Sulfur

(Schwefel)

Im Arzneimittelbild wird eine Beziehung zu nahezu allen Körperbereichen erkennbar. Es ist auffällig, dass gegensätzliche Prüfsymptome beschrieben werden. So müssen wir bei der Verwendung von Sulfur besonders die konstitutionellen Merkmale beachten: Ein „Sulfur-Patient“ hat immer irgendwelche Probleme mit der Haut. Selbst wenn keine Ausschläge erkennbar sind, juckt die Haut und dünstet unangenehmen Geruch aus. Auch wenn der Patient sich sehr pflegt, muss man den Raum lüften, in dem er sich aufgehalten hat. Er hat meist eine hagere Statur, obwohl er viel Süßes isst und gern fettes Fleisch isst. Morgens haben „Sulfur-Typen“ noch keinen Appetit, aber um 11 Uhr setzt ein flaues Gefühl im Magen ein, der „11 Uhr-Hunger“, und sie müssen sofort etwas essen, damit das unangenehme Gefühl vergeht. Der „Sulfur-Patient“ mag gerne Schweinebauch, Eisbein, fetten Schinken. So kann er auch einen fülligen Körperbau entwickeln. Ob dünn oder dick, in jedem Fall haben Sulfur-Patienten sehr rote, brennend schmerzende Schleimhäute und ein auffällig rotes Gesicht. Sie gehören zu den Intellektuellen, die gerne theoretisieren und es mit der Ordnung nicht so genau nehmen. „Sulfur-Patienten“ hängen lieber ihren Gedanken nach, als ihren beruflichen Pflichten nachzugehen. Eine „Sulfur-Frau“ richtet sich nicht nach der Mode. Kleidung ist ihr egal, diese kann von „vorgestern“ sein, Flecken oder Löcher haben, Hauptsache, sie erfüllt ihren Zweck. Die „Sulfur-Frau“ kann aber auch einen eigenen auffälligen Kleidungsstil zeigen, an dem sie leicht zu erkennen ist.
„Sulfur-Patienten“ leiden unter Gelenkbeschwerden und Schlafstörungen. Sie werden bei jedem kleinen Geräusch wach („Katzenschlaf“) und strecken ihre Füße nachts unter der Bettdecke hervor, weil sie zu heiß sind oder die Fußsohlen brennen.

Verschlechterung: um 11 Uhr morgens (Schwächegefühl im Magen); durch Waschen und Baden, durch Bettwärme, in Ruhe, bei längerem Stehen

Besserung: bei trockenem, warmem Wetter; durch leichte Bewegung

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