„Wir brauchen mehr Homöopathie und Komplementärmedizin, nicht weniger“

Offener Brief des Bundesverbandes Patienten für Homöopathie (BPH) an die 44. Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen (BDK 19) im November in Bielefeld. Im Namen des Patientenschutzes möchte ein (sehr) Junger Grüner mit seinem Antrag die Homöopathie aus dem Gesundheitssystem verbannen – im Hintergrund arbeiteten jedoch die organisierten Skeptiker mit, eine Gruppierung, die sich etwa auch für die Verbreitung von Glyphosat stark macht.

Ein paar Fakten vorne weg

Rund 75 % Bevölkerung wünscht sich ein Miteinander von Homöopathie & Co. und der konventionellen Medizin (Kantar TNS 2018). Der Bertelsmann Gesundheitsmonitor 2014 stellt fest: „84 Prozent der Befragten geben an, den Arzt gezielt wegen der homöopathischen Behandlung aufgesucht zu haben. … Als häufigstes Motiv für den Besuch nennen die Teilnehmer, dass anderswo keine Besserung erzielt worden war (49 %).“ Hinter diesen Zahlen verbergen sich Patientinnen und Patienten mit zum Teil sehr langen Krankengeschichten. Tagtäglich berichten Patienten dem BPH, warum sie die Homöopathie für sich entdeckt haben und sehr häufig konnte eine langwierige Erkrankung mit Hilfe der Homöopathie und einem gut ausgebildeten Therapeuten gebessert werden. Patienten soll nun durch diesen Antrag ihr Recht auf Selbstbestimmung und Therapievielfalt beschnitten werden, ohne dass eine Alternative geboten wird.

Die Argumentation im Fakten-Check:

„Die fehlende Wirksamkeit homöopathischer Verfahren über den Placebo-Effekt hinaus wurde mehrfach in sehr großen und qualitativ hochwertigen Studien dargelegt.“

Eins ist sicher, die Homöopathie ist eine wirksame Methode, das ist vielfach durch Studien belegt. Doch es konnte bis heute nicht erforscht werden, wie die Homöopathie wirkt – der Wirkmechanismus ist noch nicht entschlüsselt. Etwa Grundlagenforschung: Wie kann es sein, dass eine Substanz, in der kein Molekül des Ausgangsstoffe mehr nachweisbar ist, einen Effekt erzielt? Inzwischen liegen im Bereich der Grundlagenforschung mehr als 1000 Studien vor, die eine spezifische Wirksamkeit hochverdünnter potenzierter Arzneien belegen.

Der Goldstandard in der medizinischen Forschung für den Beleg von Wirksamkeit und Sicherheit einer Arznei sind bis heute noch die sogenannten RCTs – randomisierte kontrollierte Studien. Bis Ende 2014 wurden 189 RCTs zur Homöopathie bei 100 verschiedenen Erkrankungen in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. 104 dieser Studien gelten als sehr hochwertig und kommen für eine weitere detaillierte Bewertung in Frage.

Quelle: https://www.hri-research.org/de/informationsquellen/homeopathy-faqs/there-is-no-scientific-evidence-homeopathy-works/

„Einige betonen das gesundheitliche Risiko der verspäteten Behandlung durch Symptomverschleppung, wenn Homöopathika bei gefährlichen bzw. chronischen Erkrankungen anstatt eines Medikaments mit pharmazeutischen Wirkstoffen eingenommen werden.“

Wer das hier betont, wird nicht klar…. Da in diesem Antrag großer Wert auf Wissenschaftlichkeit gelegt wird, würden hier die Belege interessieren. Schwerwiegende Erkrankungen gehören in die Hand von Ärztinnen und Ärzten, diesen obliegt die Verantwortung für die Therapie. Wird falsch diagnostiziert oder therapiert, liegt der Fehler beim Behandler, nicht bei der Methode.

„Beispielsweise bedürfen Homöopathika gemäß des gültigen Arzneimittelgesetzes keiner Zulassung, sondern lediglich einer relativ simplen Registrierung, damit sie als Arzneimittel in den Verkehr gebracht werden dürfen.”

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) regelt die Registrierung der Homöopathika und stellt Qualität und Unbedenklichkeit fest. Dies geschieht im Sinne des Patientenschutzes, mit Erfolg. Gefährdungen von Patienten durch regelkonforme Einnahme von Homöopathika sind nicht bekannt.

Auch die Apothekenpflicht ist im Sinne des Patientenschutzes wichtig. Da Homöopathika ohne Indikation abgegeben werden, ist eine Beratung durch Apotheker wichtig – zumal der Großteil der Homöopathika ohne Verordnung für die Selbstmedikation erworben wird.

„Auch übernimmt die überwältigende Mehrheit der gesetzlichen, solidarisch finanzierten Krankenkassen die Kosten für homöopathische Behandlungen.“

Homöopathie ist keine GKV-Regelleistung, den Kassen ist aber im Rahmen von Satzungsleistungen freigestellt, die ärztlichen Kosten zu übernehmen. Das tun in der Tat rund 2/3 der Kassen und haben damit gute Erfahrungen gemacht. 0,03 % der GKV-Ausgaben gehen zu Lasten der Homöopathie und damit der Solidargemeinschaft, oder wie kürzlich die Barmer twitterte: Von 100 ausgegebene Euro entfällt 1 Cent auf die Homöopathie. Eine Gegenrechnung, wieviel Beitragsgeld durch Homöopathie-patienten eingespart wird, ist nicht bekannt.

„Versicherte, die eine Krankenkasse wählen wollen, in der sie mit ihren Beiträgen ausschließlich wissenschaftlich plausible Therapien finanzieren, können lediglich zwischen wenigen Kassen mit meist höherem Zusatzbeitrag wählen.“

Dies ist eine Behauptung, um Stimmung gegen Homöopathie zu machen. Auch hier stellt sich wieder die Frage, was denn “wissenschaftlich plausible Therapien” sind.

Fazit

Die Homöopathie hat sich als Methode im Gesundheitssystem bewährt, das auf Therapiefreiheit und Therapievielfalt aufbaut. Homöopathie-Patienten werden begleitet durch Ärzte, Heilpraktiker und Apotheker. Durch ihren Einsatz kann häufig auf konventionelle Arzneien verzichtet werden und auch in der Behandlung von sogenannten Nutztieren sind Homöopathika hilfreich bei der Vermeidung von Antibiotikaresistenzen. Unser Vorbild ist die Schweiz, dort sind Homöopathie und weitere besondere Therapierichtungen seit zwei Jahren Regelleistungen der Grundversicherung. Die Begründung: “Es liegen ausreichende Nachweise für die präklinische Effektivität und klinische Wirksamkeit der Homöopathie sowie für ihre Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu schulmedizinischen Behandlungen vor.“

 

2 Kommentare

  1. Antworten

    Gerlinde Schneider

    UND MITTLERWEILE FINDET HOMÖOPATHIE AUCH BEI PFLANZEN STATT!! ES WIRD TEILWEISE IM WEINBAU ANGEWENDET!! ICH NUTZE ES IN MEINEM GARTEN EBENFALLS MIT GUTEM ERFOLG!! WOLLEN DIE GRÜNEN DEN PFLANZEN AUCH PLACEBO- Effekt unterstellen??? Der Narayana-Verlag hat 2 Spezialisten auf dem Gebiet was Homöopathie im Garten und Pflanzen angeht!! Ebenso im Nutztierbeteich gibt es tolle Erfolge!!!

  2. Pingback: Therapiefreiheit ist keine Selbstverständlichkeit! | AEHA

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