Homöopathie und Naturheilverfahren – wie passt das zusammen?

Homöopathie und Naturheilverfahren werden oft in einen Topf geworfen, dabei unterscheiden sich beide Konzepte voneinander. Auch sollten sie nicht unbedingt gleichzeitig angewendet werden. Wie was zusammen passt, erklärt der Internist Dr. Ulf Riker, der beide Disziplinen gelernt und somit die Weiterbildungen in Homöopathie und in Naturheilverfahren absolviert hat.

Die Homöopathie ist ein in sich geschlossenes, eigenständiges Therapiekonzept. Es verfolgt einem ganzheitlichen Ansatz der Medizin, welcher Gesundheit und Krankheit als Aspekte eines kontinuierlichen Prozesses betrachtet, Störungen bzw. Symptome der Krankheit als Hilferufe des Organismus betrachtet und diese bio-logisch beantwortet.

Zu den Naturheilverfahren im engeren Sinne gehören Hydrotherapie, die Behandlung mit Wasseranwendungen, wie z.B. die Kneippschen Anwendungen; die Bewegungstherapie, Ernährungstherapie – bestimmte Kostformen, aber auch das Heilfasten; Phytotherapie – Behandlung mit Extrakten aus Heilpflanzen, entweder als Tee-Zubereitungen oder als Fertigarzneien und die Ordnungstherapie – Maßnahmen zur Ordnung unseres Lebens- und Biorhythmus, Entspannungsverfahren, psychotherapeutische Begleitung. Im weiteren Sinne sollen die Akupunktur – als Teil der traditionellen-chinesischen Medizin,  die Symbioselenkung – Beeinflussung der Darmflora und Neuraltherapie – Beseitigung von Störfeldern oder als Schmerzbehandlung, genannt werden.

Naturheilverfahren müssen als Begleittherapie sehr sorgfältig ausgewählt und dosiert werden

Diese Naturheilverfahren können als wirksame Therapiemaßnahmen das Symptombild einer Krankheit beeinflussen. Das Symptomen-Muster einer Krankheit ist andererseits aber auch die Basis für eine homöopathische Arzneiverordnung. Wenn eine homöopathische Behandlung also vorgesehen ist oder bereits durchgeführt wird, so müssen die ergänzenden Naturheilverfahren sehr sorgfältig ausgewählt und dosiert werden. Sie sollten die homöopathische Therapie sinngemäß unterstützen, ohne gleichzeitig das Symptombild der Krankheit oder die inneren Regulationsprozesse des Organismus zu verändern, zu stören oder die homöopathische Arznei in ihrem Wirksamwerden zu behindern.

So geht`s zusammen

Die folgenden Beispiele mögen Ihnen ein Gefühl dafür vermitteln, was wir unter sinnvollem und sinngemäßem Einsatz von Naturheilverfahren verstehen können:

  • Ein Wadenwickel bei Fieber greift nicht in den  Regulationsmechanismus des Körpers ein, sondern leitet lediglich die überschüssige Hitze aus dem Körper ab.
  • Ein Fastentag (keine feste Nahrung, jedoch reichliche Flüssigkeitszufuhr) entlastet den Organismus von der Verdauungsarbeit und stellt die freiwerdende Energie z.B. dem Heilprozess bei einem fieberhaften Infekt zur Verfügung.
  • Eine heiße Packung/ ein heißer Wickel , aufgelegt z.B. am Rücken über den Lungenarealen, führt über eine lokale Steigerung der Durchblutung auch in den tieferliegenden Schleimhäuten der Atemwege zu einer Abwehrsteigerung, Verbesserung des Schleimabhustens und Beschleunigung des Heilverlaufes.
  • Pflanzliche Arzneien (die aber keine ätherischen Öle enthalten dürfen!) können aufgrund unterschiedlichster Wirk- und Inhaltsstoffe Prozesse der Selbstregulation des Körpers zielgerichtet unterstützen und anregen, ohne diese Prozesse selbst qualitativ zu verändern.
  • Symbioselenkung als Maßnahme zur Stabilisierung der Darmflora bei akuten oder chronischen Durchfällen sowie nach einer Antibiotikatherapie, wenn diese unumgänglich war.
  • Osteopathie bei funktionellen Haltungsstörungen im Bewegungsapparat oder bei Beschwerden infolge von Unfällen oder Verletzungen.
  • Autogenes Training zur Selbst-Entspannung bei Stressfolgen, hohem Blutdruck oder Schlafstörungen.

Vorsicht ist geboten…

bei Kombination der Homöopathie mit

  • Akupunktur
  • Neuraltherapie
  • Bioresonanztherapie oder
  • Arzneien, die ätherische Öle enthalten.

Um eine konsequente homöopathische Behandlung sicher zu gewährleisten, sollte in allen unklaren Fällen die/der homöopathische Therapeut zu Rate gezogen werden. Gleiches gilt immer dann, wenn eine  Selbstbehandlung nicht zeitnah zum Erfolg führt.

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Unsere Broschüre ´Homöopathie to go` stellen wir Ihnen hier vor.

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