Prof. Höppner: „Erstaunlich, was angeblich wirkungslose Globuli für Ängste auslösen können“

Interview über Homöopathie mit dem Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Prof. Christian Höppner aus Berlin

Prof. Christian Höppner ist Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Kulturratspräsident a.D. und unterrichtet seit 1986 Violoncello an der Universität der Künste Berlin. Seit seinem achten Lebensjahr spielt Christian Höppner Cello und ist, wie er sagt, stark von Johann Sebastian Bach geprägt. Eine Herzensangelegenheit von Christian Höppner ist die Vielfalt und Pluralität in der Kultur und das sie in einer offenen Gesellschaft gelebt werden kann.

 Wie sind Sie zur Homöopathie gekommen?

Über unsere Kinder, weil wir nicht akzeptieren wollten, dass sie als Säuglinge – wenn irgendwelche Wehwehchen auftraten – bereits mit harten Medikamenten behandelt wurden. Das war damals eher eine gefühlte Entscheidung, die sich aber als die Richtige gezeigt hat. Ich hatte seit dem Ende der Schulzeit Hautprobleme, die ich zunächst nicht sehr ernst genommen habe, sie wurden aber im Laufe der Jahre immer stärker. Ich bin jahrelang von Hautarzt zu Hautarzt gelaufen und die Botschaft war immer wieder identisch: Ich solle eine Psychotherapie beginnen und/oder Kortisonsalbe regelmäßig verwenden. Das wollte ich so nicht akzeptieren und im Zusammenhang mit der Erfahrung, die ich mit der Homöopathie bei den Kindern gemacht habe, habe ich mich dann entschlossen, es auch mal mit ihr zu probieren. Ich traf die Berliner Allgemeinärztin und Homöopathin Frau Dr. Sonia Seddighi und es begann eine segensreiche Behandlung für mich.

…und die Homöopathie war dann die Lösung?

Genau, ich bin aufgrund der homöopathischen Behandlung wieder glücklich geworden, weil meine Hautprobleme komplett weggegangen sind – selbst in Stresssituationen kommen sie nicht wieder. Ich fühle mich im wahrsten Sinne des Wortes wieder wohl in meiner Haut.

Früher musste ich zeitweise Handschuhe tragen, weil mir meine Hände unangenehm waren. Die Haut war vollkommen aufgebrochen und hat geblutet. Das ging bis in die Fingerkuppen, sodass ich zeitweise nicht mehr Cello spielen konnte. Ich war verzweifelt, weil das Cello-Spiel meine Wurzel ist und die Haut durch die Kortisonsalbe immer dünner wurde.

Die Medizin ist das eine, die gesellschaftliche Homöopathie-Diskussion das andere  – wie erleben Sie die öffentliche Debatte?

Mich erschreckt die aktuelle Homöopathie-Diskussion, ich habe vergleichbares noch nicht erlebt – besonders diese hohe Emotionalität, der Hass, der einem bei diesem Thema entgegenschlägt. Ich habe es neulich selber bei Facebook erlebt. Ich hatte mich – was ich eher selten tue – in eine Diskussion eingeschaltet und sehr moderat meine Position vertreten und von den Gegnern der Homöopathie teilweise Antworten erhalten, die nichts mit einem Diskurs zu tun haben. Diese Situation ist rational nicht mehr nachvollziehbar. Die Art und Weise wie die Auseinandersetzung stattfindet, ist für mich auch  ein Symptom dafür, wie unsere Gesellschaft tickt: sie wird immer intoleranter. Das beunruhigt mich sehr, zumal auch der gesellschaftspolitische Diskurs zur Homöopathie oftmals von Unterstellungen geprägt ist. Dabei ist es so einfach: Homöopathie wirkt. Kleine Kinder und Tiere können nicht an die Heilwirkung glauben und gerade dort wirkt sie. Wir brauchen ein Miteinander von Homöopathie und Schulmedizin sowie die individuelle Wahlfreiheit im Rahmen der Angebotspaletten der Krankenkassen. Es ist skandalös, dass es starke Stimmen in der SPD und bei Bündnis90/Die Grünen gibt, die den Krankenkassen die Möglichkeit, homöopathische Leistungen aufzunehmen, verbieten wollen.

Wie reagieren Menschen aus ihrem Umfeld auf ihre positive Haltung zur Homöopathie?

Mit Zustimmung, oft aus eigener Erfahrung, aber auch mit Ablehnung. Wir entwickeln uns zu einer Vermessungsgesellschaft: für alles brauchen wir Zahlen und unzählige Studien, anstatt in uns hinein zuhorchen, was uns hilft. Den Kritikern der Homöopathie sage ich immer, dass ich es schon erstaunlich finde, was angeblich wirkungslose Globuli für Ängste auslösen können.

…und wenn Sie von Ihren Erfahrungen mit der Homöopathie erzählen, Ihre Therapeutin ist eine Fachärztin, wie sind die Reaktionen?

…dann heißt es, ich würde mir das nur einreden. Ich zeige ihnen dann meine gesunden Hände, ich konnte ja zeitweise nicht mehr Cello spielen. Ich sehe das ganz nüchtern, aus meiner Sicht muss Medizin funktionieren. Ich habe gute schulmedizinische Erfahrungen, aber bei meiner Haut hat sie kapituliert. Meine Ärztin Frau Sonia Seddighi ist ja Fachärztin für Allgemeinmedizin, und wenn sie mal nicht weiter kommt, überweist sie den Patient auch zum entsprechenden Facharzt. Als Patient erwarte ich von Ärzten, dass sie bereit und offen sind nach Lösungen zu suchen und nicht an Ideologien festzuhalten.

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1 Kommentar

  1. Antworten

    Dr. Irmgard Rose Parys

    Homöopathie ist in vielen Fällen der Schulmedizin überlegen.Beide könnten sich ergänzen und wo ein Globuli ausreicht, braucht es keine harten Pharmaka. Die herkömmlichen Behandlungsstrategien sollen da, wo nötig angewandt werden.

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