Gut durch die Heuschnupfen Zeit mit Homöopathie und Hausmitteln

Dr. med. Luise Stolz ist Allgemeinmedizinerin / Homöopathie in Paderborn. Sie setzt sich sehr engagiert für den Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) ein und hält öffentliche Vorträge, so auch zum Thema Heuschnupfen.

Sobald die erste Blütezeit beginnt, fängt für viele Menschen eine wirkliche Leidenszeit an – und das kann durchaus bereits im Januar oder Februar sein. Bei anderen erst, wenn das Gras geschnitten wird, das kann bis in den August hinein anhalten. Manche Menschen reagieren heftig auf die Pollen der Blumen und Gräser – bei anderen finden wir nur leichte Symptome.

Die häufigsten Symptome sind niesen, tränende und juckende und eventuell gerötete Augen, laufende oder verstopfte Nase, eventuell juckender Gaumen oder auch wirkliche Luftnot.

Prophylaxe und Hausmittel

Die beste Prophylaxe ist so gesund wie möglich zu leben: Bewegung (am besten an der frischen Luft, wenn nicht gerade Pollen fliegen), genügend Schlaf, vegetarisches Essen und viel Lachen und Humor. Zu meiden ist alles, was das Blut übersäuert: Nikotin, Alkohol, zu viel Zucker, aber auch Kummer, Grübeln und Sorgen. Lebensmittel sollten reich an Vitamin C sein.

Weitere Hausmittel: Ingwertee, Honig bei Gaumenjucken, Basenbäder auch Basenfußbad, Sauna, Arganöl auf juckende Haut, für die Augen Kompressen mit Malven, für die Nase Salzwasserspülungen, Eukalyptusölbad, Pfefferminzöl auf die Nasenwurzel und die Schläfen, Kokosöl für verkrustete Nasen

Sie sollten wissen, welche Pflanzen bevorzugt die Symptome auslösen: Birke, Erle, Hasel, Gräser, Beifuss, Artemisia… Im Pollenflugkalender erfahren Sie, wann und wo welche Pflanzen aktiv sind.

Vor dem Schlafengehen duschen, Pollenschutzgitter vor dem Fenster oder bei geschlossenen Fenster schlafen, lüften in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr, auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr. Unbedingt Nasenschleimhäute pflegen.

Womit uns die Naturheilkunde unterstützen kann

Heuschnupfen hat immer mit einem geschwächten Immunsystem zu tun, deshalb setzt die Naturheilkunde auch hier an: das Immunsystem im Darm können wir aufbauen mit Probiotika (Omnibiotic, Lactobact, Symbiolact, Symbioflor usw…), störende Darmpilze behandeln wir mit Grapefruitkernextrakt oder Oregano-Kapseln, auch Bitterstoffe, Weihrauch und Eigenblut unterstützen. Eine phantastische Wirkung hat das Entsäuern mit Alkala, Basica oder Kaiser´s Natron. Bewährt haben sich auch Akupunktur, Ozon und Sauerstoff-Therapie. Für lokale Anwendung helfen Euphorbium und Luffa Nasentropfen, Euphrasia Augentropfen, Heuschnupfenspray von Weleda sowie Glencydo 0,1% Augentropfen aus Quitte und Zitrone. Sehr bewährt ist auch äygptisches Schwarzkümmelöl (1Eßl/Tag) und Tragant aus der Kräuterapotheke.

Die Ursache für diese immer häufiger werdende Symptomatik ist ein gestörtes Immunsystem

Wir sind umgeben von Viren, Bakterien und Parasiten. Und, was ein Menschlein als erstes zu lernen hat – dass noch vor dem ersten Atemzug der bis zur Geburt sterile Darm mit Bakterien besiedelt werden muss. Das passiert bei der natürlichen Geburt beim Durchtritt durch die mütterliche Scheide und wenn eine Sektio erforderlich war, durch „Feeding“ mit mütterlichen Scheidensekret. Die erste mütterliche Milch, das Kollostrum ist ein Immun-Cocktail, der diese Bakterien füttert.

80 Prozent unseres körperlichen Immunsystems sitzen im Darm, der mehr Bakterienzellen enthält, als wir Körperzellen haben und ein gesunder Darm hat bis zu 1000 verschiedenen Bakteriensorten, die aus unser Nahrung Fleisch und Blut helfen herzustellen.

Ein gesunder Darm beeinflusst unsere Stimmung und unser Denken, unser Hormonsystem und unsere Blutbildung und sogar schwere psychiatrische Erkrankungen. Die Informationen zwischen Darm und Hirn laufen zu 80 Prozent vom Darm zum Gehirn und zu 20 Prozent umgekehrt.

Literatur-Tipps

 Darm mit Charme von Giulia Enders

 Die Weizenwampe von William Davis

Darm an Hirn von Paul Enck, Thomas Frieling, Michael Schermann

Für eine gesunde Funktion braucht der Darm sekundäre Pflanzen- oder Ballaststoffe: supergut sind alle Kohlsorten (Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl etc…) gerne auch milchgesäuert wie Sauerkraut.

Auch Leinsamen, Linsen, Erbsen, Weizenkleie, Mandeln und Hafer unterstützen unsere „Haustiere“.

Das zweite System unseres Immunsystems hat mit bestimmten Blutzellen zu tun. Treten Krankheitserreger (Viren, Bakterien, Parasiten) in unseren Körper ein, führt es zu Autoimmunerkrankungen und Heuschnupfen ist die leichteste Form einer Autoimmunerkrankung.

Diese bewährten homöopathischen Arzneien können helfen

Allium cepa, die Küchenzwiebel, hat als Leitsymptom Tränenfluss und die  Nase tropft wie ein Kränchen. Die Augen sind sehr licht-empfindlich, bellender Husten mit Heiserkeit und Kitzeln im Kehlkopf.

Euphrasia,  Augentrost, deckt vor allem viele Augensymptome ab: Tränenfluss, Brennen und Juckreiz der Augen, Entzündungen der Augenlider, Lichtempfindlichkeit.

Galphimia glauca hilft auch gut bei Asthma bronchiale, anhaltendes Niesen ist typisch und besonders Juckreiz im Gaumen. Galphimia ist eines der in den letzten Jahren in einer großen Studie untersuchten und bewährten Mittel.

Sabadilla , Läusekörnerkraut oder Läusegerste, ist bekannt für seine heftigen Niesanfälle.

Luffa, Schwammgurke, bei verstopfter Nase, trockenen Schleimhäuten und asthmatypischer Atmung.

Bitte beachten:

Weil in der Homöopathie zum Thema „Heuschnupfen“ mehr als 20 verschiedene Mittel sehr differenziert eingesetzt werden, macht es Sinn, die Mittelwahl gemeinsam mit einem versierten Therapeuten zu treffen.

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