Pubertät, Hormone und Homöopathie

Interview mit Dr. Sieglinde Lauer, Fachärztin für Allgemeinärztin / Homöopathie, Kaiserslautern

„Die Homöopathie kann bei der Hormonumstellung in der Pubertät sehr gut regulierend eingreifen.”

 

Wie unterscheiden sich Jungen und Mädchen bei einer homöopathischen Fallaufnahme?  

Mädchen kommen häufig mit ihrer Freundin, sitzen zu zweit im Wartezimmer und kommen dann zusammen in die Sprechstunde. Die Freundin hat dann oft einen Grund, warum sie ebenfalls behandelt werden möchte. Wichtig ist die Unterstützung – nicht alleine sein. Jungs kommen auch oft mit einem Freund, dieser bleibt aber dann im Wartezimmer. Sie sind meist nicht sehr gesprächig und es bedarf vieler Nachfragen, bis man zu einem Ergebnis kommt.  

Fettige Haut und Pickel gehören für viele Jugendliche zur Pubertät dazu. Wie können Sie ihnen helfen?

Bei Hauterkrankungen ist eine sorgfältige homöopathische Fallaufnahme nötig. Um die passende Arznei zu ermitteln, ist zum Beispiel wichtig, wie der Jugendliche mit seinem Hautproblem umgeht. Ein kleiner Pickel kann schon ganz furchtbar sein und es wird einiges dagegen unternommen. Er beeinträchtigt auch die Stimmung, das kann bis zur Verzweiflung gehen. Andere Jugendliche wiederum haben wirklich ausgeprägte Akne und machen nicht viel Aufhebens darum. Doch ich verordne nicht nur eine homöopathische Arznei, sondern gebe auch Tipps, wie sich das Problem in den Griff bekommen lässt.

Welche?

Wichtig sind zum Beispiel eine gesunde Ernährung, viel frische Luft und ausreichend Schlaf. Mädchen rate ich außerdem, sich abends gründlich abzuschminken.

Bauchschmerzen oder Schlafstörungen können der Grund für den Arztbesuch sein, die eigentliche Ursache ist oft Liebeskummer. Was dann?

Wichtig ist, die Gefühle des Jugendlichen genauer zu hinterfragen, ist er todunglücklich, wütend, gedemütigt, voller Schuldgefühle, hat er Zweifel an sich selbst, wie lange liegt die Trennung zurück, welche Symptome hat er, wie tief hat es ihn getroffen, weint er, redet er darüber? All diese Informationen sind wichtig, damit der Jugendliche ein homöopathisches Mittel bekommt, dass ihm hilft, seine Wunden zu heilen.

Schulstress oder Lampenfieber vor Klassenarbeiten kann einen Jugendlichen völlig aus der Bahn werfen. Kann mittels Homöopathie das Gleichgewicht wieder hergestellt werden?

Ja, es gibt Homöopathika gegen Lampenfieber, wie Gelsemium oder Argentum nitricum, die der Jugendliche vor Prüfungen nehmen kann, wenn er sehr angespannt ist und heftig reagiert. Besteht das Problem aber über einen längeren Zeitraum, hilft nur ein homöopathisches Konstitutionsmittel weiter.

… und beziehen Sie auch Eltern und / oder Lehrer mit in die Behandlung ein?

Eltern beziehe ich ein, wenn der Jugendliche damit einverstanden ist und die Beziehung zu seinen Eltern gut ist, sie von seinen Problemen wissen. Lehrer beziehe ich von mir aus nicht ein, nur wenn es der Jugendliche wünscht.

Durch die Hormonumstellung in der Pubertät kann es auch zu Schilddrüsenerkrankungen kommen. Kann die Homöopathie regulieren?

Die Homöopathie kann hier sehr gut regulierend eingreifen. Häufig führt eine konventionelle Behandlung zu sehr schwankenden Laborergebnissen, so dass eine medikamentöse Einstellung nahezu unmöglich ist. Erst die homöopathische Behandlung führt zu gleichmäßigen Hormonwerten – eine alleinige homöopathische Therapie unter strenger Laborkontrolle kann möglich sein.

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Unsere Broschüre ´Homöopathie to go` stellen wir Ihnen hier vor.

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