Ärzte schließen sich zur integrativen Liste Niedersachsen zusammen

Mit der integrativen Liste Niedersachsen (iLN) treten Ärztinnen und Ärzte zur nächsten Wahl der Kammerversammlung der Ärztekammer in Niedersachsen an. Vom 1. bis 14. Dezember 2020 wird gewählt, erstmals stellen sich nun Ärzt*innen zur Wahl, die sich in der Kammer  für Anthroposophische Medizin, Naturheilverfahren, Akupunktur und Homöopathie einsetzen möchten. „Wir stehen für Methodenvielfalt und eine sinnvolle Vernetzung konventioneller mit komplementärer Medizin“, sagt die Braunschweiger Ärztin Dr. Ina Chammah, eine der Initiatorinnen der iNL. Hintergrund dieser Initiative ist, dass die Ärztekammer die Weiterbildung Homöopathie aus ihrem Angebot gestrichen hat und somit seit Juli 2020 die Zusatzbezeichnung Homöopathie in Niedersachsen nicht mehr erteilt werden kann.

„Warum wird Ärztinnen und Ärzten verwehrt, sich in im Namen und unter Kontrolle der Ärztekammern weiter zu bilden? Aus unserer Sicht ist dies eine fatale Entscheidung, die zu einer Monokultur in der Medizin führt“, sagt Meinolf Stromberg, Vorsitzender des Bundesverbandes Patienten für Homöopathie (BPH). Diese Entscheidung möchte die iNL ganz schnell wieder revidieren, wenn sie gewählt wurden. “Die integrative Liste ist genau die richtige Antwort auf diese Entwicklung und der Zusammenschluss macht uns allen Mut”, so Stromberg.

Inzwischen stehen nicht nur die Homöopathie, sondern auch weitere integrativ-medizinische Verfahren im Fokus von sogenannten Skeptikern. Sie versuchen die Medizin auf einen rein naturwissenschaftlich ausgelegten Zweig zu reduzieren und eine unvollständige Definition der Evidenzbasierten Medizin (EbM) zu etablieren, in der die Patientensicht keine und die Erfahrung der Ärzte eine nur untergeordnete Rolle spielen soll.

„Alle Patientinnen und Patienten profitieren von einer individuell auf sie abgestimmte integrativ-medizinische Behandlung“, sagt Ärztin Ina Chammah, „denn vor allem die zunehmenden chronischen Erkrankungen erfordern geradezu die Kombination von Behandlungen aus konventioneller und komplementärer Medizin.“

Um diese therapeutischen Ziele umsetzen zu können fordert die iNL einen Systemwechsel von ökonomisierter zu patientenorientierter Medizin und die finanzielle Gleichstellung von sprechender Medizin und apparativer Medizin.

Weitere Informationen gibt`s im iNL Flyer.

Text: Christoph Trapp

——————————————————————–

Unsere Broschüre ´Homöopathie to go` stellen wir Ihnen hier vor.

Gefallen Ihnen unsere Beiträge? Dann werden Sie doch Mitglied im BPH und unterstützen unser Engagement.

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Font Resize