Therapeuten äußern sich zu Homöopathie und Corona

Homöopathie-Ärzteverbände aus Deutschland und der Schweiz und auch der Verband klassischer Homöopathen Deutschlands (VKHD) haben sich mit Stellungnahmen öffentlich zum Umgang mit der Corona-Pandemie geäußert. Wir dokumentieren hier Auszugsweise diese Mitteilungen.

Landesverband Bayern im DZVhÄ

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) hat bereits am 5. März in einer Pressemitteilung Stellung zur Corona-Pandemie bezogen: „Wie für alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland sind auch für homöopathisch tätige Kolleg*innen die Empfehlungen der zuständigen nationalen Gesundheitsbehörden maßgeblich!“, hieß es dort. Diese Orientierung war und bleibt richtig und wichtig in einer Situation, die weltweit alle Länder und Gesundheitssysteme vor enorme Herausforderungen stellt. Zu groß sind derzeit die Unwägbarkeiten und Risiken für mögliche oder betroffene Patient*innen und alle im Gesundheitsbereich Tätigen. Alleingänge (national, international) oder Besserwisserei sind wenig hilfreich, eher kontraproduktiv. Das gilt auch für gut gemeinte Empfehlungen, wie und mit welchen homöopathischen Arzneien einer weiteren Ausbreitung vorgebeugt oder wie bereits Erkrankte behandelt werden könnten!

Dennoch:

Diese Klarstellung bedeutet selbstverständlich nicht, dass wir als homöopathische Ärzt*innen diese Pandemie nicht aufmerksamst verfolgen, eventuellen Patienten begleitende, homöopathische Behandlung anbieten, Therapieverläufe protokollieren, sammeln und untereinander austauschen sowie mit zurückliegenden Epidemien und historischen homöopathischen Behandlungsergebnissen vergleichen sollten. Das setzt aber zunächst voraus, dass ein medizinisch und homöopathisch hochkarätiges Expertengremium die fachlichen Grundlagen schafft und analysiert, welche der aktuell bereits auf dem „Markt der Möglichkeiten“ gehandelten Optionen tatsächlich plausibel und stringent nachvollziehbar sind oder wo unter Umständen noch Bedarf besteht für weitere „Hausaufgaben“. Die vollständige Erklärung lesen Sie hier.

Verband klassischer Homöopathen Deutschlands

Die “Corona-Krise” hat uns alle in der einen oder anderen Weise im Griff.
Es gibt bislang keine wirksame Therapie und auch keine Impfung. Niemand weiß derzeit, “was wirklich hilft”.

Auch die Homöopathie kann auf keine validen Daten verweisen, die auf eine zuverlässig zu erzielende Heilung dieser Krankheit mit potenzierten Arzneimitteln hinweisen. Dass es in der Vergangenheit glaubwürdige Berichte über die erfolgreiche homöopathische Bekämpfung von epidemisch verlaufenden Krankheiten gab, ändert an der aktuellen Situation nichts. Wir raten allen Kolleginnen und Kollegen daher dringend, sich an die Vorgaben der offiziellen Stellen des RKI und BMG zu halten. Insbesondere von der Verbreitung von Ratschlägen zur Verwendung einzelner Arzneien zur Prophylaxe oder Behandlung der Erkrankung ist Abstand zu nehmen. Die vollständige Erklärung lesen Sie hier.

Schweizer Verein homöopathischer Ärztinnen und Ärzte

COVID-19 ist eine neue Viruserkrankung, zu der aktuell keine Standardtherapie existiert. Traditionelle Medizin und Komplementärmedizin verfügen über einen grossen Erfahrungsschatz und sind für alle verfügbar, weshalb sie in der Prävention und Behandlung von Patienten in der ambulanten Grundversorgung eine nützliche Rolle übernehmen können. Die Immunabwehr steht sowohl in der Prävention als auch bei der Behandlung von viralen Erkrankungen im Fokus. Komplementärmedizin hat traditionsgemäss Erfahrung mit Themen wie Stärkung des Immunsystems und Selbstregulation. COVID-19 bietet deshalb die Chance zu interdisziplinärer Zusammenarbeit, Überprüfung von gängigen Konzepten und Integration komplementärmedizinischer Sichtweisen. Die breite Nutzbarmachung des Potenzials von traditioneller und komplementärmedizinischer Medizin in der Bekämpfung von COVID-19 ist sinnvoll. Der SVHA betont, dass auch für Ärztinnen und Ärzte mit Fähigkeitsausweis Homöopathiedie Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheitdie maßgebliche Orientierung beim medizinischen Umgang mit dem «Corona-Virus»sind. Die vollständige Erklärung lesen Sie hier.

11 Kommentare

  1. Antworten

    Für mich unerklärlich, dass meine hochgestellten homöopathischen Arztkollegen plötzlich ‘kalte Füsse’ bekommen haben und sich geradezu beleidigt zeigen und hilfreiche Initiativen als ‘Alleingänge’ und ‘Besserwisserei’ abtun. Sie meinen sogar ‘Niemand weiß derzeit, was wirklich hilft’ und man versteckt sich hinter ‘Empfehlungen der zuständigen nationalen Gesundheitsbehörden’! Cave: Dort geht es um Hygiene und Epidemiologie, kein Gesundheitsamt, RKI etc. ist für ärztliche Therapie zuständig. Und man verweist sogar auf ein sog. ‘hochkarätiges Expertengremium’ – wann gedenkt man dort zu handeln? Und gilt das, was wir in Kursen, Fortbildungen und täglicher Erfahrung erlernt haben, nichts? Und darf die klassische Homöopathie erst durch Erlaubnis und per Mainstream angewandt werden? Sollten wir unsere Zusatzbezeichnung unter solchen Prämissen nicht lieber zurückgeben, weil unsere ‘Oberen’ sich für uns schämen und dem Zeitgeist gegenüber einknicken? – Ich arbeite als KV-Bereitschaftsarzt im Raum München und nehme seit 3 Wochen fast täglich Nasenabstriche im Notdienst vor, natürlich unter Beachtung der Schutzmaßnahmen! Ich bin dankbar für den Tipp mit Ars.alb. C30 und auch für die Überlegungen, welche hom. Spezifica bei (Corona-Virus-) Grippe anzuwenden sind. Danke! Also bitte nicht verzweifeln und sich klein machen. Unsere KRANKEN werden es uns danken, wenn wir uns nicht verstecken, sondern gerade jetzt unseren Sachverstand walten lassen – nach Regeln der ärztlichen Kunst. JETZT aufstehen und seriös handeln, liebe Kollegen!

    • Antworten

      Sylvia Dierks

      Danke Dr. Gero Winkelmann für die aufrüttelnden Worte!!
      Ich habe gerade den Homöopathie online-Kongress unitedtoheal.com, gehört, der heute mit dem letzten Interview von Dr. Radjandran zu Ende ging. Es haben so viele gute und mutige hochkarätige Homöopathen dabei ihre Ansichten vertreten, so dass ich immer mehr und tiefer als Laie dieser Heilmethode hundertprozentig vertraue. Es waren ca. 31.000 Zuschauer gemeldet. Alleine bei Dr. Saine schauten 30.000 zu. Besonders möchte ich allen Zweiflern und sich selbst klein Machenden, wie Sie es hier erwähnen, auch Mut machen und diesen Kongress empfehlen. Vielleicht werden sie dann mutiger und vertrauen selbst mehr ihrer eigenen Heilkunst mit der Homöopathie.
      Es wird von unitedtoheal.com weitere Informationen geben und die Veranstalter wollen jetzt eine Datenbank anlegen, damit sich die Homöopathen weltweit vernetzen können. Schauen Sie mal auf diese Website, da können Sie die Kollegen sehen, die dabei waren. Es lohnt sich auch, die Kongresse zu bestellen, gerade für täglich praktizierende Homöopathen sind diese Experten ein wahrer Schatz. Ganz besonders möchte ich auch Dr. Saine und Dr. Herscu erwähnen. Er ist Virologe und Homöopath in USA und auf seinem Blogspot wird er neben den Lettern 33-38, die er speziell zur Epidemie im Interview erwähnte, auch das Werkzeug für alle Kollegen präsentieren, an dem er noch unermüdlich arbeitet, es beinhaltet 30 Fragen und wird in den nächsten Tagen dort zu sehen sein. Diese Fragen können in der Auswahl der entsprechenden Arzneien bezüglich der individuellen Symptome sehr hilfreich sein beim Coronavirus. Hier ist der Link dazu: http://paulherscuepidemics.blogspot.com/
      Mit den besten Wünschen für unser aller Gesundheit,
      Sylvia Dierks,
      Dipl.-Künstlerin

  2. Antworten

    Matthias Mixdorf

    Hier würde ich eigentlich noch mehr derartige Stellungnahmen von Homöopathen erwarten.
    Mit freundlichen Grüßen
    ein Freund der Homöopathie

  3. Antworten

    Grüezi, wir Homöopathen sollten durchaus betonen, dass wir – auf der Basis einer dataillierten Anamnese – in der Lage sind, ein homöopathisches Akutmittel zu empfehlen, welches den Gesundheitszustand auch von Coronapatienten deutlich verbessern kann. Unsere Wissenschaft sollte nun mit der Schulmedizin kombiniert werden, so dass schwerkranke Patienten und Patientinnen sowohl von der Intensivmedizin (Beatmung etc.) als auch von der Homöopathie profitieren können.

  4. Antworten

    Als HP verbietet mir das ISG Sars Co2 Verdachtsfälle zu behandeln, ich bin verpflichtet diese zu melden.
    Meine Praxis ist eine reine Terminpraxis, Patienten rufen also stets an, bevor sie zur Konsultation kommen.
    Ich wünschte, alle “Expertenkreise” könnten, wachgerüttelt durch diese weitere weltumspannende Krise( Pandemie, Klimanotstand, Kriege), endlich aufhören kurzfristige Profite/ Profilierung über das Wohl aller zu stellen und stattdessen MITEINANDER Wege aus der Not suchen.
    Mein Dank gilt allen, die das bereits tun, besonders wenn sie als Arzt und Homöopath medizinisch lege artis und ganzheitlich dabei handeln.
    Geruchsverlust, Geschmacksverlust, individualisierte wie gehäuft zu beobachtende Hustensymptome, Allgemeinsymptome …… können Zeichen Kombinationen sein, die zu einem Similimum führen. Solange noch genug Lebenskraft im Erkrankten existiert, kann er auf den arzneilichen Kunstkrankheitsreiz mit heilsamer Gegenregulation reagieren. Möglicherweise könnten protokollierte Verläufe auf einen genius epidemicus hinweisen. Aber, auch das muss gesagt sein, könnten die zu erhebenden Symptome nicht ausreichen adäquate Similii zu finden.
    Mögen wir offenen wachen Bewusstseins lernen voneinander und miteinander handeln Füreinander.
    Bleiben Sie gesund, bzw werden Sie es rasch wieder, falls …..

  5. Antworten

    Dr.Gabriele Baschin

    Danke für den optimistischen Beitrag. Die Kollegen und Kolleginnen des ZV haben natürlich Angst vor den ganzen hasserfüllten Antihomöopathen. Aber was haben wir denn zu verlieren, ausser der einmaligen Chance, dieser schrecklichen Krankheit die Stirn zu bieten.
    Wünsche ein glückliches Suchen und ERFOLGE
    Dr.Gabriele Baschin

  6. Antworten

    Dr. (med vet) Klumpner Waltraud Diplom-Homöopathin

    Aktuell hatte ich noch keinen Corona-Verdachtsfall, ich sehe mich jedoch (als Heilpraktikerin) in einem Gewissenskonflikt wegen des strikten Behandlungsverbots.
    Aussage der Schulmedizin: es gibt aktuell kein wirksames Medikament gegen Corona (sonst hätten wir auch nicht die vielen Toten in Norditalien)
    Wir Homöopathen kennen auch kein Mittel gegen den Corona-Virus, aber wir kennen unsere Arzneimittelbilder und können vorbeugend und im Krankheitsfall versuchen, das Immunsystem des Patienten zu stärken. In Übereinstimmung mit der Erkenntnis der Schulmedizin, dass Patienten mit starkem Immunsystem die Erkrankung besser wegstecken.
    Was mache ich, wenn ein Patient in Kenntnis dieser Faktenlage im Falle einer Corona – Erkrankung homöopathisch behandelt werden möchte? Das Gesetz befolgen und ihn im Ernstfall sterben lassen, ohne den Versuch mit Globuli zu machen?
    Es geht hier um die ethische Dimension. Wenn sich bei uns die Situation zuspitzt wie in Italien, was ist dann mit denen, die “aussortiert” werden, weil sie lt. Schulmedizin eine gringe Überlebenswahrscheinlichkeit haben und die Beatmungsgeräte für die anderen gebraucht werden? Ist es mir dann auch verboten, einen Versuch mit dem homöopathischen Simillimum zu machen, wenn der Patient oder die Angehörigen es wünschen?
    Für mich ist dieses Behandlungsverbot für gut ausgebildetete klassisch homöopathisch arbeitende Heilpraktiker gegen jede medizinische Ethik.
    Die Auseinandersetzung zwischen Homöopathie und Schulmedizin sollte auf sachlicher Grundlage (s. z.B. HTA-Bericht Schweiz) und nicht auf dem Rücken der Kranken und Sterbenden ausgetragen werden.

  7. Antworten

    Rita Altmeyer

    Auch mir als homöopathische arbeitende HP ist es verboten zu behandeln.
    Mir stellt sich stets die Frage ob dieses Nichtbehandeln nicht fahrlässige Tötung ist. Die schulmedizinischen Ärzte haben einen Eid geschworen, alles zum Wohle des Patienten zu tun. Warum wird dabei die Homöopathie ausgelassen? Auch per Gesetz. Warum sollte nicht versucht werden etwas bewegen zu können, wenn sonst keine Erfolge erzielt werden können? . Homöopathie hat doch angeblich keinen Nutzen , weil nichts enthalten ist. Die logische Schlussfolgerung wäre doch dann, da nicht enthalten ist kann es doch auch nicht schaden. Wovor hat dann die Schulmedizin Angst? Ich denke auf dem Sterbebett ist es dem Patienten egal ob die Hilfe evidenzbasiert ist oder nicht? Es muss sich hier unbedingt etwas gravierend ändern.

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