Für Patienten muss Homöopathie sicher bleiben

Patientinnen und Patienten vertrauen der Homöopathie, vertrauen dem Gesundheitssystem, von dem die Homöopathie ein Teil ist. Registrierte oder zugelassene Homöopathika, ihre Abgabe durch Apotheker*innen und gut ausgebildete Ärzt*innen geben der Patientensicherheit ihr Fundament. Durch die Teilnahme an Selektivverträgen findet auch die Einbeziehung in die GKV statt. Alles gute Gründe für die hohe Inanspruchnahme der Homöopathie von Patient*innen . Repräsentative Umfragen zeigen, dass Homöopathie regelmäßig von etwa der Hälfte der Bevölkerung genutzt wird. Diesen Zuspruch hat die Homöopathie, weil Patienten gute Erfahrungen mit der Methode gemacht haben, weil sie wissen, dass Homöopathie sicher und wirksam ist. 

Patientensicherheit bedeutet: Qualitativ hochwertige homöopathische Arzneien, die durch Apotheken vertrieben werden und gut ausgebildete Therapeuten, die Homöopathie und konventionelle Medizin verbinden können.

Patientensicherheit bedeutet auch, dass es einen Pluralismus in der Medizin gibt

Viele Patienten kommen zur Homöopathie, weil ihnen die konventionelle Medizin nicht weiter helfen kann. Die Aussicht austherapiert zu sein, ist für die meisten Menschen nicht hinnehmbar. Die Homöopathie bietet hier häufig Auswege, nicht immer, aber zu meist kann die Lebensqualität des Patienten verbessert werden. Aktueller Beleg und Bestätigung der Homöopathie dafür ist die neue S3 Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen , die der Methode ein Evidenz-Level 2b bescheinigt. Die Studie von Frass et. al.* von 2015 konnte die Autor*innen überzeugen: „Es liegen Daten aus einer RCT zum Einsatz von klassischer Homöopathie vor. …aufgrund der stark positiven Ergebnisse dieser Studie [kann] der Einsatz von klassischer Homöopathie (Erstanamnese in Kombination mit individueller Mittelverschreibung) zur Verbesserung der Lebensqualität bei onkologischen Patienten zusätzlich zur Tumortherapie erwogen werden“, heißt es in der Leitlinie. Da immer kolportiert wird, Homöopathie sei keine Medizin oder nicht wirksamer als ein gewisser Effekt, bedeutet diese Aussage sehr viel. Zur Zielsetzung heißt es: „Die hohe Prävalenz der Nutzung von komplementären und alternativen Methoden sowie die große Anzahl verschiedener Verfahren der komplementären und alternativen Medizin und die fehlende Aus–, Fort– und Weiterbildung von Ärzten zu den Themen haben zu dem Entschluss geführt eine evidenzbasierte S3–Leitlinie zu erstellen.

Die Autor*innen machen sehr deutlich, dass die „Aus–, Fort– und Weiterbildung auf diesem Gebiet gefördert und Versorgungsstrukturen verbessert werden“ müssen. Mit anderen Worten: Die Aus–, Fort– und Weiterbildung muss im Sinne der Patientensicherheit ausgebaut werden – und nicht eingeschränkt, wie es von verschiedenen Ärztekammern zurzeit praktiziert wird.

Die Zusatzbezeichnung Homöopathie bedeutet für Patienten Überprüfbarkeit der Ausbildung

Verschiedene Ärztekammern haben die Weiterbildung Homöopathie abgeschafft – entgegen der Empfehlung des Deutschen Ärztetages 2018. Aus Patientensicht ein unverständlicher Vorgang, da Weiterbildung in einem stark nachgefragten Bereich unter der Kontrolle von Ärztekammern gefördert werden sollte. Auf der Webseite des Berlin Brandenburger Vereins homöopathischer Ärzte (BVhÄ) berichten Ärzt*innen, warum sie homöopathisch therapieren. Der genannte Hauptgrund ist, da sie mit der konventionellen Medizin alleine häufig keine Antwort bei chronischen und/oder wiederkehrenden Erkrankungen haben – aus genau diesem Grund wenden sich auch Patienten der Homöopathie zu. Patienten benötigen die Sicherheit, von qualifizierten Therapeuten behandelt zu werden, und sie benötigen eine Orientierung, welche Therapeuten dies bieten können. Die Zusatzbezeichnung Homöopathie ist eine solche Orientierung.

Fakten zur Homöopathie

  • Die Homöopathie zeigt im Versorgungsalltag bei ausgewählten Erkrankungen gegenüber rein konventionellen Therapien eine bessere Wirkung und Wirtschaftlichkeit.
  • Repräsentative Umfragen zeigen, dass Homöopathie regelmäßig von etwa der Hälfte der Bevölkerung genutzt wird. Dabei geht es nicht um ein Gegeneinander der Therapiemethoden: Die Bevölkerung erwartet ein Miteinander von konventioneller Medizin und den besonderen Therapierichtungen, laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage wünschen sich 75 Prozent der Bürgerinnen und Bürger dieses Miteinander in der Medizin, auch Integrative Medizin genannt.
  • Der Bertelsmann Gesundheitsmonitor 2014 stellt fest: „84 Prozent der Befragten geben an, den Arzt gezielt wegen der homöopathischen Behandlung aufgesucht zu haben. … Als häufigstes Motiv für den Besuch nennen die Teilnehmer, dass anderswo keine Besserung erzielt worden war (49 Prozent).“ Dieses Studienergebnis spiegelt sich zu 100 Prozent mit unseren Erfahrungen und auch mit denen der Therapeuten – was für eine seltene Übereinstimmung.
  • Patientensicherheit bedeutet: Qualitativ hochwertige homöopathische Arzneien, die durch Apotheken vertrieben werden und gut ausgebildete Therapeuten, die Homöopathie und konventionelle Medizin verbinden können. Aber auch: Dass es sichere Alternativen zur konventionellen Medizin gibt, denn wir brauchen als freie und mündige Patienten und Patientinnen einen lebendigen Pluralismus der Methoden innerhalb unseres Gesundheitssystems.
  • Therapiefreiheit, Therapievielfalt und Selbstbestimmung auch im Bereich der Gesundheit sind hohe Werte einer offenen Gesellschaft. Zunehmend wird an diesem gesellschaftlichen Konsens gerüttelt.
  • Laut Bundesministerium für Gesundheit betragen die Kosten für die Homöopathie nur 0,03 Prozent der Gesamtausgaben der GKV.
  • Unser Ziel: In der Schweiz sind seit dem Sommer 2017 die Homöopathie und andere besondere Therapieverfahren Gegenstand der Regelversorgung. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hatte einen „Health Technology Assessment (HTA)“-Bericht in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Nach Ansicht der Autoren „untermauert ihr Bericht, dass die Homöopathie eine wertvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Versorgung ist.“ Und: „Es liegen ausreichende Nachweise für die präklinische Effektivität und klinische Wirksamkeit der Homöopathie sowie für ihre Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu schulmedizinischen Behandlungen vor.“ Dem ist aus unserer Sicht nichts mehr hinzuzufügen.

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