Ist heute der letzte Arbeitstag von Dr. Sigrid Kruse am von Hauner`schen Kinderspital?

Wenn es nach dem Willen der Klinikleitung der Münchner Universitätskinderklinik geht, dann ist heute, der 28. Juni 2019, der letzte Arbeitstag der Kinderärztin Sigrid Kruse am Hauner`schen Kinderspital. Dr. Kruse hat vor 24 Jahren begonnen, die Homöopathie im Rahmen eines Projekts an der Kinderklinik zu etablieren. Inzwischen ist aus dem Projekt ein Vorbild geworden, das von vielen Kinderkrankenhäusern in Deutschland übernommen wird. Ein Münchner Arzt schreibt an die Klinik: “Vor Allem aber wurde von Eltern immer wieder die Tatsache hervorgehoben, dass genau dieses besondere Klinikprofil – die hochqualifizierte akademische Medizin in Kombination mit homöopathischer Zusatzoption unter ärztlicher Kontrolle – hohe Attraktivität genießt.“

Klinikdirektor Prof. Christoph Klein sieht das anders und zeigt sich nicht gesprächsbereit. Sigrid Kruse hatte in den letzten 24 Jahren 25 Arbeitsverträge (!) erhalten, der letzte Vertrag wurde nun nicht mehr verlängert. Dagegen wird Kruse jetzt arbeitsrechtliche Schritte einlegen. In den vergangenen Wochen hat Kruse viel Unterstützung für sich und vor allem für die Homöopathie im Krankenhaus erhalten – wir haben auf dem BPH-Blog darüber berichtet. Am 17. Juni wurden der Klinikleitung rund 10.000 Unterschriften für den Erhalt der Homöopathie an der Universitätskinderklinik überreicht – das heißt, die Unterschriften wurden im Sekretariat abgeliefert, da der Direktor einen anderen Termin hatte. Sandra Rauchenecker, Mutter eines ehemaligen Patienten hatte die Unterschriftenaktion im April gestartet, die jetzt jedoch weitergeführt wird. “Ich habe mich dazu entschlossen sie auch im bayerischen Landtag einzureichen”, sagt Rauchenecker. Auch viele Ärztinnen und Ärzte aus München sprechen sich für den Erhalt aus, da nur so eine Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung mit Homöopathie funktionieren kann.

Dr. Sigrid Kruse wird für die Homöopathie am Hauner`schen Kinderspital weiter kämpfen, “weil die Homöopathie an die Uni-Klinik gehört”, sagt sie dem BPH, den sie mit ihrer Mitgliedschaft unterstützt, “denn Forschung findet an den Universitäten statt, und die Homöopathie benötigt noch viel mehr Forschung.”. Ihre Vision: “An allen Kliniken sollte mindestens ein in Homöopathie ausgebildeter Kinderarzt tätig sein.”

 

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