WISSENSWERTES ZUR HOMÖOPATHIE.


Ähnlichkeitsregel
Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Die Ähnlichkeitsregel ist das Grundprinzip der Homöopathie. Nur das homöopathische Arzneimittel kann wirken, das in einer Prüfung am Gesunden, die Symptome hervorgerufen hat, an denen der Erkrankte leidet. Kaffee kann das Mittel gegen Schlaflosigkeit sein und die Zwiebel kann einen Schnupfen heilen, bei dem die Augen tränen und jucken und ein wässriges, wundmachendes Nasensekret entsteht und man einen ständigen Niesreiz hat. Das Ähnlichkeitsprinzip wurde im Grundsatz bereits ansatzweise in den Schriften der Ärzte Hippokrates (460-377 v.Chr.) und Paracelsus (1493-1541) beschrieben.
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Arzneimittelprüfung
Um festzustellen, welche Beschwerden oder Krankheiten ein Mittel erzeugen und damit auch heilen kann, werden von gesunden Menschen homöopathische Arzneimittel eingenommen. Alle Symptome dieser so künstlich erzeugten Krankheit werden vom Prüfer notiert. Die Sammlung verschiedener Prüfungen ergeben eine umfassende Beschreibung der Wirkung des Mittels, dass sogenannte Arzneimittelbild.

Homöopathische Erstanamnese – die Fallaufnahme
Eine homöopathische Fallaufnahme einer chronischen oder langandauernden Erkrankung braucht Zeit - sie beansprucht etwa ein bis zwei Stunden. Genau müssen die aktuellen Beschwerden, die gesamte Persönlichkeit des Patienten, die früheren Krankheiten und die der Familie erfragt werden. Besonders aufschlussreich sind für den Therapeuten der Geistes- und Gemütszustand des Patienten, seine Ess-, Trink- und Schlafgewohnheiten. Ebenso interessant sind die ganz individuellen Symptome, die der Patient äußert. -
Anders ist dies bei akuten Erkrankungen und Verletzungen, hier geht die Mittelfindung schneller.
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Individuelle Mittelwahl
Keine Krankheit gleicht einer anderen, deshalb wird in jedem Krankheitsfall das geeignete homöopathische Arzneimittel individuell für den Patienten gewählt. Ausschlaggebend sind die spezifischen Symptome und die Persönlichkeitsmerkmale des Erkrankten, die in der Erstanamnese erhoben werden. In der Regel wird nur ein homöopathisches Einzelmittel zu einer Zeit genommen. Auch in der Selbstmedikation ist darauf zu achten.
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Homöopathische Arzneimittel
Die typischen homöopathischen Arzneimittel sind Globuli. Kleine Milchzuckerkügelchen (oder: Sacharose-Kügelchen), die mit dem jeweiligen Wirkstoff benetzt werden. Es gibt homöopathische Mittel aber auch als Milchzucker-Tabletten, in flüssiger Form und eher selten als Salben, Zäpfchen oder Injektionslösung.
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Homöopathische Arznei
Das Spektrum der Ausgangssubstanzen ist sehr groß, hauptsächlich werden aber Pflanzen verwendet. Ansonsten kommen zum Einsatz Schlangengifte, Metalle, Säuren oder auch Meeresschwämme.

Die Potenzen
Durch wiederholte Verdünnungsschritte und intensive Verreibungs- oder Verschüttelungsprozesse wird das Mittel in seiner Heilwirkung verstärkt (potenziert), in seiner toxischen (giftigen) Wirkung aber stark geschwächt. Homöopathische Arzneien gibt es in verschiedenen Potenzen:
Das D steht für Dezimal, dass Verdünnungsverhältnis beträgt 1:10.-
Das C ist die Abkürzung für Centesimal, das Verdünnungsverhältnis ist 1:100.
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Das Q ist die Abkürzung für Quinquagintamillesimal, LM ist die eigentlich falsche Schreibweise für das lateinische 50.000, das Verdünnungsverhältnis beträgt 1:50.000.
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In der Selbstmedikation empfiehlt der BPH die Potenz C 12. Bis zu dieser Stärke werden akute Erkrankungen behandelt. Niedrigere Potenzen wirken schneller, jedoch nicht so lang andauernd. Hochpotenzen sollten nur vom Therapeut bei chronischen Erkrankungen eingesetzt werden.
Homöopathische Arzneien lässt man im Mund zergehen, so kann der Wirkstoff direkt über die Schleimhäute aufgenommen werden. Eine Gabe sind drei Globuli.
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