Teil 3: Wenn Kinder an Infekten leiden – Magen-Darm-Grippe

Was tun bei…? Eine fünfteilige Serie von Dr. med. Ina Chammah über häufige Infektionskrankheiten bei Kindern, geschrieben für den Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH).

Acht bis zwölf Infektionen pro Jahr sind bei Säuglingen und Kleinkindern noch normal, schreibt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Dennoch stellen sich Eltern jedes Mal aufs Neue die Frage, was im Fall der Fälle der beste Weg zur Gesundheit ihres Kindes ist. Die Braunschweiger Ärztin Dr. Ina Chammah hat für Fieber,   Bindehautentzündungen, Magen-Darm-Grippe, Mittelohrentzündungen und Husten die üblichsten Therapiemöglichkeiten aufgeschrieben. Sie erklärt, wie die Krankheiten normaler Weise verlaufen und beschreibt die jeweiligen Risiken und Komplikationen, auf die es zu achten gilt.  Ina Chammah hat bei ihren Beschreibungen auch an die Eltern gedacht, die in der Nacht mit ihrem Kind allein sind und es gerne naturheilkundlich oder homöopathisch behandeln möchten, aber aus Sorge vor gefährlichen Verläufen verunsichert sind.

Als Ärztin lenkt Dr. Chammah auch den Blick auf die konventionelle Therapie und erklärt, wann ein schulmedizinisches Arzneimittel angewendet werden sollte. Sie beschreibt, was es bewirkt und was nicht. Aber auch: Welches Risiko gehen Eltern ein, wenn sie ihrem Kind die schulmedizinische Medikation vorenthalten.

Als Ärztin mit Zusatzbezeichnung Homöopathie nennt Dr. Chammah die homöopathischen Mittel, die für die Indikationen in Frage kommen. Sie empfiehlt in jedem Fall noch einen ausführlichen Ratgeber oder die Online-Arzneimittelbeschreibungen des BPHs bei der Arzneimittelwahl hinzuziehen. Außerdem werden von Chammah auch einige Mittel oder Anwendungen aus der Naturheilkunde vorgestellt.

Teil 3: Magen-Darm-Grippe

Krankheitsgeschehen

Krankheitserreger sind zumeist Viren im Magen-Darmtrakt, die Gifte absondern. Der Körper versucht durch Erbrechen und Durchfall sich der Viren, Bakterien und Giftstoffe zu entledigen, dies ist im Prinzip eine gute Reaktion, kann aber durch den Elektrolytverlust den Kreislauf des Kindes zu sehr belasten.

Grenzen der Selbstbehandlung

Ärztliche Hilfe ist absolut notwendig, wenn Sie bei Ihrem Kind Symptome des Austrocknens feststellen:

  • mehr als 5 Prozent Gewichtsverlust,
  • faltige Haut,
  • eingesunkene Augen,
  • trockene Schleimhäute,
  • kein Urin seit 4 oder 6 Stunden,
  • sehr hohes Fieber.

…oder Sie haben den Verdacht

  • auf Blinddarmentzündung, eines von vielen Symptomen ist hohes Fieber oder
  • eines Darmverschlusses/Invagination – Symptome sind z.B. Blut im Stuhl und heftigste Schmerzattaken.

Schulmedizinische Therapie

Die konventionelle Medizin setzt auf die Elektrolyt und Wassersubstituion, z.B. mit diesem Rezept:

  • 1 liter zweiter Aufguss eines schwarzen Tees
  • ¾ Teelöffel Salz
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 4 Eßlöffel Zucker

Wichtig ist regelmäßige Gewichtskontrolle – alle sechs Stunden.

Niemals Mittel mit dem Wirkstoff Loperamid (z.B. “Imodium”) geben, sie können bei Kindern tödlich sein, weil es eine Entgiftung des Körpers verhindert. 

Homöopathische Therapie

…bei Durchfall:

Pulsatilla: Durstlos, keine 2 Stühle gleichen sich; Ausgelöst durch fette Speisen (z.B. Kindergeburtstag), braucht viel Trost, besser kalte Luft

Chamomilla: wundmachender grüner Stuhl; bei Zahnung; unleidlich

Arsenicum album: nach verdorbener Nahrung z.B. Fisch; Unruhe; brennende Schmerzen; Starker Durst auf Eiskaltes; welches nicht vertragen wird; trinkt in kleinen Schlucken.

Nux vomica: Magenkrämpfe; empfindlich auf: Kälte, Geräusche, Gerüche, Druck der Kleider; besser Wärme.

Colocynthis: nach Ärger krampfartige Beschwerden; besser heiße Auflagerungen; besser starker Druck auf Bauch.

Dioscorea: Krampfartige Beschwerden besser durch Rückwärtsbeugen.

Veratrum album: große Schwäche, kaltschweißig, sehr durstig auf Eiswasser; die geringste Menge an Essen oder Trinken wird augenblicklich erbrochen und abgeführt. Kurz vor Kreislaufkollaps.

…bei Erbrechen:

Ipecacuanha: unstillbares Erbrechen welches  nicht bessert; reine Zunge. Durstlos.

Nux vomica: s.o.

Arsenicum album: s.o.

Phosphor: Verlangen auf kalte Getränke, die erbrochen werden, nachdem sie im Magen warm geworden sind. Große Schwäche

Pulsatilla: Erbrechen von lange zuvor gegessenen Speisen; nach fettigen Mahlzeiten (z.B. Sahnetorte); Durstlos; siehe oben

Veratrum album: große Schwäche, kaltschweißig, sehr durstig auf Eiswasser; die geringste Menge an Essen oder Trinken wird augenblicklich erbrochen und abgeführt. Kurz vor Kreislaufkollaps – Arzt aufsuchen!

Naturheilkundliche Therapie

  • warme Bauchwickel
  • Wärmflasche

Weitere umfangreiche Tipps für die Selbstmedikation mit Hilfe der Homöopathie erhalten Sie hier.

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Unsere Selbstmedikations-Broschüre ´Homöopathie to go` stellen wir Ihnen hier vor.

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