Wie man ein guter homöopathischer Heilpraktiker wird

Wer sich für den Beruf der Heilpraktikerin / des Heilpraktikers entschieden hat und sich dann noch auf die Homöopathie als Therapie spezialisiert, hat beste Aussichten auf ein befriedigendes, beglückendes Berufsleben. Einige Voraussetzungen sind allerdings zu beachten:

Heilpraktikerausbildung

Zu Beginn des Weges steht eine Ausbildung zur Heilpraktikerin / zum Heilpraktiker, an die sich eine amtsärztliche Überprüfung bei einem Gesundheitsamt anschließt. Nach deren Bestehen hat man die berufliche und rechtliche Voraussetzung, Menschen zu behandeln. Ausgezeichnete medizinische und pharmakologische Kenntnisse sind für Heilpraktiker*innen ebenso unerlässlich, wie für Ärzt*innen. Regelmäßige Fortbildungen sollten diese Kenntnisse stabilisieren, aktualisieren und erweitern. Es gibt zahlreiche seriöse Aus- und Fortbildungsinstitute, die das nötige Rüstzeug für diesen Beruf vermitteln. Mittlerweile sind diese Angebote auch auf die Bedürfnisse der Lernenden von heute zugeschnitten, so dass jede(r) fündig werden dürfte. Vorsicht ist allerdings geboten bei unseriösen Anbietern. Ratsam ist, vorab eine Gasthörerschaft wahrzunehmen und sich mit Absolvent*innen auszutauschen.

  • Therapeutische Qualifikation

Wenngleich viele Heilpraktiker*innen schon im Rahmen ihrer Berufsausbildung mit den verschiedensten Therapiemethoden in Kontakt kommen, bedarf es in der Regel doch einer gesonderten Fachausbildung – das gilt auch für die Homöopathie. Da medizinische Kenntnisse für das Verständnis der Homöopathie hilfreich und für ihre Ausübung notwendig sind, bietet sich hier eine “post-graduate”-Ausbildung an. Wenn man beabsichtigt, die Homöopathie Hahnemanns verantwortungsvoll auszuüben, reichen Kurzlehrgänge oder Kurse über ein paar Wochenenden sicher nicht aus, um die notwendigen Fertigkeiten zu erlernen. Mittlerweile haben sich dreijährige Ausbildungslehrgänge etabliert. Institutionen wie die Stiftung Homöopathie Zertifikat oder die Qualitätskonferenz des Bund Klassischer Homöopathen Deutschlands sichern die Qualität nicht nur dieser Ausbildungen, indem sie Akkreditierungen aussprechen. Sie nehmen auch Überprüfungen ab, verleihen Zertifikate und haben ein Auge auf regelmäßige Fortbildung, zu der sich die Zertifizierten verpflichten.

Rechtlich bindend sind solche Zertifikate zwar nicht, um die Homöopathie in der Praxis einsetzen zu dürfen. Sie werden aber zunehmend von Patient*innen auf der Suche nach geeigneten Therapeut*innen wahrgenommen und berücksichtigt.

  • Praktische Tätigkeit

Mit der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde und den Kenntnissen über eine fachgerechte homöopathische Behandlung ausgestattet, kann nun der Schritt in die eigene Praxis gewagt werden. Die oben genannten Institutionen (SHZ und QBKHD) sehen eine berufsbegleitende Supervision vor, so dass die Praktizierenden nicht im Regen stehen gelassen werden. In vielen Fällen ist es auch möglich, erste praktische Schritte unter Supervision in einer Lehrpraxis oder hospitierend bei Kolleg*innen zu unternehmen. Einmal in eigener Praxis tätig, sind regelmäßige klinische und homöopathische Weiterbildungen selbstverständlich. Viele Kolleg*innen schließen sich Arbeitskreisen an, um Erfahrungen auszutauschen und in schwierigen Fällen Unerstützung zu bekommen. Ratsam ist auch, eine Vernetzung mit Therapeut*innen anderer Disziplinen (Heilpraktiker*innen, Ärzt*innen, Physiotherapeut*innen, Psychotherapeut*innen, Hebammen etc.) anzustreben, um den Patient*innen bei Bedarf weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen zu ermöglichen. Vielleicht erweitert man auch das eigene Spektrum durch passende, ergänzende Therapieverfahren. Neben der fachlichen Qualität sollte auch das Führen der Praxis professionell gestaltet sein. Die Mitgliedschaft in einem Verband, der die berufspolitischen Interessen von Heilpraktiker*innen vertritt, bietet Unterstützung in allen berufsrechtlichen und organisatorischen Fragen. Hier bietet sich der Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands e.V. (VKHD) für alle (überwiegend) homöopathisch arbeitenden Kolleg*innen an.

  • Heilpraktiker*in für Klassische Homöopathie

Für alle, die ihn ein paar Jahre ausüben, wird dieser Beruf zur Berufung. Verbunden mit der ebenso faszinierenden wie effizienten homöopathischen Therapie ist ja auch, dass gerade die Heilpraktiker*innen in der Regel ohne den üblichen zeitlichen Druck oder eine von Krankenkassen geforderten Deckelung arbeiten können. Wir nehmen uns für jede Patientin / jeden Patienten die Zeit, die nötig ist. Oft sind wir Ansprechpartner für Dinge, die sehr viel weiter reichen, als die homöopathische Behandlung abdecken kann. Gut ausgebildete und seriöse homöopathisch arbeitende Heilpraktiker*innen sind ein bedeutender Faktor im Gesundheitssystem. Von ihrer Arbeit profitieren nicht nur die Patient*innen und ihr direktes Umfeld, sondern auch Ärzt*innen und Kliniken, die dadurch entlastet werden.

Autor: Stefan Reis, Heilpraktiker, Hardenbergstr. 2, 45472 Mülheim an der Ruhr

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