Erfahrung sammeln mit Homöopathie!

Autor: Dr. med. Ulf Riker, Internist / Homöopathie / München

Selbst Kritiker der Homöopathie wissen, dass Homöopathen ihren Patienten helfen und Krankheiten zum Verschwinden bringen können. Was dabei wirke sei aber nicht die homöopathische Arznei, sondern der Placebo-Effekt, heißt es jedoch von ihnen. Was also spricht dagegen, dass Homöopathen auf diesem Wege auch Corona-Patienten Hilfe zukommen lassen? Den Patienten wäre es vermutlich egal, ob es ihnen wegen der homöopathischen Arznei oder dem Placeboeffekt deutlich besser ginge!

Warum nicht auch Globuli?

Statt oder zusätzlich zu Quarantäne, Händewaschen und social distancing also auch Globuli, ausgewählt nach dem Ähnlichkeitsgesetz Hahnemanns? Das wäre absolut ungefährlich, weil eine andere Therapie dadurch weder verhindert noch verzögert würde, es gibt derzeit nämlich keine andere Therapie außer der symptomatischen oder in besonders gravierenden Fällen die intensivmedizinische, also maschinelle Beatmung.

Der Name der Krankheit ist nicht wichtig

Wenn Homöopathen ihren „Placebo-Effekt“ durch sorgfältige Analyse der Patientensymptome auf den Weg bringen, dann ist unerheblich, wie die Krankheit heißt und ob es sich um Grippe, Migräne oder Corona handelt:  im Mittelpunkt stehen die akuten Krankheitssymptome samt ihrer Modalitäten von Besserung oder Verschlechterung. Und weil sich in Epidemien oder Pandemien die krankheitstypischen Symptome ähneln können wird auch eine überschaubare Gruppe von homöopathischen Arzneien zur Behandlung in Frage kommen. Welche Arzneien das sind wird erst deutlich, wenn eine größere Zahl von Patienten mit derselben Krankheit (Corona) homöopathisch behandelt worden sind: dann nämlich wird erkennbar, welche Einzelmittel besonders häufig erfolgreich waren – und welche eher keinen Effekt hatten, Placebo hin oder her.

Dokumentation startet

Vor diesem Hintergrund hat der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) in Zusammenarbeit mit WissHom einen Dokumentations- und Verlaufsbogen für seine Mitglieder entwickelt. Damit können homöopathisch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte die Arzneiwahl und den Therapieeffekt bei (Corona-) positiv getesteten Patienten sorgfältig, strukturiert und möglichst vollständig dokumentieren. Dies führt einerseits zu genauem Arbeiten, also auch zur Qualitätssicherung und eröffnet andererseits die Möglichkeit, die Verläufe unter bestimmten Arzneien miteinander zu vergleichen und Schlüsse auf die in der aktuellen Pandemie besonders „bewährte“ Arzneien zu ziehen.

Therapie-Optionen nutzen

Die Patientensicherheit ist gewährleistet, weil homöopathische Ärzt*innen immer „auf zwei Beinen stehen“: sie erkennen komplizierte Verläufe und können rechtzeitig reagieren, wenn Gefahr durch eine schwere Pneumonie droht und daher eine Klinikeinweisung notwendig wird. Dieselbe Sicherheit ist gewährleistet, wenn homöopathisch gut ausgebildete Heilpraktiker*innen die roten Linien erkennen, jenseits derer zwingend ärztliches Handeln erforderlich ist.

Homöopathen werden aber nicht um Corona-Patienten werben! Patienten sind mündige Bürger, die sich fundiert und freiwillig entscheiden, ob und wann sie im Falle der Krankheit homöopathische Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Diese Freiheit ist derzeit von besonderer Bedeutung, weil allenthalben und meist auch wohlbegründet (aber unbedingt zeitlich befristet und erklärend kommuniziert!) Freiheiten erheblich eingeschränkt werden. Sich in diesem Rahmen für Homöopathie zu entscheiden bedeutet auch, den verbliebenen Freiheitsraum zu nutzen, ohne sich selbst oder anderen zu schaden. Und wenn die Erfahrung zeigt, dass

  • mit Homöopathie Corona-Krankheitsverläufe abgekürzt und / oder abgemildert oder
  • die Zahl schwerer Verläufe reduziert werden können, dann wäre das
  • eine relevante Unterstützung für unser Gesundheitssystem, in dem alle beteiligten Akteure derzeit bis zum Limit beansprucht sind.

Nach der Pandemie ist vor der Pandemie

Erfahrungen zu sammeln ist auch für die Zukunft von Bedeutung, weil die derzeitige Pandemie uns sicher noch längere Zeit Geduld und einen großen gemeinsamen Einsatz abverlangen wird. Schlüsse aus der Spanischen Grippe und der Rolle der Homöopathie zu ziehen ist nicht unproblematisch, wie ein Beitrag von Frau Dr. med. Stefanie Jahn sehr gut erklärt hat. Weil wir aber auch für die Zukunft mit Epidemien durch klammheimlich vor sich hinmutierende Viren zu rechnen haben ist die Krise auch eine Chance um herauszufinden, wie wir zukünftigen ähnlichen Krankheitswellen begegnen können: im Rahmen der konventionellen Medizin, der Intensivmedizin, der Gesundheitspolitik, aber auch mit sorgfältig und konsequent angewandter und dokumentierter Homöopathie. Solche Erfahrungen sind kein Selbstzweck, sondern vor Allem im Interesse von Menschen, denen man keine Therapieoptionen vorenthalten sollte, wenn sie Aussicht auf Erfolg haben und die Erfahrung dafür spricht.

Der letzte BPH-Artikel von Dr. Riker hieß Corona und Homöopathie – Fragen und Antworten

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