluckbeschwerden, Essstörungen. Sie haben hohe Ideale und verlieben sich in perfekte unerreichbare Männer. Es kommt zu Liebeskummer, sie quälen sich mit Selbstvorwürfen. Besser durch Aktivitäten. Gut in der Schule. Mutig und kämpferisch. Lehnen sich gegen Einschränkungen (Geschlechterrollen) auf.

Natrium muriaticum: Teenager, die sensibel sind und denen es schwer fällt sich zu öffnen, was sie hinter einer hochmütigen, verächtlichen und feindseligen Haltung verstecken, obwohl sie weich, herzlich und sentimental sind. Wünsche dem anderen Geschlecht gegenüber sind durch Scham und Unsicherheit erschwert. Schließen wenige enge Freundschaften. Verlust von Freunden, Tieren, Partnern führt zu lang anhaltendem stillen Kummer, auch Groll und Hass. Mögen keinen Trost. Übernehmen soziale Verantwortung, Einfühlungsvermögen ist groß. Sind ehrgeizig und pingelig, setzen sich unter Leistungsdruck

Pulsatilla: Jugendliche, die gerne Kinder bleiben würden. Möchten sich in einer engen, harmonischen Beziehung geborgen fühlen. Sie verhalten sich angepasst, nachgiebig und schüchtern. Alle Reifungsschritte sind verzögert. Stimmungen wechseln, Trost bessert. Sie sind mitfühlend und fürsorglich, können dabei aber vereinnahmend und eifersüchtig werden. Da es ihnen wichtig ist, bei Autoritätspersonen gut dazustehen, sind sie in der Schule gewissenhaft und pflichtbewusst. Unregelmäßige, wechselnde, oft schmerzhafte Periode.

Sulfur: Trotz Schüchternheit sehr selbstständig. Gleichgültig gegen Eltern, aufmüpfig, unbekümmert, optimistisch. Überbetonung des Besonderen. Lachen viel, angeberisch. Sprechen stundenlang über Lieblingsthemen. Unreine Haut, Körpergeruch bedingen evtl. Waschzwang. Statt sexueller Beziehungen eher kumpelhaftes Verhalten, gehen religiösen und philosophischen Fragen nach. Leben in ihrer eigenen Welt, Depression, Magersucht , tiefes Gefühl nichts wert zu sein. Aggressive, verbale Auseinandersetzungen in der Familie. Recht auf Faulheit, sehr leicht zu kränken, wählerisch bei Freunden, kümmern sich, können dominant sein. Scharfer Verstand, lernen aber selektiv.

Menstruationsbeschwerden

Pulsatilla pratensis schafft Abhilfe bei starken Unterleibskrämpfen, Übelkeit und Erbrechen vor der Regel. Mal ist die Blutung stark, dann wieder schwach. Weitere typische Symptome sind Blässe, Durstlosigkeit und Stimmungsschwankungen in Richtung Weinerlichkeit. Ebenso ein sehr bewährtes Mittel ist Lachesis muta. Üblicherweise treten die Beschwerden linksseitig und vor allem morgens auf. Die körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen und psychischen Symptome wie Reizbarkeit verschwinden schlagartig mit Einsetzen der Blutung.

Autorin: Heike Sebastian

 

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