„Wichtig ist für uns der Pluralismus in der Medizin“

Interview mit Meinolf Stromberg, Vorsitzender des Bundesverbandes Patienten für Homöopathie (BPH)

Hat die Corona-Pandemie den BPH verändert?

Verändert hat sie uns nicht, aber wir müssen uns schon auf die Corona-Zeit einstellen. Gemerkt haben wir etwa, dass sich weniger Patient*innen zu einer Mitgliedschaft entschlossen haben – das ändert sich zum Glück gerade wieder. Wir sind in dieses Jahr mit viel Rückenwind gestartet, wollten unsere BPH-Gruppen weiter ausbauen und vor allem mit den Veranstaltungen vor Ort beginnen. Die ersten Plakate waren gedruckt – und dann wurde klar, dass wir diesen Weg so nicht weiter beschreiten können. Mit unseren Webinaren waren wir ja schon gut aufgestellt und dies werden wir nun ausbauen, zum Beispiel werden wir auch das Thema Tiermedizin mit aufgreifen.

Wie ist die Broschüre Homöopathie to go bei den Leser*innen angekommen?

Die Broschüre ist im April erschienen und wir waren eher skeptisch, ob dies aufgrund von Corona funktioniert. Jetzt wissen wir, dass es eine gute Idee war, Homöopathie to go auf den Weg zu bringen und auch, dass das Interesse an der Broschüre nach wie vor groß ist. Die Selbstmedikation in der Homöopathie ist ein wichtiges Thema und es ist ganz gleich, ob ich mir bei der Gartenarbeit zuhause eine Prellung zuziehe oder an einem exotischen Urlaubsort – das passende Mittel finde ich in der Broschüre.

               …wird es weitere Broschüren geben?

Ja, auf jeden Fall. Wir müssen natürlich mit unseren Ressourcen haushalten, sehen aber, dass neben unserem Online-Angebot auch gedruckte Medien wichtig sind.

Welche Themen stehen für dieses Jahr auf Ihrer politischen Agenda?

Ganz wichtig ist für uns der Erhalt des Pluralismus in der Medizin und dazu gehört auch die Zusatzbezeichnung Homöopathie. Sie ist ja gerade von einigen Landesärztekammern abgeschafft worden, aus unserer Sicht eine völlig falsche Entscheidung. Patient*innen brauchen gut ausgebildete Therapeuten und vor allem muss die Weiterbildung nach einem bundesweit einheitlichen Curriculum erfolgen. Rund Dreiviertel der Bevölkerung erwartet inzwischen, dass ihre Ärztinnen und Ärzte über den Tellerrand der konventionellen Medizin blicken, und dazu gehört auf jeden Fall die Homöopathie. Deshalb werden wir uns auch für den Erhalt der Zusatzbezeichnung in den noch verbleibenden Ärztekammern engagieren, zum Beispiel mit einer Unterschriftensammlung.

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